Lauchhammer - „Die Barriere war kniehoch“, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Die Täter hatten über Ostern vier Reihen Steine übereinander gemauert – wenn auch nicht in bester Qualität. „Sie müssen für diese Mauer aber trotzdem schon ein Weilchen gearbeitet haben und waren dabei natürlich auch immer der Gefahr ausgesetzt, entdeckt zu werden“, so der Polizeisprecher. Ein Bekennerschreiben wurde nicht gefunden. Lediglich einen Schriftzug an der Fassade ließen die Täter zurück:. „Arbeit statt Abwanderung“, war dort zu lesen.

Bis Dienstagmittag wurde die Mauer abgetragen. Bis dahin sei der seitliche Personaleingang für Besucher geöffnet gewesen. „Der Kundenbetrieb in dem Jobcenter war zu keiner Zeit beeinträchtigt“, sagte Hans-Jörg Milinski, der stellvertretende Geschäftsführer des Jobcenters Oberspreewald-Lausitz. Die Beseitigung des Schriftzugs sei in Auftrag gegeben worden.

Die Polizei schließt einen rechten Hintergrund nicht aus. Und auch beim Jobcenter vermutet man die Täter aus diesen Kreisen. Zudem ist es wohl nicht das erste Mal, dass der oder die Täter aktiv geworden sind. Vor rund einem Jahr sei auf dem Parkplatz des Jobcenters am Standort in Senftenberg derselbe Schriftzug wie nun an der Fassade in Lauchhammer entdeckt worden, sagte Milinski. Der Staatsschutz ermittelt. Im Internet kursieren hingegen hämische Kommentare über die Herkunft der Mauer am Jobcenter-Eingang. „War wohl ein arbeitsloser Maurer, der seinen Frust abbauen wollte. Weshalb dieser arbeitslos ist, sieht man ja an der Mauer“, schreibt ein Leser auf der Internetseite einer Regionalzeitung.