Auch wenn viele der hier gegründeten großen Industrieunternehmen längst aus der Stadt verschwunden sind, so ist die Industrie für Berlin nach wie vor eine entscheidende Größe. Sie erwirtschaftet rund 24 Milliarden Umsatz im Jahr und bestimmt den Berliner Export. Allein 2017 wurden von hier aus Waren im Wert von über 15 Milliarden Euro in alle Welt verkauft.

Zugleich verändert sich das Profil der Berliner Industrie. Sie definiert sich heute über einen einzigartigen Mix aus Zukunftstechnologien und klassischer Industrie, die sich zugleich neu erfindet. Berlin hat zwar kein Dax-Unternehmen, aber etwa jedes dritte unterhält hier eine Innovations-Abteilung und nutzt so das Potenzial der Gründer-Metropole Berlin. Unterstützt werden sie dabei von den vielen hochkarätigen Forschungseinrichtungen in der Region.

Was sich in der Berliner Industrie tut, kann man am kommenden Mittwoch gewissermaßen hautnah erfahren. Dann lassen sich 27 Unternehmen hinter die Kulissen schauen: Mittelständler und Weltkonzerne, Hidden Champions und Start-ups präsentieren sich bei der diesjährigen Langen Nacht der Industrie und öffnen ihre Tore für einen Besuch nach Feierabend, um die Industrie in der Stadt als Wirtschaftsfaktor, Arbeitgeber und Ausbilder erlebbar zu machen. Wer also schon immer mal eine Nacht mit einem Industrieroboter des Unternehmens Pi4 verbringen, den Eismachern von Florida, Daimlers Motorenbauern oder Berlins Pillendrehern über die Schultern schauen wollte, hat am 16. Mai dafür eine ziemlich exklusive Chance.

Optik und Photonik

So gibt beispielsweise der Aufzugs- und Fahrtreppenhersteller Schindler Interessierten in Alt-Mariendorf einen Einblick in die Welt der Lifte und Rolltreppen. Dort befindet sich auch das Technische Trainingscenter, wo man aus erster Hand so ziemlich alles erfahren, was man schon immer über die Sicherheit von Fahrstühlen wissen wollte. Ebenso lassen sich unerwartete Seiten des Unternehmens Schindler entdecken – etwa welche digitale Lösungen für den Wirtschaftsbereich Smart Urban Mobility entwickelt werden.

B. Braun Melsungen mit Hauptsitz in Hessen ist nach Biotronik in Berlin einer der größten Arbeitgeber im Bereich Medizintechnik und kooperiert mit lokalen Firmen und Forschungseinrichtungen. Das Unternehmen expandiert seit vielen Jahren in Berlin und betreibt hier inzwischen zwei Produktionsstandorte, einen Start-up-Accelarator und die Aesculap-Akademie in Berlin-Mitte. Insgesamt umfasst das Sortiment 5000 Produkte, die zu 95 Prozent in eigener Fertigung hergestellt werden.

Berliner Glas ist ein innovatives, mittelständisches und exportorientiertes Berliner Traditionsunternehmen in Privatbesitz mit 800 Arbeitsplätzen in Berlin. Es zählt zu den weltweit führenden Anbietern von hochwertig veredelten technischen Gläsern und Glas Touch Baugruppen sowie optischer Schlüsselkomponenten, Baugruppen und Systemen. Das Unternehmen zählt zu den Schlüsselakteuren des regionalen Clusters Optik und Photonik.

Insgesamt sind für den Abend des 16. Mai 14 Bus-Touren organisiert, die kurz nach 17 Uhr starten und etwa gegen 22.30 Uhr enden werden. Die Teilnahme dafür ist kostenlos und laut Veranstalter für alle Altersgruppen ab 14 Jahren geeignet. In diesem Jahr wird das Programm durch eine Unternehmens- und Karriere-Messe ergänzt, die ab 12 Uhr im Lichthof der Technischen Universität Berlin stattfindet. Die Langen Nächte der Industrie gibt es seit 2008 bundesweit. Bislang wurden sie von knapp 70.000 Besuchern genutzt.

Weitere Informationen zur Langen Nacht der Industrie in Berlin gibt es unter www.langenachtderindustrie.de. Dort können sie Interessierte auch direkt anmelden.