Im kommenden Jahr soll in Berlin neben dem Berlin-Marathon im September noch eine weitere große Laufveranstaltung über die klassische Strecke von 42,195 Kilometern stattfinden. Am 15. Mai soll im Rahmen des jährlichen Halbmarathons BIG 25, organisiert von der Golazo Sports GmbH (ehemals „Berlin läuft“), ein sogenannter Freedom Marathon starten.

Der Lauf wird in Kooperation mit der UN-Flüchtlingshilfe organisiert und in die bereits bestehende Strecke des BIG 25 integriert. Die Läufer sollen dabei die ausgeschriebene Halbmarathon-Strecke zweimal zurücklegen. Ein Teil ihrer Startgebühr soll dabei an die UN-Flüchtlingshilfe gespendet werden, für Projekte in Syrien, im Irak und in deren Nachbarländern. Auf der Strecke möchte der Veranstalter auch sogenannte Spendentore aufstellen. Die Teilnehmer, die durch diese Tore hindurchlaufen, werden durch ihre Zeitnahme-Chips erfasst und spenden automatisch fünf Euro an die Flüchtlingshilfe.

Insgesamt könnten rund 20?000 Läufer an der Veranstaltung teilnehmen. So viele Menschen wären für den Halbmarathon BIG 25 zugelassen. Eine offizielle Genehmigung für den neuen Freedom Marathon gibt es jedoch noch nicht. Die Veranstalter zeigen sich dennoch zuversichtlich. „Wir hatten bereits ein gutes Gespräch mit der Verkehrslenkung Berlin und haben uns gemeinsam auf den Termin für den Freedom Marathon, den 15. Mai, geeinigt“, sagt der Pressesprecher der Golazo Sports GmbH. Das sei zwar nur eine mündliche Zusage und nicht die schlussendlich erforderliche schriftliche, jedoch könne man davon ausgehen, dass die Veranstaltung genehmigt werde.

Polizei ist skeptisch

Bei der Anmeldung von Laufveranstaltungen dieser Größenordnung, holt die Verkehrslenkung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin erst Stellungnahmen zur geplanten Veranstaltung bei den zuständigen Stellen wie der Berliner Polizei, der Feuerwehr und bei den betreffenden Bezirken ein. Danach wird abgeklärt, welche Auswirkungen so eine Veranstaltung auf den Verkehr haben könnte.

Da am Tag des geplanten Marathons unter anderem auch der Karneval der Kulturen stattfindet, könnte der Marathon immer noch scheitern. Die Veranstalter rechnen jedoch nicht damit. „Es ist durchaus üblich, dass die schriftliche Genehmigung für so eine Laufveranstaltung erst wenige Tage vor dem tatsächlichen Termin vorliegt“, sagte Pressesprecher Claus Frömming. Im Fall des Halbmarathons BIG 25 am 10. Mai 2015 sei die schriftliche Genehmigung erst am 29. April eingegangen.

Die Ankündigung der Freedom- Marathon-Initiatoren stößt aber auch auf Kritik. Eine Genehmigung „wäre eine absolute Katastrophe“, sagte ein Beamter des zentralen Verkehrsdienstes der Berliner Morgenpost. Die Verkehrslenkung werde diesen Plänen nicht zustimmen, erklärte demnach der Sportdirektor der SCC Events GmbH, Mark Milde. Diese GmbH organisiert wiederum den Berlin-Marathon.

Bei den Halbmarathon-Läufen BIG 25 der vergangenen Jahre nahmen bis zu 12 000 Menschen teil.