Unter Federführung eines 33-Jährigen aus Rumänien sollen Mädchen und junge Frauen aus dessen Heimat nach Berlin gelockt und zur Prostitution gezwungen worden sein. Mit Verlesung der Anklage hat am Freitag vor dem Berliner Landgericht der Prozess gegen den 33-Jährigen und drei Mitbeschuldigte begonnen.

Den Männern und einer Frau wird in unterschiedlicher Beteiligung schwerer Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Zuhälterei und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger vorgeworfen. Auch Erpressung und Körperverletzung listet die Anklage auf.

Mit Kokain aufgeputscht

Der 33-Jährige soll mit List - zum Beispiel einem vorgetäuschten Liebesbekenntnis - zwei 16-jährige Mädchen und zwei junge Frauen nach Berlin gelockt haben. In der Hauptstadt mussten die Betroffenen laut Anklage sofort für eine Escort-Agentur und ein Bordell arbeiten, das von der 45-jährigen Angeklagten geführt worden sei.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Mädchen und Frauen ihren gesamten Lohn abgeben mussten. Sämtliche Angeklagte sollen finanziell von der Ausbeutung der Opfer profitiert haben. Der Hurenlohn wird in der Anklage mit knapp 300 000 Euro beziffert.

Die Mädchen, die aus armen Verhältnissen stammen sollen und die deutsche Sprache nicht gesprochen hätten, sollen zum Teil geschlagen, bedroht und mit Kokain aufgeputscht worden sein. Der Anklage nach wurden ihre Liebesdienst über das Internet angeboten. Der Verlobte der mutmaßlichen Bordellwirtin, ein 52-jähriger Schlosser, soll für den Internetauftritt zuständig gewesen sein. Ein gelernter Tischler im Alter von 44 Jahren soll Fahrdienste geleistet haben. (dpa)