Berlin - Vorn einsteigen und Ticket kaufen – das soll in den Linienbussen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wieder möglich sein. Noch im April will das Landesunternehmen den Vordereinstieg im Bus, den es zu Beginn des ersten Lockdowns im März 2020 geschlossen hatte, wieder öffnen. Doch dieser Plan stößt auf heftige Kritik. Nun fordern Personalvertreter und die Gewerkschaft Verdi in einem Offenen Brief, auf die Umsetzung zu verzichten. „Eine Öffnung des Vordereinstiegs lehnen wir aus Fürsorgepflicht, Gesundheitsschutz und zur Pandemiebekämpfung ausdrücklich ab und fordern alle Beteiligten auf, diese Maßnahme unverzüglich zu stoppen“, heißt es in dem Schreiben, das dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) und den Mitgliedern des Senats am Mittwoch zuging. „Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln darauf aufmerksam machen, dass hier fahrlässig mit der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen gespielt wird.“

Den Zeitpunkt ihres Protestes hatten der Vorsitzende des BVG-Gesamtpersonalrats, Lothar Stephan, Jeremy Arndt von der Gewerkschaft Verdi und ihre Mitstreiter sorgsam gewählt. Sie versandten ihren Brief kurz bevor der Senat am Gründonnerstag über weitere Corona-Maßnahmen beriet. Die dritte Welle der Pandemie, die nicht an Kraft verloren hat, bewog auch die Personalvertreter und Gewerkschafter, erneut tätig zu werden. „Mehr als ein Jahr lang hat sich die BVG bemüht, ihre Beschäftigten so gut es geht vor dem Virus zu schützen. Nun will sie den Schutz lockern und die vordere Bustür wieder für Fahrgäste öffnen – obwohl die Inzidenzwerte steigen und Virus-Mutanten die Ansteckungsgefahr erhöhen“, sagte ein BVGer. „Das passt nicht zusammen.“

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