Potsdam - Nach der Ankündigung des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall, einen Verkauf seiner Lausitzer Braunkohlesparte zu prüfen, fordern brandenburgische Landespolitiker eine rasche Entscheidung. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich verärgert über den Staatskonzern und die schwedische Regierung.

„Offenbar bestehen sowohl in der Unternehmensführung als auch beim Eigentümer nur vage Vorstellungen zur zukünftigen Ausrichtung des Unternehmens“, sagte er. Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) sagte, die unerträgliche Ungewissheit müsse im Interesse der Vattenfall-Mitarbeiter und der Bewohner der Lausitz beendet werden.

Der erst seit wenigen Wochen amtierende Vattenfall-Vorstandschef Magnus Hall hatte am Donnerstagmorgen in Stockholm erklärt, dass das Unternehmen verschiedene Alternativen für die Zukunft seiner Lausitzer Tochtergesellschaft prüfen werde. Er betonte, dass sich der Konzern der Tragweite seiner Entscheidung bewusst sei.

„Wir tragen Verantwortung, und das betrifft auch die Wahl des möglichen Käufers.“ Vattenfall erzeugt in der Lausitz zehn Prozent des deutschen Stroms und beschäftigt 8000 Mitarbeiter. Die anderen Aktivitäten des Konzerns in Deutschland sollen von dem möglichen Verkauf nicht betroffen sein.

Unklar, ob sich ein Käufer findet

Hintergrund der Verkaufsüberlegungen sind Vorgaben der schwedischen Regierung, wonach Vattenfall bis 2020 seinen CO2 -Ausstoß um 25 Prozent reduzieren muss. Bleiben alle Lausitzer Kraftwerke in Betrieb, ist dieses Ziel unerreichbar – zusammen stoßen sie mehr Kohlendioxid aus als ganz Schweden. Zudem steckt Vattenfall in einer Krise. Hall gab am Donnerstag Abschreibungen von mehr als zwei Milliarden Euro bekannt. Diese sind auf die überteuerte Übernahme des niederländischen Gasversorgers Nuon zurückzuführen, aber auch auf Komplikationen beim Bau des Hamburger Kohlekraftwerks Moorburg.

Fraglich ist, ob sich ein Käufer für die Lausitzer Sparte findet. Sie arbeitet zwar profitabel, allerdings sind die Perspektiven wegen der Energiewende unsicher. „Der Verkauf wäre eine politische Entscheidung, und das drückt den Preis“, sagte der Energieexperte Hubertus Bardt vom Institut der Deutschen Wirtschaft der Berliner Zeitung.

Die brandenburgische Linken-Fraktionsvorsitzende Margitta Mächtig forderte Vattenfall zu Verhandlungen auf. „Vattenfall hat hier jahrelang eine gute Rendite erwirtschaftet, jetzt müssen sie sich mit uns abstimmen.“ Ihre Partei unterstütze den ökologischen Umbau von Vattenfall. „Ein Ausstieg aus der Kohle muss kein Abschied von Brandenburg sein.“