Die wichtigsten Informationen im Überblick


Fragen und Antworten: Was Sie jetzt wirklich über Corona wissen müssen >>

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps und Hinweise >>

Was tun im Verdachtsfall? Bitte das zuständige Gesundheitsamt (www.service.berlin.de) oder den Hausarzt telefonisch benachrichtigen. Ein Anruf bei der Corona-Hotline des Senats (Tel. 9028 2828, von 8-20 Uhr) hat wegen Überlastung meist wenig Erfolg. Lange Wartezeiten gibt es auch bei der KV-Hotline (Tel. 116117).

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+++ 12. August +++

Lauterbach für Maskenpflicht auf beliebten Partyplätzen

Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat sich angesichts wieder steigender Corona-Zahlen für eine Maskenpflicht auf beliebten Partyplätzen ausgesprochen. "Wir brauchen dringend eine Maskenpflicht auf Plätzen, wo spontane Partys stattfinden, bei denen ausgelassen mit viel Alkohol gefeiert wird. Nur so können wir erreichen, dass diese Partys unterbleiben oder zumindest sicherer werden", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). "Der Beginn der zweiten Welle ist da. Wir können das jetzt ohne neuen Lockdown in den Griff bekommen, aber wir müssen handeln." (dpa)

RKI: Impfstoff könnte bereits im Herbst 2020 verfügbar sein

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält die Verfügbarkeit eines Impfstoffs gegen das Coronavirus noch in diesem Jahr für möglich. «Vorläufige Prognosen lassen die Verfügbarkeit eines Impfstoffs (ggf. mehrerer) bis Herbst 2020 möglich erscheinen», heißt es in einem Positionspapier, das am Mittwochnachmittag im Internet veröffentlicht wurde. Es sei in jedem Fall unerlässlich, unverzüglich eine bundesweite Impfkampagne für den Zeitpunkt vorzubereiten, zu dem ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung steht. Gleichzeitig warnt das RKI vor überhöhten Hoffnungen: «Auch wäre es gefährlich zum jetzigen Zeitpunkt darauf zu vertrauen, dass mit einer Impfung ab dem Herbst 2020 die Pandemie beherrschbar wird, da Unwägbarkeiten wie Mutationen oder nur kurze Immunitätszeiten den Nutzen von Impfungen relativieren könnten», heißt es. (dpa)

Wegen Corona teilweise Rauchverbot in spanischer Region Galicien

In der spanischen Region Galicien ist das Rauchen im Freien wie etwa in Straßencafés künftig verboten, wenn der Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern nicht gewahrt werden kann. Diese Maßnahme gegen die Ausbreitung der Krankheit sei bisher einmalig und trete an diesem Donnerstag in Kraft, berichtete die Zeitung «El País» am Mittwoch.

Zur Begründung sagte der regionale Regierungschef der im äußersten Nordwesten Spaniens gelegenen Region, Alberto Núñez Feijóo, dies habe eine medizinische Expertenkommission empfohlen. Tabakrauch stelle demnach ein hohes Risiko für die Verbreitung des Coronavirus dar. Zurzeit sind in Galicien mit etwa 2,7 Millionen Einwohnern 827 aktive Corona-Fälle registriert. Seit Dienstag habe sich die Zahl um 87 erhöht. (dpa)

Nach Corona-Infektion in Potsdamer Hort kein weiterer positiver Fall

Nach der Infektion eines Erziehers eines Hortes in Potsdam mit dem Coronavirus sind Tests bei Kindern und Betreuern negativ ausgefallen. Das teilte das Gesundheitsamt am Mittwoch mit. Insgesamt wurden demnach 68 Kinder aus verschiedensten Klassenstufen sowie sechs Erzieherinnen und Erzieher auf das Virus getestet. Die Tests seien etwa fünf Tage nach der möglichen Infektion durchgeführt worden. Es sei möglich, dass eine Kontaktperson Symptome zeige. Daher blieben alle Betroffenen bis zum 20. August weiter in Quarantäne. (dpa)

Corona-Neuinfektionen klettern auf höchsten Stand seit Mai

Erstmals seit drei Monaten haben die Gesundheitsämter wieder mehr als 1200 Corona-Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Politiker reagierten alarmiert und mahnten, die Hygieneregeln einzuhalten - also vor allem Abstand zu halten und Masken zu tragen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte den Trend besorgniserregend. Es gelte sehr wachsam zu sein, vor allem, weil es viele Ausbrüche im ganzen Land gebe, sagte er am Mittwoch im Deutschlandfunk.

Etwa jede dritte Corona-Neuinfektion ist derzeit auf Reiserückkehrer und andere Einreisende aus dem Ausland zurückzuführen. Mit den Grenzöffnungen sei der Anteil eingetragener Ansteckungen deutlich gestiegen, heißt es im Situationsbericht des Robert Koch-Instituts. In der Meldewoche vom 3. bis 9. August habe er bei 31 Prozent gelegen. Als wahrscheinlicher Infektionsort am häufigsten genannt wurden in den vergangenen vier Wochen Länder des Westbalkans, die Türkei, Bulgarien, Rumänien, Polen und Spanien. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: rki, afp

Corona-Krise löst schwere Rezession in Großbritannien aus

Großbritannien ist wegen der Corona-Krise in die schwerste Rezession seit Beginn der Aufzeichnungen gerutscht. Im zweiten Quartal schrumpfte die Wirtschaftsleistung um 20,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt ONS am Mittwoch in London nach einer ersten Schätzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Monate April bis Juni mitteilte. Die Zukunft könnte noch düsterer aussehen: Experten rechnen mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Auch der Brexit könnte die Wirtschaft belasten.

Großbritannien hat die Europäische Union zwar bereits Ende Januar verlassen, gehört aber bis Jahresende noch zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion. Die Gespräche zwischen London und Brüssel über ein Anschlussabkommen stocken aber. Ohne Einigung droht zum Jahreswechsel ein harter wirtschaftlicher Bruch mit Zöllen und Handelshemmnissen. Eine Frist zur Verlängerung dieses Übergangszeitraums ließ London Ende Juni ungenutzt verstreichen. (dpa)

Infizierte Kroatien-Urlauber stecken Gäste auf Stuttgarter Feier an

Acht junge Menschen haben nach einer Reise in die kroatische Partyhochburg Novalja bei einer Geburtstagsfeier in Stuttgart mindestens 14 weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Gruppe, alle etwa Ende 20, sei im Juli nach Kroatien gereist und danach positiv auf das Virus getestet worden, teilte ein Sprecher der Stadt am Mittwoch mit. Es sei davon auszugehen, dass sie zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier am 1. August noch nicht von ihrer Infektion wussten. Derzeit versuche man herauszufinden, ob sich von den rund 40 Geburtstagsgästen weitere Menschen angesteckt haben. Zunächst hatten andere Medien über die neuen Coronafälle berichtet.

Auch im Kreis Göppingen gibt es derzeit vermehrt Neuinfektionen, nachdem eine Gruppe Abiturienten in Novalja auf der Insel Pag Party-Urlaub gemacht hatte. Wie eine Sprecherin des Landratsamts am Mittwoch mitteilte, sind inzwischen zwölf Teilnehmer der Abi-Fahrt mit dem Coronavirus infiziert. Teilgenommen hätten insgesamt 14 Abiturienten aus dem Raum Donzdorf, nicht wie zunächst angenommen 18. (dpa)

Innensenator Geisel: Corona-Demos als Kontaktbörse für Rechtsextreme

Nach der Berliner Großdemonstration gegen staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor einer Radikalisierung solcher Proteste gewarnt. Rechtsextreme würden alles tun, um sie in Zukunft in ihrem Sinne aufzuladen und zu radikalisieren, sagte Geisel am Mittwoch im Ausschuss für Verfassungsschutz laut einer Twitter-Mitteilung.

Bei der Demonstration mit Tausenden Teilnehmern am 1. August sei zwar die Mehrheit der Teilnehmer nicht verfassungsfeindlich gewesen. Neben zahlreichen Rechtsextremisten seien aber auch sogenannte Reichsbürger und NPD-Vertreter auf die Straße gegangen. Größter Erfolg der Rechtsextremisten sei gewesen, dass es ihnen gegenüber keine nennenswerte Abgrenzung der anderen Demonstranten gegeben habe. «Corona-Demos werden so zu einer Bühne und Kontaktbörse für Rechtsextreme», sagte der SPD-Politiker laut Twitter. (dpa)

+++ 11. August +++

111 weitere Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin ist die Zahl bestätigter Corona-Infektionen auf 9850 gestiegen. Das waren 111 Fälle mehr als am Vortag, wie aus den Zahlen der Senatsverwaltung für Gesundheit vom Dienstagabend hervorgeht. Die Corona-Ampel steht laut den aktuellen Werten bei allen drei Indikatoren nun wieder auf Grün.

Die Reproduktionszahl sank auf 1,09 und damit unter die kritische Schwelle von 1,1. Daher steht die Corona-Ampel bei diesem Kriterium nicht mehr auf Gelb. Der sogenannte R-Wert gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter unter den aktuellen Bedingungen im Durchschnitt ansteckt.

Der überwiegende Teil der Infizierten sei weiblich, hieß es (4994 Fälle). Betroffen waren zudem 4854 Männer. Bei zwei Personen wurde das Geschlecht nicht übermittelt.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden den Angaben zufolge 34 Patienten, 14 von ihnen intensivmedizinisch. Die anderen seien zu Hause in Quarantäne. 224 Menschen starben bislang an dem neuartigen Virus, die meisten im Alter zwischen 80 und 89 Jahren (83 Tote). Nach den Zahlen sind weiterhin keine neuen Todesfälle hinzugekommen.

Neben der Reproduktionszahl weist die Ampel Neuinfektionen und die benötigten Plätze für Covid-19-Patienten auf Intensivstationen aus. Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner beträgt den Angaben zufolge 10,1; also deutlich unter der kritischen Menge von 20 und mehr auf 100 000 Einwohner pro Woche. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,1 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sollen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umgesetzt werden. (dpa)

Mecklenburg-Vorpommern erhöht Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften

In Mecklenburg-Vorpommern gelten künftig höhere Bußgelder bei Verstößen gegen Corona-Vorschriften. Wer sich nicht an die Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr hält, dem drohen künftig 150 Euro statt wie bisher 25 Euro Bußgeld, wie Innenminister Lorenz Caffier (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Schwerin bekanntgab. Bei Verstößen gegen Quarantäne-Anordnungen steigt das Mindest-Bußgeld demnach von 100 auf 500 Euro. (dpa)

Krankenhäuser für steigende Corona-Infektionszahlen gerüstet

Die Krankenhäuser in Brandenburg sind aus Verbandssicht auf einen stärkeren Anstieg von Corona-Virusinfektionen im Land gut vorbereitet. «Es wird nicht mehr die Situation vom März eintreten», sagte Michael Jacob, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte es in den Kliniken vor allem an Schutzausrüstung gefehlt und auch weniger Intensivbetten für Corona-Erkrankte gegeben. Diese seien mittlerweile von rund 500 auf 1000 Betten im Land verdoppelt worden, so Jacob. Auch Schutzausrüstungen hätten die Krankenhäuser ausreichend beschafft und Vorräte angelegt. Bei Engpässen seien Lieferwege nun besser geregelt. Zudem liefen Verhandlungen mit dem Großhandel. «Das Thema Corona ist noch lange nicht vorbei, die Krankenhäuser stehen weiter vor großen Herausforderungen.» (dpa)

Kamelurin und Methanol: Studie untersucht schädliche Corona-Gerüchte

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben Fehlinformationen und Gerüchte in Verbindung mit dem Virus weltweit Hunderte Menschen das Leben gekostet. Tausende weitere mussten wegen der im Internet verbreiteten Falschinformationen im Krankenhaus behandelt werden, ergab eine im "American Journal of Tropical Medicine and Hygiene" veröffentlichte Studie. Neben der Pandemie gebe es auch eine "Infodemie", warnen die beteiligten Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Thailand und Japan. Sie hatten zuvor Daten aus dem Zeitraum zwischen Dezember 2019 und April 2020 zusammengetragen. Die Studie untersucht zudem die Folgen von Corona-Verschwörungstheorien und Stigmatisierungen. (dpa)

Zahl der Corona-Infektionen in Brandenburg leicht gestiegen

In Brandenburg hat sich die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden mit drei neuen Fällen leicht erhöht. Aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark wurden zwei neue Infizierte gemeldet, im Landkreis Dahme-Spreewald gab es einen bestätigten Fall, wie das Gesundheitsministerium (Stand 8.00 Uhr) am Dienstag mitteilte. Damit haben sich seit März insgesamt 3662 Menschen mit dem Virus infiziert. Aktuell werden demnach acht Patienten in Krankenhäusern behandelt, zwei von ihnen intensivmedizinisch beatmet. Landesweit wird die Zahl aktiv erkrankter Menschen auf rund 110 geschätzt. Die Zahl der verstorbenen Corona-Patienten liegt unverändert bei 175. Etwa 3370 Menschen gelten als genesen.

Die Landeshauptstadt Potsdam bleibt mit 674 Infizierten weiter ein Corona-«Hot-Spot» in Brandenburg, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 587 Fällen. Mit 32 Fällen wurden im Landkreis Prignitz die wenigsten Infizierten landesweit gemeldet, gefolgt von Frankfurt (Oder) (36). (dpa)

Curevac plant Tests von Corona-Impfstoff in Brasilien

Auch das deutsche Biotech-Unternehmen Curevac hat vor, in Brasilien einen Corona-Impfstoff zu testen, an dem es forscht. Wie die Infektiologin Sue Ann Clemens, Mitglied des Komitees von Curevac, der Deutschen Presse-Agentur sagte, plant das Unternehmen mit Sitz in Tübingen, im September oder Oktober mit der Studie in dem südamerikanischen Land zu beginnen.

Bisher laufe es bei der ersten, kleineren Testreihe in Deutschland sehr gut, hatte Studienleiter Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin am Montag gesagt. Derzeit gebe es etwa 180 Probanden. Brasilien ist zum Testlabor der Welt geworden. Auch Testreihen der Unternehmen AstraZeneca, Sinovac und Biontech/Pfizer laufen dort bereits. Neben den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als drei Millionen Menschen haben sich nach offiziellen Angaben mit dem Coronavirus infiziert, die tatsächlichen Zahlen dürften noch weit höher liegen, auch weil in dem Land sehr wenig getestet wird. (dpa)

Mehr als 20 Millionen verzeichnete Coronavirus-Infektionen weltweit

Die Zahl der weltweit verzeichneten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus ist über die Schwelle von 20 Millionen gestiegen. Das ergab in der Nacht zum Dienstag eine auf Behördenangaben beruhende Zählung der Nachrichtenagentur AFP. Rund 40 Prozent der insgesamt 20.002.577 Fälle wurden in den USA und Brasilien registriert, den beiden am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern.

In den Vereinigten Staaten wurden bislang etwa fünf Millionen Ansteckungsfälle gezählt, in Brasilien rund drei Millionen. Die Zahl der weltweit verzeichneten Todesfälle durch die Pandemie lag laut der AFP-Zählung in der Nacht zum Dienstag bei 733.842. Davon entfielen 163.282 Fälle auf die USA und 101.752 auf Brasilien. (afp)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: AFP-Zählung auf Basis offizieller Behördenangaben

RKI meldet 966 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 966 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit nähert sich die Zahl wieder der Marke von 1000 Neuinfektionen. Der Wert hatte in der vergangenen Woche bereits am Donnerstag, Freitag und Samstag über der Schwelle von 1000 gelegen – erstmals seit Anfang Mai wieder. Am Sonntag- und Montagmorgen liegen die Meldezahlen oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte nach dem Anstieg der Corona-Neuinfektionen aber klargemacht, dass er derzeit keine kritische Schwelle überschritten sieht: «Im Moment sind wir in jedem Fall noch in einer Größenordnung, mit der das Gesundheitswesen und der öffentliche Gesundheitsdienst umgehen kann», hatte der CDU-Politiker gesagt. «Wenn wir uns jetzt stabilisieren auf einem bestimmten Niveau, dann können wir damit umgehen.» (dpa)

+++ 10. August +++

Berliner Corona-Ampel springt auf Gelb

Die Zahl der Corona-Infektionen in Berlin ist innerhalb eines Tages leicht gestiegen und die Ampel mit Blick auf die Ansteckungsdynamik auf Gelb gesprungen. Zum Montag waren 9739 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert und damit gut 40 mehr als am Vortag, wie die Gesundheitsverwaltung am Abend mitteilte.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden demnach 37 Patienten, 15 von ihnen in der Intensivmedizin. Bisher starben 224 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Das heißt, es gab keinen neuen Todesfall.

Die Reproduktionszahl liegt nun bei 1,27. Die Ampel steht inzwischen bei diesem Indikator auf Gelb. Der Grund: Der sogenannte R-Wert hat damit die kritische Schwelle von 1,1 drei Mal hintereinander erreicht beziehungsweise überschritten. Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter unter den aktuellen Bedingungen im Durchschnitt ansteckt. Wenn der R-Wert drei Mal hintereinander 1,2 erreicht, springt die Ampel auf Rot.

Dagegen zeigen die anderen beiden Indikatoren weiterhin Grün. Neben der Reproduktionszahl weist die Ampel Neuinfektionen und die benötigten Plätze für Covid-19-Patienten auf Intensivstationen aus.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Einwohner beträgt den Angaben zufolge 9,6 - weit unter der kritischen Menge von 20 und mehr auf 100.000 Einwohner pro Woche. Der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen erreicht gegenwärtig 1,1 Prozent; hier begänne der gelbe Bereich bei 15 Prozent aufwärts. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sollen Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umgesetzt werden. (dpa)

Höhere Corona-Zahlen: Regierung ruft zu weiterer Vorsicht auf

Die Bundesregierung hat angesichts zuletzt wieder gestiegener Corona-Infektionszahlen zu weiterer Vorsicht aufgerufen. Es bleibe zentral, dass alle weiterhin die relativ einfachen und bisher besten Instrumente gegen die Pandemie nutzten, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit Blick auf Abstand, Hygiene und Mund-Nasen-Bedeckungen. "Jeder einzelne von uns trägt Verantwortung für sich selbst und für seine Mitmenschen." Es gelte, wachsam zu bleiben, um Erreichtes bei der Corona-Eindämmung nicht leichtfertig aufs Spiel zu setzen.

Mit Blick auf den schrittweise wieder startenden Schulbetrieb sprach Seibert von einer "anspruchsvollen Aufgabe", das Recht auf Bildung mit einem hohen Gesundheitsschutz zu verbinden. Dies sei in jedem Bundesland umzusetzen, wobei neben den Rechten der Schüler auch die der Lehrer und Lehrerinnen zu bedenken seien. Der Regierungssprecher äußerte sich zurückhaltend zum Begriff einer "zweiten Welle" - dies könnten Virologen feststellen und nicht Politiker. (dpa)

Wegen Corona wird das Geld knapp: Zahlungsmoral der Firmen sinkt

Trotz der Corona-Krise sind auch im Mai weniger Firmen in die Pleite gerutscht als ein Jahr zuvor. Doch warnen Experten, dies könne die Ruhe vor dem Sturm sein. Darauf deutet auch eine aktuelle Studie der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hin: Danach scheint bei etlichen Firmen allmählich das Geld knapp zu werden. Jedenfalls werden immer mehr offene Rechnungen nur noch mit Verspätung bezahlt. Das Zahlungsverhalten der Unternehmen sei aktuell so schlecht wie noch nie seit Beginn der Erhebung im Sommer 2015, klagte die Wirtschaftsauskunftei und warnte vor einer Kettenreaktion. Auf den ersten Blick ist die Lage in der deutschen Wirtschaft trotz Pandemie noch erstaunlich gut. Insgesamt verzeichneten die deutschen Amtsgerichte im Mai nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gerade einmal 1504 Firmenpleiten. Das waren 9,9 Prozent weniger als im gleichen Vorjahresmonat. Die meisten Unternehmensinsolvenzen gab es im Handel einschließlich Kfz-Werkstätten mit 247 Fällen. Unternehmen des Baugewerbes stellten 235 Insolvenzanträge. Im Bereich der freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen wurden 168 und im Gastgewerbe 164 Insolvenzanträge gemeldet. Im Schnitt waren die Betriebe allerdings größer als vor einem Jahr, denn die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger lagen mit knapp 3,1 Milliarden Euro deutlich über der Summe des Vorjahresmonats von 2,5 Milliarden Euro. (dpa)

Hort in Potsdam nach Corona-Fall geschlossen - Kinder in Quarantäne

Weil ein Erzieher eines Horts in Potsdam positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen zahlreiche Grundschüler zum Schulstart zu Hause bleiben. Das städtische Gesundheitsamt habe die Eltern der Kinder, die vergangene Woche in dem Hort Kontakt mit dem Erzieher hatten, am Sonntag informiert, bestätigte Stadtsprecherin Juliane Güldner am Montag. Zuerst hatten die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (online) berichtet. Die Zahl der betroffenen Kinder, die nun als Kontaktpersonen ersten Grades in häusliche Quarantäne müssten, sei noch nicht bekannt, sagte Güldner. Der Hort, der sich im Gebäude einer Grundschule in der Potsdamer Innenstadt befindet, sei vom Träger geschlossen worden. (dpa)

Giffey will erneute Schließung von Kitas vermeiden

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey will eine erneute Schließung der Kitas unbedingt vermeiden. «Die komplette Schließung ist das allerletzte Mittel», sagte die SPD-Politikerin am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Dafür müssten jedoch alle nötigen Maßnahmen ergriffen werden. «Hygiene ist das A und O, Lüftungsverhalten ist ganz wichtig.» Zudem solle es möglichst feste Gruppen geben - ist das nicht möglich, sollen die Kitas zumindest sicherstellen, dass das Infektionsgeschehen im Zweifelsfall nachvollzogen werden kann. Auf die Frage nach bundesweiten Regelungen sagte Giffey, dass die Länder durchaus den Wunsch hätten, ihre eigenen Regeln durchzusetzen. Diese Zuständigkeit der Länder müsse man respektieren. «Der Bund begleitet und unterstützt.» Eine Maskenpflicht für Kitas hält Giffey für «nicht praktikabel». (dpa)

Nur eine neue Corona-Infektion in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen hat sich in Brandenburg in den vergangenen 24 Stunden nur um einen Fall im Landkreis Teltow-Fläming erhöht. Damit seien seit März insgesamt 3659 Covid-19-Fälle erfasst worden, teilte das Gesundheitsministerium (Stand 08.00 Uhr) mit. Aktuell würden sieben infizierte Patienten stationär behandelt und davon zwei intensivmedizinisch beatmet. Die Zahl der verstorbenen Corona-Patienten liegt unverändert bei 175. Die Zahl der derzeit erkrankten Personen wird auf etwa 120 geschätzt. Etwa 3370 Menschen gelten als genesen, 10 mehr als am Vortag. (dpa)

436 neue Coronavirus-Fälle in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Montag mit 216.327 angegeben - ein Plus von 436 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 217.288 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9197 Todesfälle und damit einen mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9202 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 197.400. (afp)

Gesundheitsminister beraten über Zuschauerrückkehr in Bundesliga-Stadien

Die Debatte um das Für und Wider einer Zuschauerrückkehr in die Bundesliga-Stadien zur neuen Saison hält an. Das Konzept der Deutschen Fußball Liga für einen erst reduzierten Wiedereinzug der Fans ohne Besetzung der Stehplätze, Alkohol und Gästefans sowie mit personalisierten Tickets hat viel Anerkennung bekommen. Zugleich gibt es angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen weiter Kritik und Zweifel aus Bund, Ländern und Wissenschaft. Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Montag über die geplanten DFL-Maßnahmen beraten.

+++ 9. August +++

Weiterhin knapp 9700 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin

Die Zunahme bestätigter Corona-Infektionen in Berlin innerhalb eines Tages hat sich verlangsamt und betrug am Sonntag zehn, womit es insgesamt 9697 Fälle gibt. Im Krankenhaus werden derzeit 36 Patienten behandelt, 14 von ihnen auf der Intensivstation, womit beide Zahlen etwas zurückgingen. Den neuesten Stand teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Sonntagabend mit. (dpa)

Ruhani: Corona-Notstand in Iran auch noch 2021

Der Corona-Notstand im Iran wird nach Einschätzung von Präsident Hassan Ruhani mindestens bis Januar 2021 dauern. „Wir haben den Notstand nun seit sechs Monaten und müssen uns auf mindestens weitere sechs Monate vorbereiten“, kündigte Ruhani am Sonntag in Teheran an.

Es sei nicht möglich, alle Beschränkungen wieder aufzuheben. „Wir müssen einen Mittelweg zwischen Normalität und Einhaltung der Corona-Vorschriften finden“, schrieb der Präsident auf seiner Webseite. Zugleich rechtfertigte er erneut seine Politik, verschiedene Maßnahmen zu lockern. (dpa)

Altmaier nennt Anstieg der Corona-Neuinfektionen „alarmierend“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den jüngsten Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Deutschland auf über 1000 Fälle pro Tag als „alarmierend“ bezeichnet. „Wir müssen diesen Trend abflachen und umkehren, denn es geht um die Gesundheit aller, die Rückkehr der Kinder in die Schulen und den Aufschwung unserer Wirtschaft“, appellierte der Minister in den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Sonntag. (AFP)

555 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland ist nach mehreren Tagen wieder unter die Schwelle von 1000 Fällen gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 555 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.891 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 9.8., 0.00 Uhr).

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: rki, afp

Mehr als 100.000 Corona-Tote in Brasilien

In Brasilien sind mittlerweile mehr als 100.000 Menschen an einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Infizierten liegt bei mehr als drei Millionen, wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte. Damit ist Brasilien nach den USA das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. (AFP)

+++ 8. August +++

Knapp 9690 bestätigte Corona-Fälle in Berlin

In Berlin gibt es Stand Sonnabendabend 9687 Corona-Infektionen, das sind 48 mehr als am Freitag, am Tag zuvor waren es 97. Aktuell werden in Krankenhäusern 39 Personen isoliert und behandelt, zwei mehr als am Freitag. Der Stand der Todesfälle blieb mit 224 Patienten unverändert.  

Die sogenannten Corona-Ampeln des Senats zeigen weiterhin auf Grün. Der sogenannte R-Wert, der statistisch angibt, wie viele Menschen von einem Infizierten angesteckt werden können, liegt bei 1,1, teilte die Senatsgesundheitsverwaltung mit. Erst wenn er drei Tage in Folge über diesem Wert liegt, springt die Ampel auf Gelb. Der Anteil an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner pro Woche wird mit 8,8 angegeben. Der erste Warnwert ist hier 20. Und der dritte Wert ist der Anteil der für Covid-19-Patienten benötigten Plätze auf Intensivstationen.  Er steht bei 1,2 Prozent, erst ab 15 Prozent wird es kritischer. (BLZ)

Keine Probleme bei den Pflichttests in Tegel und Schönefeld

Die seit Sonnabend geltende Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten hat an vielen deutschen Flughäfen zunächst keine Probleme verursacht. In Berlin verliefen die Tests an den Flughäfen Tegel und Schönefeld sowie auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) nach Angaben der Gesundheitsverwaltung weitgehend reibungslos. Nur vereinzelt entstanden demnach Schlangen vor den Teststellen. Auf dem Busbahnhof am Köln-Bonner Flughafen waren Zelte für die Durchführung der Tests aufgebaut, auch hier verliefen sie weitgehend zügig. Am Flughafen München wurden zwei Teststationen eingerichtet. Zudem wurden für weitere Tests Zelte als Reserve aufgebaut. In Bayern haben die Schulferien erst vor zwei Wochen begonnen, es gibt daher noch nicht so viele Urlaubsrückkehrer.

Am größten deutschen Airport in Frankfurt ließen zahlreiche Rückkehrer am ersten Tag der Testpflicht Abstriche machen. Probleme sehen die Betreiber der Testzentren nicht. „Das ist minimal mehr als in den vergangenen Tagen“, sagte Benedikt Hart, Leiter des vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) betriebenen Testzentrums am Flughafen, der Deutschen Presse-Agentur. „Die Leute haben Verständnis. Es gibt keine verärgerten Passagiere.“ (dpa)

Mehr als 1000 Neuinfektionen am dritten Tag in Folge

Die Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland liegt den dritten Tag in Folge über der Schwelle von 1000 neuen Fällen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 1122 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 215.336 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 8.8., 0.00 Uhr).

Im Vergleich zum Freitag, an dem 1147 neue Fälle binnen 24 Stunden gemeldet wurden, ging die Zahl am Sonnabend etwas zurück. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000 gelegen. Sie war zuletzt am 9. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. (dpa)

Gäste der Neuen Odessa Bar in Mitte vom 30. Juli gesucht

In Berlin werden erneut öffentlich Bar-Besucher gesucht, die sich möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert haben. In einer Bar in Mitte habe sich in der Nacht auf den 30. Juli eine Person aufgehalten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte das Bezirksamt Mitte am Freitagabend mit. „Wir bitten deshalb alle Gäste, die sich (in jener Nacht) zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens in der Neuen Odessa Bar in Berlin Mitte aufgehalten haben, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen“, teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit.

Es ist der dritte Fall dieser Art in Berlin: Auch Besucher einer Neuköllner Bar sowie einer weiteren Bar in Mitte waren wegen Corona-Fällen öffentlich gesucht worden. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der anderen Bar in Mitte mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. In der Kneipe in Neukölln hatten sich zahlreiche Gäste infiziert.

Der Berliner Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte jüngst kritisiert, dass zu viele Restaurants und Kneipen keine Corona-Listen mit den Kontaktdaten ihrer Gäste führten. Zudem gebe es viele Gäste, die sich weigerten, die Listen auszufüllen oder falsche Angaben machten. Der Verband appellierte an beide Seiten, sich an die Vorschriften zu halten. Es sei fatal, wenn nun die Infektionszahlen wieder steigen sollten.

+++ 7. August +++

Corona-Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten startet

Für Urlauber aus internationalen Risikogebieten greift am Sonnabend eine Testpflicht auf das Coronavirus bei der Heimkehr nach Deutschland. In Berlin sind dafür schon Mitte vergangener Woche Teststellen an den beiden Flughäfen und dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eingerichtet worden. Wer nicht schon ein negatives Test-Ergebnis von kurz vor der Abreise dabei hat, muss sich nach der Einreise testen lassen.

Bis zu drei Tage haben die Rückkehrer nach der Ankunft Zeit, um sich kostenfrei testen zu lassen, wie eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorsieht. Die Tests sollen direkt an den Flughäfen zu machen sein, aber auch in Testzentren oder Arztpraxen in Städten. Freiwillig können sich schon seit vergangenem Samstag alle Einreisenden kostenlos testen lassen.

An den Berliner Flughäfen rechnen die Betreiber mit rund 2000 Passagieren täglich, die die neue Pflicht betreffen wird. An beiden Standorten wird die jeweilige Teststelle von der Charité betrieben. In Schönefeld ist sie bereits vom Terminal L ins Terminal M umgezogen und hat dort nun deutlich mehr Platz. Am Flughafen Tegel soll ab kommender Woche eine größere Fläche im Terminal D bereitstehen.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor - aktuell stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind derzeit Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra auf der Liste. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. (dpa)

London führt Quarantänepflicht für Reisende aus Belgien wieder ein

Die britische Regierung hat für Reisende aus Belgien wieder eine Pflicht zur zweiwöchigen Selbstisolation verhängt. Das teilte das britische Außenministerium am Freitag mit. Die Regelung gilt von Samstag an in allen Teilen Großbritanniens. Grund dafür ist eine gestiegene Zahl von Infektionen in dem Benelux-Staat. Für Luxemburg und Spanien war die Quarantänepflicht bereits Ende Juli wieder eingeführt worden. Spekuliert wurde, dass sie auch demnächst für Reisende aus Frankreich wieder gelten könnte. Das dürfte britische Urlauber besonders hart treffen, die Schätzungen zufolge zu Hunderttausenden in das Nachbarland gereist sind. (dpa)

Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Berlin weiter gestiegen

In Berlin geht die Zahl der registrierten Corona-Infektionen weiter nach oben. Am Freitagabend meldete die Senatsverwaltung für Gesundheit 9639 bestätigte Fälle. Das war ein Anstieg von 97 Neu-Infektionen gegenüber den am Donnerstag gemeldeten Fällen.

Laut Mitteilung sind 4746 Infizierte männlich und 4892 weiblich. Bei einer Person sei das Geschlecht nicht übermittelt worden. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 37 Menschen, davon 16 intensivmedizinisch. Die anderen seien zu Hause isoliert.

Bislang sind laut Verwaltung 224 Patienten an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Neue Todesfälle kamen demnach nicht hinzu. In der Altersgruppe von 80 bis 89 Jahren starben die meisten - es waren 83 Menschen. Im Alter von 70 bis 79 Jahren starben 62 Patienten. 39 der Gestorbenen waren älter als 90 Jahre.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, blieb die Ampel auf Grün. Der Senat will Gegenmaßnahmen umsetzen, sobald zwei der drei Ampeln auf Rot springen sollten. (dpa)

Maskenpflicht im ÖPNV: Auch Schüler ohne Maske müssen Bußgeld zahlen

Auch Schülerinnen und Schüler müssen im Zweifelsfall zahlen, wenn sie im Bus oder in der U-Bahn keine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Am Montag startet in Berlin das neue Schuljahr. Anders als vor den Ferien kontrollieren inzwischen auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die Einhaltung der Maskenpflicht. „Sie gilt für alle Fahrgäste ab sechs Jahren“, sagte BVG-Sprecher Jannes Schwentu am Freitag. Der Sicherheitsdienst der BVG weise Fahrgäste ohne Maske auf ihren Fehler hin, sagte Schwentu, auch Schülerinnen und Schüler.

Im Zweifelsfall wird eine Vertragsstrafe von 50 Euro fällig. Bisher sei das 270 Mal passiert. Die BVG hat am 7. Juli mit den Kontrollen der Maskenpflicht begonnen. Bereits länger droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro, das der rot-rot-grüne Senat für diejenigen, die in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Masken tragen, beschlossen hat. Dafür ist allerdings nicht die BVG, sondern zum Beispiel die Polizei zuständig.

Mit Ende des Ferienfahrplans am Montag setzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) Schwentu zufolge wieder mehr Busse und Bahnen ein. Das gelte besonders für den Morgen, wenn viele junge Berlinerinnen und Berliner zur Schule müssen. Laut Schwentu liegen die Fahrgastzahlen aktuell bei etwa 75 Prozent des Vergleichszeitraums im Vorjahr. Viele Arbeitnehmer seien noch im Homeoffice und es gebe deutlich weniger Touristen in Berlin als sonst im Sommer. (dpa)

Gewerkschaft fordert bessere Vorbereitung für Schulen

Die Schulen in Brandenburg müssen nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit mehr Tests und mehr Personal besser auf einen möglichen Anstieg von Corona-Infektionen im Herbst vorbereitet werden. „Wir werden relativ schnell merken, dass im Oktober/November, wenn die Grippewelle in die Schulen zusätzlich kommt, wir vor Fragen stehen werden, wie wir den Schulbetrieb aufrechterhalten“, sagte der GEW-Landesvorsitzende Günther Fuchs am Freitag in Potsdam. Er zeigte sich trotz der Rekordzahl von 1544 unbefristet neu eingestellten Lehrkräften für das neue Schuljahr mit Blick auf die Personallage skeptisch.

Wenn viele Lehrer mit höherem Erkrankungsrisiko ausfielen, sei der Präsenzuntericht „nicht mehr zu gewährleisten“, warnte der GEW-Landeschef. Außerdem sei der Anteil der Seiteneinsteiger hoch. Fuchs warb für mehr Corona-Tests für Lehrer, die sich innerhalb von drei Monaten 14-tägig testen lassen können - aber auch für Schüler, für die Stichproben bei bis zu einem Prozent geplant sind. „Die systematischen Stichproben müssen ausgeweitet werden.“

Am Montag sollen die Schulen nach den Sommerferien wieder im regulären Betrieb starten - aber mit Maskenpflicht in Fluren, Treppenhäusern und Mensen. Die Gewerkschaft dringt auf mehr Aufklärung. (dpa)

Coronavirus: Litauens Präsident geht vorsorglich in Selbstisolation

Litauens Staatspräsident Gitanas Nauseda hat sich vorsorglich in Selbstisolation begeben, nachdem ein Mitarbeiter der Präsidialkanzlei möglicherweise Kontakt mit einem Corona-Infizierten gehabt hatte. Das Staatsoberhaupt des baltischen EU-Landes und der Mitarbeiterstab würden vorerst in Quarantäne bleiben, bis die notwendigen Untersuchungen abgeschlossen seien, sagte Nausedas Sprecher am Freitag in Vilnius der Nachrichtenagentur BNS.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 2194 bestätigte Infektionen und 81 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. (dpa)

Mehr Mitarbeiter für Corona-Tests am Flughafen Schönefeld

Am Flughafen Schönefeld werden zum Ferienende der Länder Brandenburg und Berlin zusätzliche Mitarbeiter für die Corona-Teststelle eingesetzt. Das teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam am Freitag mit. Zum Start der Testpflicht sei am letzten Ferienwochenende mit einer deutlich höheren Nachfrage an Corona-Tests am Flughafen zu rechnen, hieß es.

Bereits seit Donnerstag steht den Angaben zufolge am Flughafen für Passagiere aus Risikogebieten mehr Platz für Tests auf das Coronavirus zur Verfügung. Die Teststelle ist demnach vom Terminal L ins Terminal M umgezogen. Dort führten Mitarbeiter täglich zwischen 8 und 21 Uhr Tests auf das Coronavirus durch.

Von diesem Samstag (8.8.) an sind dann nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums Tests für Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend. Solange kein negatives Testergebnis vorliege, müssten sich Einreisende aus Risikogebieten in Quarantäne begeben. Fällt der Test positiv aus, ist in jedem Fall eine zweiwöchige Quarantäne notwendig.

Auch die Landeshauptstadt Potsdam reagiert auf die Verordnung für Reiserückkehrende aus Risikogebieten und öffnet zum Wochenende eine Abstrichstelle. Nach Informationen des Gesundheitsamtes ist die Stelle in der Jägerallee 2-6 am Samstag und Sonntag jeweils von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr für Tests geöffnet.

Welche Länder als Risikogebiete gelten, geht aus einer Liste des Robert-Koch-Instituts hervor - derzeit stehen darauf etwa 130 Staaten von Ägypten über Russland bis zu den USA. Aus der EU sind Luxemburg, die belgische Provinz Antwerpen und die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra darunter. (dpa)

Französische Regierung ruft zu Einhaltung der Maskenpflicht auch bei Hitze auf

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran hat an die Bevölkerung appelliert, die Corona-Schutzmaßnahmen trotz der derzeitigen Hitzewelle weiter einzuhalten. „Frankreich bleibt standhaft, die Franzosen müssen standhaft bleiben“, sagte er am Freitag insbesondere mit Blick auf die Maskenpflicht. „Das mutmaßliche Risiko einer Übertragung durch Aerosole rechtfertigt den Einsatz aller möglichen Mittel zur Bekämpfung des Virus.“

In Frankreich gilt für alle öffentlich zugänglichen Räume eine Maskenpflicht. Dutzende Städte schreiben einen Mund-Nasen-Schutz auch im Freien vor, unter anderem Nizza und Biarritz.

Für neun der 101 Départements wurde am Freitag wegen der Hitze die Alarmstufe Rot ausgerufen, betroffen ist auch der Großraum Paris. Für 53 weitere Départements gilt die Stufe Orange.

Die Behörden warnten vor einem „Risiko der Übersterblichkeit“ im Zusammenhang mit der Ozonbelastung und der Corona-Pandemie. Es ist erst das dritte Mal, dass die Alarmstufe Rot verhängt wurde - zwei Mal war sie im Sommer 2019 ausgerufen worden. Die Behörden rechnen damit, dass die Hitzewelle mit Temperaturen um die 40 Grad noch bis mindestens Dienstag andauert. (AFP)

Japan verzeichnet Höchstwert an neuen Coronainfektionen

Japan hat erneut so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Am Freitag registrierten die Behörden 1597 Neuansteckungen, wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo News unter Berufung auf die Präfekturen des Landes meldete.

Der bisherige Rekordwert wurde demnach am 31. Juli erfasst und lag bei 1578 Neuinfektionen. In Japan haben sich Kyodo News zufolge bislang 46 540 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 1056 Menschen starben demnach in Verbindung mit dem Virus. Japan hat rund 127 Millionen Einwohner.

Die Präfekturen Osaka und Okinawa verzeichneten am Freitag mit 255 und 100 Fällen ihre jeweils höchsten Tageszahlen. Die Zahl der registrierten Neuinfizierten in Tokio war nach der Aufhebung des landesweiten Notstandes am 25. Mai wieder gestiegen. Am Freitag waren es 462, der höchste Anstieg binnen sechs Tagen. Japan hatte aufgrund der geringen Zahlen gemeldeter Neuinfektionen den Notstand aufgehoben. (dpa)

Deutschland lässt Partner ohne Trauschein einreisen

Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen. Das teilte das Innenministerium am Freitag in Berlin mit. Ressortchef Horst Seehofer (CSU) war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil betroffene Paare bereits wochenlang eine Aufhebung der Reisebeschränkungen gefordert hatten. Viele von ihnen konnten sich aufgrund der Corona-Maßnahmen seit Monaten nicht mehr persönlich treffen.

Voraussetzung für die jetzt beschlossenen Einreiseerleichterungen ist nach Angaben des Ministeriums allerdings eine auf Dauer angelegte Partnerschaft. Diese soll etwa durch einen vorherigen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland oder durch ein vorheriges persönliches Treffen in Deutschland nachgewiesen werden. (dpa)

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat erneut so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 809 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Donnerstag erfasst, er lag bei 726 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 50 324 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1787 Menschen starben demnach mit dem Virus. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Gesundheitsminister Lukasz Szumowski kündigte verstärkte Kontrollen in Urlaubsorten an, um die Schutzmaßnahmen besser durchzusetzen. Auch Urlauber seien nicht von der Maskenpflicht in Geschäften befreit und müssten die Abstandsregeln in Restaurants und Kneipen beachten. (dpa)

Nach Corona-Alarm: Gäste verlassen Kreuzfahrtschiff in Hamburg

Das norwegische Kreuzfahrtschiff "Fridtjof Nansen" hat wie geplant am Freitagmorgen im Hamburger Hafen angelegt. "Es sind alle Crewmitglieder und 168 Gäste auf Covid-19 getestet worden, und alle Tests kamen negativ zurück. Deswegen konnten alle Gäste das Schiff verlassen", sagte ein Sprecher der Reederei Hurtigruten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Während der Reise hatten vier Crewmitglieder leichte Erkältungssymptome gezeigt. Drei Reisende hatten den Test abgelehnt, sie würden sich nun in Selbst-Quarantäne begeben.

Nach der Corona-Entwarnung war bereits am Donnerstag mitgeteilt worden, dass die Passagiere der "Fridtjof Nansen" am Freitag regulär in Hamburg von Bord gehen. Nach der Ausschiffung werde das Schiff ohne Gäste wieder zurück nach Norwegen fahren, hieß es. Auch das 18-köpfige deutsche Expeditionsteam werde von Bord gehen. (dpa)

Forscher befürchten fast 300.000 Corona-Tote in den USA bis Dezember

Bis Dezember könnten nach einem weithin beachteten Modell in den USA insgesamt fast 300.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus sterben. Das wären rund 140.000 Tote mehr als derzeit. Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 228.000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle am Donnerstag.

Das Modell des Instituts befürchtet nun bis 1. Dezember 295.000 Tote. Vor der jüngsten starken Zunahme der Neuinfektionen in den USA hatte das Modell bis 1. November noch mit rund 230.000 Toten gerechnet.

"Wir erleben in den Vereinigten Staaten eine Achterbahnfahrt", erklärte Institutsdirektor Christopher Murray. Sobald die Infektionen in einem Gebiet dramatisch ansteigen, tragen die Menschen Masken und befolgen die nötigen Vorsichtsmaßnahmen, sobald sich die Situation entspanne, verflüchtige sich aber auch die Vorsicht wieder, wie Murray kritisierte. "Das führt natürlich zu mehr Infektionen. Und der womöglich tödliche Kreislauf beginnt wieder von vorne", sagte er. (dpa)

CDU-Wirtschaftsrat fordert Verbot von Reisen in Risikogebiete 

Der CDU-Wirtschaftsrat hat ein Verbot von Reisen in Corona-Risikogebiete gefordert. Das „Reiserecht“ könne nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ein erneuter Lockdown drohen könnte, sagte der Generalsekretär des Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger, der „Bild-Zeitung (Freitagsausgabe). Deshalb müssten Reisen in Risikogebiete “konsequenterweise" untersagt werden.

Einen erneuten Lockdown mit Betriebs- und Schulschließungen werde sich Deutschland „nur unter erheblichsten Schwierigkeiten nochmal leisten können“, warnte Steiger. Dies müsse allen klar sein. Deshalb erwarte er von der Politik „mehr vorausschauendes Handeln“. (AFP)

Pflicht-Tests für Reiserückkehrer: Rufe nach schärferen Maßnahmen

Nach der Ankündigung verpflichtender Corona-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten werden Rufe nach schärferen Maßnahmen im Kampf gegen das Virus laut. Eine zweite Corona-Welle müsse unbedingt verhindert werden, hieß es zur Begründung. Der CDU-Wirtschaftsrat forderte ein generelles Reiseverbot für Corona-Hotspots. "Reisen in Risikogebiete müssten konsequenterweise auch untersagt werden", sagte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des CDU-nahen Verbands, der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Das Reiserecht kann nicht höher bewertet werden als die Rechte von Millionen Deutschen, denen ansonsten ein erneuter Lockdown droht."

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Mongomery, forderte eine generelle Quarantäne. Tests seien nur "eine Momentaufnahme". Deshalb sollte alle Reiserückkehrer aus Risikogebieten in Quarantäne gehen. "Eine Woche bis zehn Tage. Ein negativer Test kann nicht vor der Quarantäne schützen", sagte Montgomery der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Um eine Infektion sicher auszuschließen, sei ein zweiter Test nach mindestens 72 Stunden notwendig. (dpa)

Ausflügler dürfen am Sommerwochenende nicht auf alle Inseln

Zum anstehenden sommerlichen Wochenende sind Tagesausflügler auf fast allen Ostfriesischen Inseln willkommen - mit Ausnahme von Langeoog. Dorthin dürfen wegen der Corona-Pandemie weiterhin samstags und sonntags keine Tagesgäste reisen, an den übrigen Tagen nur maximal 600. „Wir werden aber aufstocken auf 800, weil es so gut läuft“, kündigte Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn (parteilos) an. Voraussichtlich Anfang nächster Woche soll dann auch die Wochenendsperre für Tagesgäste gekippt werden - 300 bis 400 seien dann denkbar. Auf der Insel verteilten sich Urlauber, Ausflügler und Bewohner ohnehin gut, sagte Horn. „Uns geht es um die Entzerrung auf der Fähre.“ (dpa)

Auch bei anderen Fähren etwa nach Spiekeroog oder Borkum gibt es Reglementierungen. Die AG Ems fährt weiterhin nur mit maximal 75 Prozent Auslastung nach Borkum, wie eine Sprecherin der Reederei erklärte. Bei hoher Nachfrage gibt es aber Zusatzfahrten. (dpa)

Niederländischer Premier Rutte warnt vor zweitem Lockdown - Cafés nur mit Reservierung

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte hat vor einem zweiten Lockdown gewarnt und Bürger dringend ermahnt, die Corona-Regeln einzuhalten. Touristen warnte er, belebte Plätze in Amsterdam zu meiden. Die Gefahr der Verbreitung des Corona-Virus sei groß, warnte Rutte am Donnerstagabend in Den Haag. In den Niederlanden sind die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen sehr schnell angestiegen.

Die Niederlande verschärfen die Auflagen für Restaurants und Cafés. Ab sofort gilt erneut die Reservierungspflicht für Gäste. Sie müssen außerdem ihre Kontaktdaten hinterlassen. Reisende aus Risikogebieten sollen künftig schärfer auf Einhaltung der Quarantäne-Pflicht kontrolliert werden.

"Wir müssen einen zweiten Lockdown verhindern, das geht nur gemeinsam", mahnte der Premier. Gezielt richtete sich der Premier an junge Leute. Haltet euch an die Regeln, sonst sitzen wir alle bald wieder zu Hause fest." Viele junge Leute verhielten sich verantwortungslos. Rutte hatte wegen der schnell steigenden Corona-Infektionen seinen Urlaub vorzeitig abgebrochen. (dpa)

Steigende Corona-Zahlen - Dänemark belässt Versammlungsbeschränkung

Die dänische Regierung sieht wegen der erneut steigenden Coronavirus-Infektionszahlen im Land von der geplanten Lockerung der geltenden Versammlungsbeschränkungen ab. Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bestimmter Veranstaltungen wird anders als angedacht doch nicht zum Samstag hin von 100 auf 200 angehoben, wie das dänische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

"Die Epidemie nimmt weltweit und an mehreren Orten Europas zu, und in der jüngsten Zeit haben wir einen Anstieg der Zahl der Dänen gesehen, die mit dem Coronavirus infiziert sind", erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Es sei entscheidend, dass Dänemark seine gute Position behalte, in der die Epidemie unter Kontrolle sei. Deshalb sei es aus Sicht der Regierung nicht richtig, zu diesem Zeitpunkt die Versammlungsbeschränkung von 100 auf 200 Teilnehmer anzuheben. (dpa)

USA schwächen Reisewarnung für Europa ab

Nach fast fünf Monaten hat die US-Regierung ihre wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger wieder aufgehoben. Nun würden für jedes Land wieder individuelle Bewertungen bekanntgegeben, erklärte das US-Außenministerium am Donnerstag. Derzeit verbessere sich die Gesundheitslage in manchen Staaten nachhaltig, während sie sich in anderen Ländern verschlechtere. Spezifische Warnhinweise für jedes Land würden US-Bürgern daher bei der Reiseplanung helfen, hieß es.

Das Ministerium bewertet Reiseziele auf einer Skala von eins bis vier. Die höchste Stufe entspricht einer Reisewarnung und galt seit 19. März weltweit. Nun stehen unter anderem alle 27 EU-Staaten, das Vereinigte Königreich, die Schweiz und die Türkei auf Stufe drei des Warnsystems. Das bedeutet, US-Bürger sind dazu aufgerufen, ihre Reisepläne zu überdenken. Weiterhin auf der höchsten Stufe vier sind unter anderem Russland, Indien, Afghanistan und Argentinien. In diesen Fällen werden die Reisewarnungen zum Teil mit dem Niveau der Corona-Infektionen begründet, zum Teil mit Sicherheitsgründen. (dpa)

Inzwischen mehr als eine Million verzeichnete Corona-Fälle in Afrika 

In Afrika gibt es inzwischen mehr als eine Million verzeichnete Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Bis Donnerstagabend (MESZ) wurden auf dem Kontinent insgesamt 1.000.054 Ansteckungsfälle gezählt, wie eine auf Behördenangaben beruhende Statistik der Nachrichtenagentur AFP ergab. Dennoch ist Afrika weiterhin deutlich weniger von der Pandemie betroffen als andere Kontinente. Nur in Ozeanien gibt es weniger erfasste Infektionsfälle.

Die am schlimmsten von der Pandemie heimgesuchten Länder des afrikanischen Kontinents sind Südafrika, Ägypten und Nigeria. In Südafrika sind mehr als die Hälfte aller auf dem Kontinent verzeichneten Ansteckungsfälle aufgetreten. In dem Land gab es bis Donnerstagabend rund 538.000 Infektionen und etwa 9600 Todesopfer. In der weltweiten Statistik der Infektionsfälle liegt Südafrika an fünfter Stelle hinter den USA, Brasilien, Indien und Russland.

In Ägypten wurden bis Donnerstagabend rund 95.000 Ansteckungs- und 4630 Todesfälle gezählt, in Nigeria fast 45.000 Infektionen und 927 Todesopfer.

Weltweit wurden laut der AFP-Statistik inzwischen insgesamt mehr als 19 Millionen Ansteckungsfälle registriert. Insgesamt rund 712.300 Todesopfer der Pandemie wurden demnach von den Behörden rund um den Globus gezählt. Die am stärksten betroffene Weltregion sind Lateinamerika und die Karibik mit knapp 5,3 Millionen verzeichneten Infektionen und fast 212.000 gezählten Verstorbenen. (AFP)

Chinas Außenhandel legt trotz Corona-Krise weiter zu 

Pandemie sind Chinas Exporte im vergangenen Monat unerwartet stark gestiegen. Die Ausfuhren der zweitgrößten Volkswirtschaft legten im Juli im Vorjahresvergleich um 7,2 Prozent zu, wie die Pekinger Zollverwaltung am Freitag berichtete. Leicht schwächer fielen dagegen die Importe aus, die um 1,4 Prozent schrumpften. Unterm Strich legte der Außenhandel damit um 3,4 Prozent auf einen Wert von rund 413 Milliarden US-Dollar zu. Zwar laufen die Geschäfte wieder an, seit Januar gerechnet muss China aber noch immer ein Minus beim Außenhandel von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. (dpa)

Erneut mehr als 1000 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1147 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 214 214 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 7.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland hat damit den höchsten Wert seit Anfang Mai erreicht. Bereits am Donnerstag lagen die Neuinfektionen mit 1045 Corona-Fällen erstmals wieder über der Schwelle von 1000. Sie war zuletzt am 7. Mai überschritten worden. Danach war die Zahl in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigen die Werte wieder. Der Höhepunkt bei den neuen Ansteckungen wurde Anfang April mit mehr als 6000 erreicht.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9183. Bis Freitagmorgen hatten 195 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.
Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 6.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,99 (Vortag: 0,9). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 6.8., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 0,97). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

+++ 6. August +++

Britische Regierung kauft 50 Millionen ungeeigneter Schutzmasken

Die Pannenserie der britischen Regierung im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie reißt nicht ab. Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat das Gesundheitsministerium in London 50 Millionen Stück Schutzmasken gekauft, die nicht für den Gebrauch in Krankenhäusern tauglich sind. Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Die Nichtregierungsorganisation Good Law Project wirft der Regierung in dem Verfahren vor, beim Kauf von Schutzausrüstung in der Pandemie gegen Wettbewerbsregeln verstoßen zu haben. In einem Schreiben gestehen die Anwälte der Regierung ein, dass 50 Millionen Schutzmasken nicht für den Gebrauch im Nationalen Gesundheitsdienst NHS geeignet sind, weil sie mit Gummibändern an den Ohren anstatt hinter dem Kopf befestigt werden. Damit sei nicht gewährleistet, dass die Masken eng genug anliegen, so die Begründung.

Nach Schätzung des Good Law Project wurden für die Masken zwischen 156 und 177 Millionen Pfund (umgerechnet rund 173 bis 196 Millionen Euro ausgegeben). Was mit den Masken nun geschehen soll, war zunächst unklar. Hinzu kommt, dass der Kauf von einem Regierungsberater eingefädelt wurde, der laut BBC gleichzeitig für die beauftragte Firma tätig war.

Premierminister Boris Johnson sagte der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge, er sei „sehr enttäuscht“ dass sich Lieferungen von Schutzmaterial als nicht geeignet herausstellten. Er verwies jedoch darauf, dass Großbritannien Milliarden von Schutzmaterialien beschafft habe und nun vermehrt auch im eigenen Land herstelle. (dpa)

Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Berlin steigt um 53

In Berlin ist die Zahl der registrierten Corona-Infektionen weiter gestiegen - aber viel weniger stark als noch am Tag davor. Am Donnerstag gab es 53 bestätigte Corona-Neuinfektionen und damit bislang 9542 Fälle. Am Mittwoch war die Zahl noch um 91 gestiegen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 38 Menschen - 9 weniger als noch am Mittwoch, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag mitteilte. Von ihnen werden 16 intensivmedizinisch behandelt. Alle anderen Personen seien häuslich isoliert. Die Zahl der Todesfälle stieg nicht. Der Senatsverwaltung zufolge sind in Berlin 224 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben. Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, blieb die Ampel auf Grün. Dazu zählt der Reproduktionswert R, der am Donnerstag erneut gesunken ist und aktuell bei 0,76 liegt (Vortag 1,01). Er gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter jeweils ansteckt. Übersteigt der Wert öfter als drei Mal 1,2, zeigt sie Rot. (dpa)

USA heben weltweite Reisewarnung wegen Corona wieder auf

Die USA haben ihre wegen der Coronavirus-Pandemie ausgerufene weltweite Reisewarnung wieder aufgehoben. Das US-Außenministerium kündigte am Donnerstag an, fortan wieder Reisehinweise und Reisewarnungen zu einzelnen Ländern zu veröffentlichen. Während sich die Lage in einigen Ländern verbessere, könne sie sich in anderen jederzeit wieder verschlechtern. Grundsätzlich sollten US-Bürger bei Auslandsreisen wegen des "unvorhersehbaren Charakters der Pandemie" Vorsicht walten lassen. Das US-Außenministerium hatte Mitte März wegen der Coronavirus-Krise eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Die Regierung riet US-Bürgern damals von Auslandsreisen dringend ab und rief US-Bürger im Ausland auf, wenn möglich umgehend in die USA zurückzukehren. Das Außenministerium warnt zudem, US-Botschaften und Konsulate hätten womöglich nur begrenzte Kapazitäten, um US-Bürgern zu helfen. (AFP)

Norwegen führt erneut Reisebeschränkungen für mehrere europäische Länder ein

Norwegen hat erneut Reisebeschränkungen für Frankreich und mehrere andere europäische Länder wegen steigender Infektionszahlen mit dem neuartigen Coronavirus eingeführt. Reisende aus diesen Ländern müssen ab Freitag nach ihrer Einreise in Norwegen für zehn Tage in Quarantäne, wie das norwegische Außenministerium am Donnerstag mitteilte.

Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums auch die Schweiz, Monaco, Tschechien und zwei Regionen in Schweden, wo in den vergangenen zwei Wochen mehr als 20 neue Fälle pro 100.000 Einwohnern registriert wurden.

Norwegen, das lange zu den Ländern mit den schärfsten Corona-Reisebeschränkungen in Europa zählte, hatte erst am 15. Juli seine Regeln gelockert und Reisen in die meisten anderen europäischen Länder wieder erlaubt.

Österreich kündigte unterdessen eine Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus Spanien an. Sie müssen ab Montag entweder einen negativen Corona-Test vorlegen oder für 14 Tage in Quarantäne, wie das Außenministerium in Wien mitteilte. Die Regelung gilt für das gesamte spanische Festland, ausgenommen sind lediglich Rückkehrer von den Balearen und den Kanaren. (AFP)

Trump hofft auf Corona-Impfstoff bis zur US-Wahl im November

US-Präsident Donald Trump rechnet noch in diesem Jahr mit einem wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus. „Noch vor Ende des Jahres, es könnte deutlich früher sein“, sagte Trump am Donnerstag in einem Interview des Radiosenders WTAM. In „manchen Fällen“ könnte ein Impfstoff sogar schon zur Zeit der Präsidentenwahl am 3. November verfügbar sein, sagte Trump weiter. Experten halten diesen Zeitplan allerdings für übermäßig optimistisch.

Normalerweise dauert die Entwicklung eines neuen Impfstoffs mehrere Jahre. Trump hofft jedoch angesichts der derzeit enormen Anstrengungen und Finanzmittel für die Impfstoffforschung auf einen wesentlichen rascheren Durchbruch. Gesundheitsexperten der Regierung wie der renommierte Immunologe Anthony Fauci haben sich vorsichtig optimistisch gezeigt, dass es zum Jahresende oder im ersten Halbjahr 2021 einen wirksamen Impfstoff gegen das Coronavirus geben könne.

Weltweit gibt es derzeit zahlreiche Impfstoff-Kandidaten in verschiedenen Entwicklungsstadien. Für erste experimentelle Impfstoffe beginnen bereits große klinische Tests mit bis zu 30.000 Probanden zur Prüfung ihrer Wirksamkeit. Nach Abschluss solcher Tests müssen die Ergebnisse ausgewertet, veröffentlicht und unabhängig geprüft werden. Die zuständigen Arzneimittelbehörden müssen den Impfstoff dann noch zulassen, bevor er eingesetzt werden kann. (dpa)

Gouverneur von Ohio mit positivem Coronavirus-Test vor Trump-Besuch

Kurz vor einem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Ohio ist der Gouverneur des Bundesstaates, Mike DeWine, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Republikaner am Donnerstag nur wenige Stunden vor einem geplanten Treffen mit Trump über Twitter mit. DeWine hätte Trump, der in Ohio unter anderem ein Unternehmen besucht, auf dem Flughafen in Cleveland begrüßen sollen.

Der vorgeschriebene Test vor einem Kontakt mit dem Präsidenten habe das positive Ergebnis gebracht, erklärte DeWine. Nach eigenen Angaben hat der 73-Jährige keine Symptome und will sich den Regeln entsprechend für die kommenden 14 Tage bei sich zu Hause in Quarantäne begeben. «Wir wollen ihm das Allerbeste wünschen», sagte Trump nach seiner Ankunft in Cleveland.

DeWine ist der zweite US-Gouverneur mit einem positiven Corona-Test. Im Juli hatte sich der Regierungschef von Oklahoma, Kevin Stitt, mit dem Virus infiziert. Auch er ist Republikaner. Gelegentlich kommt es auch zu falschen Testergebnissen. (dpa)

Steigende Corona-Zahlen: Dänemark belässt Versammlungsbeschränkung

Die dänische Regierung sieht wegen der erneut steigenden Coronavirus-Infektionszahlen im Land von der geplanten Lockerung der geltenden Versammlungsbeschränkungen ab. Die maximal erlaubte Teilnehmerzahl bestimmter Veranstaltungen wird anders als angedacht doch nicht zum Samstag hin von 100 auf 200 angehoben, wie das dänische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

„Die Epidemie nimmt weltweit und an mehreren Orten Europas zu, und in der jüngsten Zeit haben wir einen Anstieg der Zahl der Dänen gesehen, die mit dem Coronavirus infiziert sind“, erklärte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Es sei entscheidend, dass Dänemark seine gute Position behalte, in der die Epidemie unter Kontrolle sei. Deshalb sei es aus Sicht der Regierung nicht richtig, zu diesem Zeitpunkt die Versammlungsbeschränkung von 100 auf 200 Teilnehmer anzuheben.

Die regierenden Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und die weiteren dänischen Parlamentsparteien hatten vereinbart, die Teilnehmerzahl für Versammlungen schrittweise über den Sommer zu lockern. Zuletzt war sie am 8. Juli von 50 auf maximal 100 Teilnehmer geändert worden. Für Veranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten wie etwa Ligaspiele der obersten dänischen Fußballliga gelten Ausnahmen, so dass beim Profifußball zuletzt einige Tausend Zuschauer in den Stadien dabei sein konnten.

Dänemark hatte im März früh und strikt auf die ersten Corona-Infektionen reagiert. Die Zahlen nahmen darauf rapide ab, die ergriffenen Maßnahmen wurden nach und nach gelockert. Durch vereinzelte Ausbruchsherde unter anderem in Aarhus und in einem Schlachtbetrieb in Ringsted nimmt die Zahl der Neuinfektionen seit kurzem aber wieder zu. (dpa)

Corona-Entwarnung auf Kreuzfahrtschiff in Norwegen

Die Sorgen vor einem Coronavirus-Ausbruch auf einem weiteren Kreuzfahrtschiff in Norwegen haben sich nicht bestätigt. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder auf der «SeaDream 1» seien negativ auf das Virus getestet worden, teilte das Unternehmen SeaDream Yacht Club am späten Mittwochabend mit.

Das Schiff mit insgesamt mehr als 160 Menschen an Bord war zuvor im Hafen der Stadt Bodø vor Anker gegangen, weil ein Passagier einer vorherigen Kreuzfahrt auf der „SeaDream 1“ nach der Heimkehr nach Dänemark positiv auf das Virus getestet worden war. Das Schiff darf nun weiterfahren, wie die Gemeinde Bodø am Donnerstag mitteilte.

Norwegen ist derzeit wieder vorsichtiger in Sachen Corona geworden, weil die Infektionszahlen in dem skandinavischen Land nach Angaben des nationalen Gesundheitsinstituts FHI in den vergangenen beiden Wochen gestiegen sind. Zuvor waren sie seit März deutlich und fast durchweg gesunken.

Zu den steigenden Werten hatte auch der Corona-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff «Roald Amundsen» beigetragen. Die Zahl der bestätigten Infektionen unter der Besatzung und den Fahrgästen auf zwei Kreuzfahrten des Schiffes der Reederei Hurtigruten stieg bis Donnerstag auf 62. Darunter waren laut FHI 41 Crew-Mitglieder und 21 Passagiere. Die Polizei hat Ermittlungen zu dem Ausbruch eingeleitet und nun mit den Vernehmungen dazu begonnen, ob Hurtigruten oder Einzelpersonen an Bord gegen die norwegischen Quarantänevorschriften verstoßen haben, wie die Polizei im nordnorwegischen Tromsø erklärte. (dpa)

Umfrage: Fast jeder Zweite für höhere Strafen bei Corona-Verstößen

Knapp jeder Zweite begrüßt einer Umfrage zufolge eine schärfere Gangart bei Verstößen gegen die Corona-Vorschriften. Für 46 Prozent gehen die derzeitigen Strafen bei Verstößen alles in allem nicht weit genug, wie die am Donnerstag veröffentlichte Erhebung von Infratest dimap für den ARD-„Deutschlandtrend“ im Auftrag der „Tagesthemen“ ergab. 36 Prozent halten die Strafen für ausreichend, elf Prozent für zu weitgehend.

Mehrere Bundesländer hatten zuletzt schärfere Strafen bei Corona-Verstößen angekündigt. Derzeit gelten je nach Bundesland unterschiedliche Strafen. Auch die Kontrollen unterscheiden sich je nach Bundesland. 53 Prozent der für den "Deutschlandtrend" Befragten gaben an, die bestehenden Kontrollen zur Einhaltung der Corona-Maßnahmen gingen nicht weit genug. 35 Prozent halten sie für ausreichend. Sieben Prozent für zu weitgehend.

Vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hat die Mehrheit der Deutschen laut der Umfrage weiterhin geringere Sorgen. Bei 71 Prozent ist die Sorge, dass sie selbst oder Familienmitglieder sich infizieren könnten, weniger groß beziehungsweise klein. Das sind allerdings vier Prozentpunkte weniger als Ende Juni. Bei 28 Prozent ist diese Sorge hingegen sehr groß oder groß (plus vier Punkte).

Wie die Umfrage weiter ergab, stößt eine Maskenpflicht an Schulen mehrheitlich auf Zustimmung. 59 Prozent befürworten demnach eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Schulgebäude und auf dem Schulhof - nicht aber im Unterricht. 24 Prozent der Befragten sind der Meinung, die Maskenpflicht sollte auch während des Unterrichts gelten. Grundsätzlich gegen eine Maskenpflicht an Schulen sind 13 Prozent.

Für die Erhebung befragte Infratest dimap am Montag und Dienstag telefonisch 1011 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde je nach Prozentwert mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben. (AFP)

Stuttgart erhöht Bußgelder für Maskenverweigerer

Maskenverweigerer müssen in Stuttgart künftig ein deutlich höheres Bußgeld zahlen als bisher. „Wird eine Privatperson ohne Mund-Nasen-Bedeckung erwischt, wo sie eine tragen müsste, beträgt die Mindeststrafe jetzt 75 Euro“, teilte die Landeshauptstadt am Donnerstag mit. Bislang lag das Bußgeld bei 25 Euro. Für Menschen im gewerblichen Bereich - beispielsweise für Kellner - liege die Mindeststrafe nun bei 150 Euro. Für Wiederholungstäter könne es sogar noch teurer werden, sagte Stuttgarts Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Martin Schairer (CDU). „"Der Bußgeldkatalog sieht eine Strafe von bis zu 250 Euro für Personen vor, die sich beharrlich weigern. Wir sind bereit, diesen Rahmen auszuschöpfen, und können im Ausnahmefall sogar darüber hinaus gehen.“ (dpa)

Zentrum von spanischer Weinbauregion wegen Corona abgeriegelt

Die spanische Gemeinde Aranda del Duero in der Region Kastilien und León wird wegen steigender Corona-Infektionszahlen für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Das entsprechende Dekret werde am Freitag in Kraft treten, teilte die Regionalregierung am Donnerstag in Valladolid mit. Nur mit triftigen Gründen werde man in die Gemeinde einreisen oder diese verlassen dürfen, hieß es.

Die 150 Kilometer nördlich von Madrid gelegene Stadt hat gut 32.000 Einwohner und ist die Hauptstadt des Weinbaugebiets Ribera del Duero. Die Zahl der Neuinfektionen steigt dort seit einigen Tagen rapide. Binnen 24 Stunden wurden zuletzt 199 Fälle registriert. (dpa)

Nach Hafen-Explosion: Große Krankenhäuser in Beirut stoppen Corona-Tests

Coronavirus-Tests und -behandlungen sind in mehreren großen Krankenhäusern der libanesischen Hauptstadt Beirut nach der verheerenden Explosion im Hafen eingestellt worden. Einige Einrichtungen, die Coronavirus-Patienten behandelten, seien durch die Explosion so schwer beschädigt worden, dass sie die Tests eingestellt hätten, sagte Mahmud Hassun, Arzt im Rafik-Hariri-Krankenhaus in Beirut, am Donnerstag. Sein Krankenhaus mache aber weiter Tests.

Bei der gewaltigen Explosion im Hafen Beiruts waren am Dienstag mehr als 130 Menschen ums Leben gekommen, rund 5000 weitere wurden verletzt. Viele Krankenhäuser sind völlig überlastet.

Auch der Leiter des Verbands der Privatkliniken, Sulaiman Harun, bestätigte einen Stop der Tests in einigen Krankenhäusern. "Die Explosion hat die Coronavirus-Tests unterbrochen, da die meisten Krankenhäuser mit der Katastrophe und der hohen Zahl der Verletzten beschäftigt sind", sagte Harun. Die Versorgung der Verletzten habe aktuell absolute Priorität.

Trotz Stopps vieler Tests gab das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt, dass in den vergangenen 48 Stunden 355 neue Fälle registriert worden seien. Erst am 30. Juli hatte der Libanon strengere Auflagen verhängt, weil die offiziellen Zahlen der Corona-Infektionen gestiegen waren. (dpa)

Los Angeles stellt bei Hauspartys während Corona Strom und Wasser ab

Die US-Metropole Los Angeles will Veranstaltern illegaler großer Hauspartys von Freitag an Strom und Wasser abstellen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Damit reagierten die Behörden auf vermehrte Berichte über große Feiern, die während der Pandemie eigentlich verboten seien, sagte Bürgermeister Eric Garcetti am Mittwoch (Ortszeit).

Bei wiederholtem Verstoß gegen die Sicherheitsanordnungen könne Party-Veranstaltern binnen 48 Stunden Strom und Wasser abgedreht werden. Die großen Feiern fänden vor allem in leerstehenden Häusern oder Unterkünften statt, die kurzzeitig gemietet werden können. Bars und Nachtklubs in der kalifornischen Stadt sind derzeit geschlossen.

"Wir werden nicht leichtfertig handeln", sagte Garcetti. "Aber wir werden handeln und alles tun, um Leben zu retten und die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten." Die neuen Maßnahmen richteten sich gegen Anwohner, die entschlossen seien, gegen die geltenden Zusammenkunftsbeschränkungen zu verstoßen. "Diese großen Partys sind nicht sicher und können die Einwohner von Los Angeles das Leben kosten", sagte Garcetti über die hohe Ansteckungsgefahr, wenn viele Menschen ohne Schutzmaske dicht zusammengedrängt stehen. Kleine, gewöhnliche Zusammenkünfte in den Privathäusern der Menschen betreffe die Regelung nicht.

In den USA mit rund 330 Millionen Einwohnern sind bislang mehr als 158 000 Menschen mit dem Virus gestorben, wie aus den Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorgeht. Bislang gibt es mehr als 4,8 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 - in absoluten Zahlen mehr als in jedem anderen Land der Welt. Gemessen an der Gesamtbevölkerung schneiden Länder wie Italien, Spanien und Großbritannien schlechter ab. (dpa)

Sieben Infizierte bei weiterem Standort der Konservenfabrik Mamming

Auch am Standort der Mamminger Konservenfabrik im niederbayerischen Simbach haben sich sieben Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Bei 79 Beschäftigten fiel das Testergebnis negativ aus, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Donnerstag mitteilte.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass sich 166 von 600 Mitarbeitern des Betriebs in Mamming mit Sars-CoV-2 infiziert hatten. Daraufhin wurden auch Reihentestungen an den zwei weiteren Standorten in Simbach und Eichendorf veranlasst. Von den 83 getesteten Mitarbeitern in Eichendorf sei niemand infiziert, hieß es. Ein Befund stehe aber noch aus.

Die Konservenfabrik bleibt nach Angaben des Landratsamts an allen Standorten vorerst geschlossen. Die Produktion könne erst wieder aufgenommen werden, wenn die Hintergründe des Ausbruchs und die Verbreitung im Betrieb geklärt seien. Die Behörden vermuten, dass sich die Beschäftigten bei Arbeitern eines nahe gelegenen Gemüsehofs angesteckt haben. Dort wurden inzwischen mehr als 240 Erntehelfer positiv auf das Coronavirus getestet, die Mehrheit gilt als genesen. (dpa)

41 weitere Corona-Fälle in dänischem Schlachtbetrieb bestätigt

In einem Schlachtbetrieb in Dänemark sind 41 weitere Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit ist die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in dem Betrieb im dänischen Ringsted in den vergangenen drei Tagen von 79 auf 120 gestiegen, wie der Fleischverarbeiter Danish Crown am Donnerstag auf seiner Webseite mitteilte. Als Reaktion darauf werde man nun noch intensiver testen als bisher geplant, hieß es. Alle Mitarbeiter sollten nun zweimal wöchentlich auf das Virus getestet werden.

Danish Crown war vor anderthalb Wochen über einen ersten Corona-Fall unter den rund 850 Mitarbeitern in Ringsted informiert worden. In dem dortigen Betrieb werden wöchentlich normalerweise rund 35 000 Schweine geschlachtet, was nun aber deutlich zurückgefahren wurde.

Beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen hatte es nach einem Corona-Massenausbruch eine fast vierwöchige Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück gegeben. Mitte Juli war ein Anlaufen der Produktion wieder erlaubt worden. Der Vorfall hatte eine Debatte über die Arbeits- und Lebensbedingungen der dort angestellten Arbeiter ausgelöst. (dpa)

Ministerin: Schulunterricht in den Osterferien möglich

Wegen möglicher Bildungslücken bei den Schülern behält sich Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) vor, angesichts der Corona-Pandemie für die Osterferien kommenden Jahres Pflichtunterricht anzuordnen. Es gebe auch durch die Einschränkungen im vergangenen Schuljahr sicherlich Nachholbedarf, sagte Ernst am Donnerstag vor Journalisten zum Schulbeginn am kommenden Montag. Daher solle in den ersten drei Wochen des neuen Schuljahres der Lernstand der Schüler in den Kernfächern ermittelt werden.

Nach der Auswertung Mitte September soll Ernst zufolge zunächst entschieden werden, ob es in den Herbstferien freiwillige Angebote gibt und ob Unterricht an Samstagen erforderlich ist. Bis Ende November werde dann Klarheit herrschen, ob Pflichtunterricht in den Osterferien notwendig sei - insbesondere für die Klassen, die vor einem Schulabschluss stehen. Ernst bat die Eltern, Entscheidungen über eventuelle Urlaubspläne bis dahin zu verschieben. (dpa)

Lufthansa stellt Mitarbeiter auf betriebsbedingte Kündigungen ein

Trotz massiver Staatshilfen schließt die Lufthansa betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland nicht mehr aus. Das Ziel, diese zu vermeiden, sei in der Corona-Krise "auch für Deutschland nicht mehr realistisch", erklärte die Fluggesellschaft am Donnerstag und verwies auf den weltweit nach wie vor eingebrochenen Flugverkehr sowie stockende Verhandlungen zu Krisenvereinbarungen mit den Gewerkschaften.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Luftverkehr seien „noch gravierender und noch nachhaltiger, als wir im Frühjahr angenommen hatten“, erklärte der Konzernvorstand in einem Brief an die Beschäftigten. Die Lufthansa müsse kleiner, günstiger und effizienter werden.

„Unter anderem werden wir in den kommenden Wochen über die endgültige Stilllegung einzelner Flugzeugtypen und Teilflotten entscheiden“, kündigte das Management an. Alle Maßnahmen würden mit den Gewerkschaften abgestimmt. „Betriebsbedingte Kündigungen können wir aber überall dort, wo Modelle und Vereinbarungen zur Kompensation von Überkapazitäten fehlen, nicht mehr ausschließen.“

Ein neues und konzernweites Restrukturierungsprogramm sieht unter anderem den Abbau von weltweit insgesamt 22.000 Vollzeitstellen vor, wie Lufthansa mitteilte. Die Zahl der Führungskräfte im Konzern soll demnach um 20 Prozent reduziert werden. (afp)

Moskau geht mit Geldstrafen gegen Maskenverweigerer vor

Im Kampf gegen das Coronavirus greifen die Behörden in der russischen Hauptstadt Moskau bei Verstößen gegen die Maskenpflicht wieder härter durch. Zahlreiche Geschäfte und Supermärkte seien schon geschlossen worden, weil sich dort Kunden ohne Mund-Nasen-Schutz aufhielten, berichtete der TV-Sender Moskwa-24 am Donnerstag aus der Millionenmetropole. Insgesamt hätten rund 6000 Geschäfte hohe Geldstrafen zahlen müssen. Auch in der Metro werde stärker kontrolliert und Maskenverweigerer erhielten Geldstrafen von bis zu 5000 Rubel (rund 60 Euro).

Moskau mit geschätzt 15 Millionen Einwohnern ist der Hotspot bei den Corona-Infektionen in Russland. Dort haben sich insgesamt nach offiziellen Angaben mehr als 245.000 Menschen mit dem Virus angesteckt, täglich kommen rund 700 Fälle hinzu. Russland ist mit etwa 870.000 Fällen eines der meistbetroffenen Länder der Welt. Landesweit sind bislang etwa 14.000 Menschen mit Sars-CoV-2 gestorben. (dpa)

Bildungsministerin bittet Schüler um Mithilfe bei Corona-Regeln

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hat die Schüler vor dem Start des regulären Schulbetriebs in der Corona-Pandemie um die Einhaltung von Schutzregeln gebeten. «Wir alle müssen unser Verhalten kontrollieren - und das gilt natürlich auch für die Jüngeren», sagte Ernst am Donnerstag in Potsdam. «Wir appellieren auch daran, sich wirklich an Abstandsregeln zu halten.»

Ernst verteidigte die geplante Maskenpflicht auf Gängen und in Treppenhäusern der Schulgebäude. So sollte ein Beitrag dazu geleistet werden, um Infektionen gering zu halten, damit möglichst wenig Schulen oder Klassen geschlossen werden müssten. Der Mund-Nasen-Schutz muss nicht in Klassenzimmern und auf dem Schulhof getragen werden. (dpa)

Umfrage: Vier von fünf Deutschen erwarten zweiten Lockdown 

Angesichts der im In- und Ausland wieder steigenden Corona-Infektionszahlen erwarten vier von fünf Deutschen in diesem Jahr einen neuen Lockdown. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Civey für den „Spiegel“ äußerten 82 Prozent der Befragten die Erwartung, dass es eine erneute Verschärfung der Schutzmaßnahmen geben werde.

Davon rechnen 42 Prozent sogar mit noch strengeren Maßnahmen als im Frühjahr. 31 Prozent erwarten, dass neue Maßnahmen etwas lockerer ausfallen werden, 26 Prozent rechnen damit, dass die Lage ähnlich sein wird wie im April oder Mai.

Verknüpft sind diese Erwartungen mit Ängsten vor neuen wirtschaftlichen Schäden. 88 Prozent erwarten allgemein negative Auswirkungen, 52 Prozent gehen von „sehr negativen“ Folgen aus.
Hinsichtlich der eigenen Situation sind dabei die Befürchtungen in der Gruppe der Selbstständigen am größten und bei den Rentnern am kleinsten. Im Auftrag des „Spiegel“ befragte das Meinungsforschungsinstitut Civey von Montag bis Mittwoch repräsentativ rund 5000 Menschen in Deutschland. (afp)

Industrieaufträge erholen sich unerwartet stark

Der Auftragseingang in der deutschen Industrie hat sich nach dem Einbruch in der Corona-Krise im Juni unerwartet stark erholt. Nachdem das Ordervolumen im Mai bereits um 10,4 Prozent im Monatsvergleich gestiegen war, habe es im Juni einen Zuwachs um 27,9 Prozent gegeben, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mit. Im März und April waren die Bestellungen eingebrochen, als in zahlreichen Industriestaaten die Wirtschaft im Kampf gegen die Corona-Pandemie größtenteils heruntergefahren wurde.

Analysten hatten im Schnitt einen kräftigen Anstieg im Monatsvergleich erwartet, waren aber nur von einem Zuwachs um 10,1 Prozent ausgegangen.

Wie stark die Auswirkungen der Corona-Krise aber nach wie vor auf den Auftragseingang sind, zeigt der Blick auf den Jahresvergleich: Demnach lagen die Bestellungen in den deutschen Industriebetrieben immer noch um 11,3 Prozent unter dem Niveau von Juni 2019. (dpa)

Tagesaktuelle Fallzahlen zum Coronavirus in Deutschland 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Donnerstag mit 213.067 angegeben - ein Plus von 1045 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 214.113 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte insgesamt 9175 Todesfälle und damit sieben mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9179 Tote. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 195.200. (afp)

+++ 5. August +++

Christian Drosten: Bei zweiter Welle auf Infektionsgruppen konzentrieren

Der Charité-Virologe Christian Drosten schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren, sollte es in Deutschland zu einer zweiten Welle kommen. «Waren bisher die meisten Infektionsketten nachvollziehbar, können neue Fälle bald überall gleichzeitig auftreten», schreibt Drosten in einem Beitrag für die Wochenzeitung «Zeit». Dies könnte alle Landkreise und Altersgruppen betreffen. «Dann sind die personell schlecht ausgestatteten Gesundheitsämter endgültig damit überfordert, die Quarantäne jeder einzelnen Kontaktperson zu regeln», so der Wissenschaftler.

Die Behörden sollten sich dann auf Gruppen konzentrieren, in denen sich viele Menschen mit dem Virus infiziert haben. Wenn sich ein Mitglied eines dieser sogenannten Cluster infiziert habe, könne auch eine Isolation von fünf Tagen ausreichen. Nötig sei eine entscheidende Strategieänderung: «eine Testung auf Infektiosität statt auf Infektion». Eine niedrige Viruslast bedeute, dass ein Patient nicht mehr ansteckend sei. (dpa)

Zahl der Corona-Infektionen in Berlin steigt um 91

In Berlin ist die Zahl der Corona-Infektionen etwas stärker gestiegen. Am Mittwoch gab es 91 bestätige Corona-Infektionen mehr als am Vortag und damit bislang 9489 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 47 Menschen - eine Person mehr als noch am Dienstag, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Mittwoch mitteilte. Von ihnen werden 20 intensivmedizinisch behandelt. Zudem gab es seit Dienstag einen weiteren Todesfall. Inzwischen sind der Senatsverwaltung zufolge 224 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, blieb die Ampel auf Grün. Dazu zählt der Reproduktionswert R, der am Mittwoch wieder leicht gesunken ist und aktuell bei 1,01 liegt. Er gibt an, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt. Am Dienstag hatte er zum zweiten Mal in Folge bei über 1,1 gelegen. Ist dies an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Fall, springt diese Indikatorampel auf Gelb. Übersteigt der Wert öfter als drei Mal 1,2 zeigt sie Rot.

Klar auf Grün stand die Ampel am Dienstag bei den anderen beiden Indikatoren: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag am Mittwoch bei 8,8. Die Ampel würde erst ab 20 gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag bei 1,5 Prozent. Das ist der Gesundheitsverwaltung zufolge weiterhin ein sehr geringer Wert. Der Senat will Gegenmaßnahmen umsetzen, sobald zwei der drei Ampeln auf rot springen sollten. (dpa)

Studie: Fast ein Drittel der Afghanen bereits mit Coronavirus infiziert

In Afghanistan hat sich einer wissenschaftlichen Studie zufolge bereits fast ein Drittel der Bevölkerung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies ergab eine von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geförderte Antikörper-Untersuchung mit rund 9500 Teilnehmern im ganzen Land, wie Gesundheitsminister Ahmed Dschawad Osmani am Mittwoch in Kabul sagte.

Demnach haben sich bislang rund 31,5 Prozent der Afghanen mit dem Virus infiziert, das entspricht etwa zehn Millionen Menschen. Am höchsten ist die Infektionsrate in Kabul, wo den Schätzungen der Experten zufolge mehr als die Hälfte aller Einwohner mit dem Virus infiziert wurde.

Da die Test-Kapazitäten in dem Land gering sind, wurden bisher nur rund 36.000 Infektionen nachgewiesen und rund 1200 Todesfälle gemeldet. (AFP)

Auch zweiter Test bei Cottbuser Familie nach Mallorca-Urlaub positiv

Nachdem sich eine Cottbuser Familie, die vor zwei Wochen auf Mallorca im Urlaub war, nachweislich mit dem Corona-Virus infiziert hat, ist auch ein zweiter Test positiv ausgefallen. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittwoch mit. Die vierköpfige Familie bleibe weiterhin in häuslicher Quarantäne. An diesem Freitag sei ein weiterer Test vorgesehen, hieß es.

Das Gesundheitsamt erhält bei der Rückverfolgung der Kontakte der Familie inzwischen Hilfe vom Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Dazu zählt demnach der Kontakt mit der Fluggesellschaft und den spanischen Behörden. Der genaue Ort der Ansteckung ist noch ungeklärt. Die Stadt hatte mitgeteilt, sie werde über die Ermittlungen der spanischen Behörden - etwa über Aufenthaltsorte oder Kontaktpersonen auf der Insel - nicht zwingend unterrichtet.

In Cottbus sind nach Angaben der Stadt mittlerweile alle Kontaktpersonen der Familie ermittelt worden. Das Gesundheitsamt hat demnach acht Menschen aus dem Umfeld der Mallorca-Urlauber ermittelt. Alle wurden den Angaben zufolge negativ auf das Virus getestet, stehen aber vorsorglich unter häuslicher Quarantäne.

Insgesamt meldete die Stadt bislang 43 Infektionsfälle. Derzeit befinden sich den Angaben zufolge 19 Menschen in häuslicher Quarantäne. Die Mehrzahl sind demnach Studenten, die aus ihren Heimatländern und -regionen zurückgekommen sind, sowie andere Reiserückkehrer und einzelne Personen, die Kontakt zu Infizierten hatten. (dpa)

Brandenburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

In Brandenburg müssen Schüler und Lehrer künftig Masken zum Schutz vor dem Coronavirus tragen. Das gelte für Flure, Gänge, Treppenhäuser und Aulen, aber nicht im Unterricht und auf dem Schulhof, teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch mit. (dpa)

29-jähriger Texaner kauft mit Corona-Hilfen Lamborghini 

Ein Coronahilfen-Betrug kommt einen 29-Jährigen aus Texas teuer zu stehen: Weil er sich mit den staatlichen Hilfen unter anderem einen Lamborghini kaufte, wird der Mann des Betrugs beschuldigt. Am Dienstag sei der 29-Jährige festgenommen und in Untersuchungshaft gebracht worden, teilte das US-Justizministerium mit.

Den Angaben zufolge sicherte sich der Texaner im Rahmen des staatlichen Corona-Hilfsprogramms zwei Unternehmerkredite - angeblich, um Angestellte zu bezahlen. In Wahrheit beschäftigte der 29-Jährige allerdings gar keine Mitarbeiter - und gab insgesamt 1,6 Millionen Dollar (1,35 Millionen Euro) für sein eigenes Vergnügen aus. Neben dem Lamborghini für 200.000 Dollar habe er auch Immobilien und eine Rolex-Uhr gekauft, teilte das Justizministerium mit. Zudem habe er tausende Dollar in Strip-Clubs in Houston verprasst.

Der US-Kongress hatte das Corona-Hilfsprogramm Ende März bewilligt. Damit sollte kleinen Unternehmen geholfen werden, die Pandemie zu überstehen. Das Programm sieht vor, dass die Kreditschuld erlassen werden kann, wenn mit dem Geld zum Beispiel Personalkosten und die Firmenmiete gedeckt werden. (afp)

Corona in Australien: Erneut Rekord an Neuinfektionen in Victoria

Der massiv vom Coronavirus betroffene australische Bundesstaat Victoria bekommt die Pandemie trotz nächtlicher Ausgangssperre und extrem strikter Maßnahmen bislang nicht unter Kontrolle. Am Mittwoch verzeichnete die Region im Südosten des Landes wieder einen Rekord an Neuinfektionen und Todesfällen in Verbindung mit Covid-19, die meisten davon in der Millionenmetropole Melbourne. Innerhalb von 24 Stunden seien 725 neue Fälle und 15 Tote registriert worden, sagte Victorias Regierungschef Daniel Andrews. Dies sind nicht nur für Victoria, sondern auch national gesehen die höchsten Zahlen seit dem Beginn der Pandemie.

Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt in dem Bundesstaat mit seinen knapp 6,4 Millionen Einwohnern jetzt bei 162, in ganz Australien bei 247. Die zweite Corona-Welle war Ende Juni in Melbourne ausgebrochen. Vor knapp einem Monat wurde dort ein neuer Lockdown ausgerufen. Weil die Zahlen trotzdem weiter steigen, sind die Maßnahmen seither immer weiter verschärft worden. (dpa)

Deutschland: 741 neue Corona-Infektionen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 741 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 212.022 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen im Internet meldete (Datenstand 5.8., 0.00 Uhr).

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9168. Bis Mittwochmorgen hatten 194 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,02 (Vortag: 1,09). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 4.8., 0.00 Uhr, bei 0,99 (Vortag: 1,00). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: RKi, afp

Deutsche Post steigert in Corona-Krise Umsatz und Gewinn

Die Deutsche Post hat in der Corona-Pandemie im zweiten Quartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Besonders der Bereich E-Commerce habe sich zwischen April und Ende Juni stark entwickelt, teilte der Logistikkonzern am Mittwoch in Bonn mit. Der Umsatz stieg demnach konzernweit um rund drei Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro. Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn lag bei 525 Millionen Euro nach 458 Millionen im Vorjahr. In beiden Fällen hatten Analysten weniger erwartet.

Eine neue Prognose und Eckdaten hatte der Konzern bereits im Juli veröffentlicht. Dabei hat der Konzern beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) die vorläufigen Zahlen leicht übertroffen. Der operative Gewinn stieg um fast 19 Prozent auf 912 Millionen Euro. (dpa)

+++ 4. August +++

9398 bestätigte Corona-Infektionen in Berlin und 32 neue Fälle

In Berlin sind zwischen Montag und Dienstag 32 neue Corona-Infektionen registriert worden. Die Zahl der bestätigten Fälle ist damit etwas weniger stark als am Tag zuvor auf 9398 gestiegen, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Dienstagabend mitteilte. Zwischen Sonntag und Montag waren es 39 neue Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden aktuell 46 Personen, das sind drei mehr als am Tag davor. Von ihnen werden 19 intensivmedizinisch behandelt, eine Person mehr als bisher. Weitere Todesfälle gab es nicht, bislang sind der Gesundheitsverwaltung zufolge 223 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Bei allen drei Indikatoren, die in Berlin den Ausschlag für Gegenmaßnahmen geben, stand die Ampel jeweils auf Grün. Dazu zählte der Reproduktionswert R, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt. Er lag am Dienstag bei 1,14. Fällt er am Mittwoch nicht unter den Grenzwert von 1,1, springt die Ampel auf Gelb. Rot zeigt sie, sobald der Wert an drei Tagen hintereinander 1,2 erreicht oder überschreitet.

Klar auf Grün stand die Ampel am Dienstag bei den anderen beiden Indikatoren: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche lag bei 8,9. Die Ampel würde erst ab 20 gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag unverändert bei 1,4 Prozent. Das ist der Gesundheitsverwaltung zufolge weiterhin ein sehr geringer Wert. (dpa)

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen 

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Dienstag verzeichneten die Behörden 680 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er lag bei 658 Neuinfektionen. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 48 149 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1738 Menschen starben demnach mit dem Virus.

Das Virus scheint sich auch unter Parlamentariern in Warschau auszubreiten. Drei Mitglieder des Senats, der zweiten Kammer des Parlaments, sind bereits positiv getestet worden. Plenarsitzungen wurden verschoben.

Die für Donnerstag geplante Amtseinführung und Vereidigung von Präsident Andrzej Duda für seine zweite Amtszeit soll aber unter Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden. Duda wird seinen Eid vor der Nationalversammlung abgelegen, die aus den Vertretern beider Kammern des Parlaments besteht.

Wegen mehrerer Corona-Fälle unter Händlern bleibt ab Dienstag auch der bei deutschen Kunden beliebte zentrale Markt in der westpolnischen Grenzstadt Slubice nahe Frankfurt/Oder geschlossen. Alle Händler und Standbesitzer sollen getestet werden, teilte die Stadt bereits am Montag mit. In den kommenden Tagen sollen auch die Händler von zwei weiteren Märkten in der Stadt einen Corona-Test machen. Nur nach einem negativen Testergebnis sollen die Markthändler wieder zu ihrer Arbeit zurückkehren dürfen, sagte der Leiter des örtlichen Gesundheitsamtes. (dpa)

Grafik: BLZ/Galanty; Quelle: Johns Hopkins University

Coronavirus bei minderjährigem Hurtigruten-Passagier nachgewiesen

Nach dem Corona-Ausbruch auf dem norwegischen Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“ ist das neuartige Coronavirus auch bei einem unter zehn Jahre alten Kind nachgewiesen worden. Es sei ebenso Passagier bei Hurtigruten gewesen wie eine Person im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, teilte die Kommune Trondheim am Dienstag mit. Beide befänden sich in Quarantäne. Während die ältere Person leichte Krankheitssymptome zeige, sei das Kind symptomfrei.

Ob die beiden auf der „Roald Amundsen“ oder einem anderen Hurtigruten-Schiff unterwegs waren, ging aus der Mitteilung der Kommune zwar nicht hervor - der Rundfunksender NRK berichtete jedoch, dass sie Passagiere der „Amundsen“ gewesen seien. (dpa)

Senat berät über Start ins neue Schuljahr zu Corona-Zeiten 

Der Berliner Senat berät am Dienstag über die Pläne für den Schulbeginn nach den Sommerferien. Am Montag startet das neue Schuljahr. Abstandsregeln wie vor den Ferien gelten dann nicht mehr, neu ist eine Maskenpflicht. Bildungssenatorin Sandra Scheeres will ihren Senatskollegen zudem weitere Details zum Schulalltag in Corona-Zeiten vorstellen.

Ein weiteres Thema sollen Tests auf das Coronavirus für Rückreisende in Berlin sein. Derzeit sind sie noch freiwillig. Nach dem Willen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen sie aber schon bald verpflichtend werden. Der Aufwand für die Tests etwa an den Berliner Flughäfen dürfte dann deutlich zunehmen. Auch mit der Frage, wie an den Berliner Hochschulen der Start ins Wintersemester angesichts der Corona-Krise gelingen kann, will sich der Senat befassen.

Ein weiteres Thema ist die Frage, ab wann Prostitution wieder zugelassen wird. Der Senat plant dabei ein Stufenmodell und möchte dabei einer Sprecherin zufolge keinen Alleingang unternehmen, sondern sich mit den übrigen Bundesländern abstimmen. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin von Ende Juli verstößt ein generelles Verbot sexueller Dienstleistungen mit Körperkontakt gegen den Gleichheitssatz. Erotische Massagen sind daher in Berlin bereits wieder erlaubt. (dpa)

Ärzteverband: Zweite Corona-Welle schon da

Die von vielen befürchtete zweite Corona-Welle hat Deutschland nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund bereits erfasst. „Wir befinden uns ja schon in einer zweiten, flachen Anstiegswelle“, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). Sie sei aber nicht vergleichbar mit den Zahlen von März und April. Dennoch steige die Zahl der Neuinfektionen. „Damit ist die Gefahr, dass wir die Erfolge, die wir bislang in Deutschland erzielt haben, in einer Kombination aus Verdrängung und Normalitätssehnsucht wieder verspielen“, warnte Johna.

Die Krankenhäuser seien auf eine zweite Welle vorbereitet, erläuterte die Verbandschefin. Anders als bei der ersten Welle sollen Krankenhausbetten diesmal nicht pauschal, sondern am Bedarf orientiert freigehalten werden. „Weil sich das Pandemiegeschehen langsam aufbaut, müssen wir für Covid-19-Patienten gestuft Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, also eine zeitliche Staffelung der Vorhaltung einführen“, sagte Johna.

In der Praxis wird nach Angaben des Marburger Bundes in Stufe eins eine geringere Anzahl an Intensivbetten freigehalten. Sind diese belegt, tritt 24 Stunden später Stufe zwei in Kraft und die Kapazitäten in den Intensivstationen werden erweitert. „So geht das Schritt für Schritt weiter, bis man dann in der höchsten Alarm- und Ausbaustufe alle für Covid-19-Patienten verfügbaren Intensivkapazitäten ausschöpft“, sagte Johna. (dpa)

Staatssekretär: Genehmigungen von Corona-Demos genauer prüfen

Nach der Berliner Großdemonstration gegen staatliche Corona-Auflagen hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Stephan Mayer, gefordert, bei Genehmigungen von Versammlungen gegebenenfalls restriktiver vorzugehen. Zwar seien Versammlungsfreiheit und freie Meinungsäußerung „hohe, allen Bürgern garantierte unveränderliche Grundrechte“, schrieb der CSU-Politiker in einem Gastbeitrag für die „Rhein-Neckar-Zeitung“ (Dienstag). „Allerdings eben immer nur so weit, als die Rechte Dritter oder die öffentliche Sicherheit nicht erheblich verletzt werden“.

Die Überwachung der Einhaltung der Hygieneregeln müsse weiter höchste Priorität haben, schrieb er. „Hier obliegt es den Landesbehörden abzuwägen, inwieweit Maßnahmen noch verschärft werden müssen und man aufgrund der negativen Erfahrungen des Demonstrationsgeschehens vom Wochenende bei der Genehmigung von Versammlungen zukünftig restriktiver zu entscheiden hat“, schrieb Mayer.

Auch der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, forderte, die Genehmigung solcher Demonstrationen genauer zu prüfen. „Die Behörden müssen sensibler sein, was die Genehmigung solcher Demonstrationen betrifft“, sagte Radek der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstag). Dazu müsse die Politik Vorgaben machen. (dpa)

Corona-Warn-App kommt in fünf weiteren Sprachen

Die deutsche Corona-Warn-App soll in Kürze in weiteren fünf Sprachen zur Verfügung stehen. „Die Versionen Arabisch, Polnisch, Bulgarisch, Rumänisch und Russisch sind derzeit in der Entwicklung“, sagte Digital-Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) der „Rheinischen Post“ (Dienstag). Bisher gibt es die am 16. Juni in Deutschland gestartete App in Deutsch, Englisch und Türkisch. Die App soll helfen, die weitere Verbreitung des Virus zu unterbinden.

Deutschland habe mit bisher mehr als 16,4 Millionen Nutzern mehr Downloads als ganz Europa mit seinen verschiedenen Apps zusammen, sagte Bär. Die Corona-Warn-App sei inzwischen in den App-Stores aller EU-Länder sowie der Türkei, der Schweiz und von Norwegen und Großbritannien freigegeben. (dpa)

Keine Angst vor Corona: China feiert schon wieder „Oktoberfest“

In China scheint die Corona-Pandemie weitestgehend unter Kontrolle. Davon profitiert nun auch die ostchinesische Stadt Qingdao, wo das größte Bierfest des Landes planmäßig begonnen hat. Bis zum 23. August wollen die Organisatoren wie in jedem Jahr Hunderttausende Besucher auf das Gelände in der ostchinesischen Provinz Shandong locken.

Die Veranstalter bezeichnen das Bierfest von Qingdao gerne als „Chinas Oktoberfest“. Allerdings sind die Besucherzahlen noch weit vom Münchner Original entfernt. Rund sechs Millionen Menschen strömen jährlich auf die Wiesn. In diesem Jahr wurde das Münchener Fest jedoch wegen des Coronavirus abgesagt.

Auf dem Bierfest in Qingdao sollen besondere Regeln gelten. Besucher müssen beim Betreten des Geländes Masken tragen, auch wird die Temperatur gemessen und eine Registrierung verlangt. Angestellte müssen wöchentlich einen Corona-Test machen.

Einen negativen Einfluss auf das Interesse der Besucher scheinen die Maßnahmen nicht zu haben: Wie Staatsmedien berichteten, kamen zum Auftakt des Bierfestes sogar mehr Gäste als im vergangenen Jahr. (dpa)

+++ 3. August +++

39 neue Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind zwischen Sonntag und Montag 39 neue Corona-Infektionen registriert worden. Damit hat sich die Zahl der bestätigten Fälle in der Hauptstadt auf 9366 erhöht, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montagabend mitteilte. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist damit zum Wochenbeginn wieder stärker gestiegen als am Tag zuvor. Zwischen Samstag und Sonntag waren lediglich neun neue Fälle hinzugekommen.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden demnach aktuell 43 der infizierten Personen - zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen stieg derweil um drei Personen auf 18. Bislang sind 223 Patienten im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 gestorben. Seit dem Wochenende ist kein weiterer Todesfall hinzugekommen.

Bei den drei Indikatoren, die in Berlin ausschlaggebend für neue Gegenmaßnahmen sind, steht die Ampel jeweils auf grün. Dazu zählt der Reproduktionswert R, der angibt, wie viele Personen ein Infizierter jeweils ansteckt und der am Montag bei 1,13 lag. Sollte er in den kommenden zwei Tagen ebenfalls nicht unter den Grenzwert von 1,1 fallen, springt die Ampel auf gelb. Rot zeigt sie, sobald der Wert an drei Tagen hintereinander 1,2 erreicht oder überschreitet.

Mehr Spielraum gab es am Montag bei den anderen beiden Indikatoren. So lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche bei 8,6. Erst ab 20 würde die Ampel gelb zeigen. Die Auslastung der Intensivbetten mit Corona-Patienten lag bei 1,4 Prozent und damit «weiterhin auf sehr niedrigem Niveau», wie es hieß. (dpa)

Nordrhein-Westfalen führt Maskenpflicht auch im Unterricht ein

Nordrhein-Westfalen führt an allen weiterführenden und berufsbildendenden Schulen eine Maskenpflicht inklusive Unterricht ein. An Grundschulen soll die Maskenpflicht nicht gelten, wenn die Schüler auf ihren festen Plätzen im Unterricht sitzen. Das kündigte das Schulministerium am Montag in Düsseldorf an.

Auch Berlin, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg haben angekündigt, im Kampf gegen das Coronavirus eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In Hessen oder Sachsen soll die Maskenpflicht im Ermessen der Schulen liegen. In Mecklenburg-Vorpommern - wo am Montag die Schule begonnen hat - gibt es bislang keine Maskenpflicht. Das könnte sich aber noch ändern. (dpa)

Bundespräsident Steinmeier warnt vor Verantwortungslosigkeit in Corona-Pandemie

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Verstöße gegen Corona-Auflagen bei Demonstrationen in Berlin mit deutlichen Worten kritisiert. Zugleich rief er die Bürger dazu auf, sich weiter verantwortungsbewusst zu verhalten, um einen zweiten Lockdown zu vermeiden. „Die Verantwortungslosigkeit einiger weniger ist ein Risiko für uns alle“, sagte Steinmeier am Montag in einer Videobotschaft. „Wenn wir jetzt nicht besonders vorsichtig sind, dann gefährden wir die Gesundheit vieler. Und wir gefährden darüber hinaus die Erholung unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft, unseres Kulturlebens.“

Steinmeier mahnte: „Jede und jeder von uns steht jetzt in der Verantwortung, einen zweiten Lockdown zu verhindern. Denn es ist doch ganz klar: Eine weitere Phase des Stillstands würde uns alle noch viel härter treffen.“ Die Bürger sollten jetzt besonders vorsichtig sein - in der Freizeit, bei der Arbeit, im Urlaub und auch nach der Rückkehr. „Gehen Sie weiterhin keine unnötigen Risiken ein! Und nutzen Sie die Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Auch wenn's schwerfällt: Bewahren wir Geduld und verhalten wir uns vernünftig!“

„Der Weg zur Normalität, die wir uns doch alle wünschen, geht nicht über Leichtsinn, Sorglosigkeit und Ignoranz“, betonte Steinmeier. „Normalität, ein Leben ohne Maske und Abstand, werden wir nur erreichen, wenn wir die Zeit bis zur Verfügbarkeit wirksamer Medikamente überbrücken mit Disziplin und Vernunft.“ Es gelte weiter, Abstand zu halten, die Hygieneregeln zu beachten sowie Mund- und Nasenschutz dort zu tragen, wo es empfohlen wird.

Der Bundespräsident sagte, er sei froh, in einem Land zu leben, in dem sich so viele Menschen von Vernunft, Verantwortungsgefühl und Solidarität leiten ließen. „Aber der Zwischenerfolg darf uns nicht leichtsinnig machen. Die Sommerlaune tut uns allen gut. Doch sie darf nicht dazu führen, dass wir nachlässig werden im Kampf gegen die Pandemie.“ Die Lage sein noch immer „unsicher und wackelig“.

Maskenpflicht im Freien in mehreren Gemeinden in Frankreich

Im Kampf gegen das Coronavirus gilt in weiteren französischen Gemeinden jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden; zuvor galt die Maskenpflicht dort beispielsweise bereits in der Département-Hauptstadt Laval. Die Präfektur habe vorab rund 650.000 Stoffmasken an Bewohner des Départements verteilt, erklärte Präfekt Jean-Francis Treffel am Montag im Fernsehsender BFMTV.

In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3. Wegen steigender Infektionszahlen hatte Frankreichs Regierung den örtlichen Behörden vergangenen Freitag mehr Spielraum bei der Maskenpflicht gegeben.

Die Präfektur von Lille reagierte sofort und kündigte für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone an. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend. Premierminister Jean Castex reiste am Montag nach Lille, um sich über die Lage zu informieren. „Das Virus ist nicht im Urlaub und genauso wenig sind wir das“, sagte Castex in Lille. Er rief die Französinnen und Franzosen dazu auf, im Kampf gegen das Virus wachsam zu bleiben. (dpa)

Regierungschef des Kosovo mit Coronavirus infiziert 

Der kosovarische Ministerpräsident Avdullah Hoti hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Er sei positiv getestet worden und werde sich nun für zwei Wochen isolieren, teilte der 44-Jährige am späten Sonntagabend bei Facebook mit. In dieser Zeit werde er von zu Hause aus arbeiten. Bis auf einen „sehr leichten Husten“ habe er keine Symptome, erklärte Hoti, der erst seit Anfang Juni im Amt ist.
Das Kosovo verzeichnet seit Juni einen Anstieg der Corona-Fälle. Insgesamt wurden in der ehemaligen serbischen Provinz bislang knapp 9000 Infektionen registriert, 249 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19. In dem kleinen Balkanland leben 1,8 Millionen Menschen. (afp)

CDU-Innenexperte stellt Großdemonstrationen gegen Corona in Frage

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Armin Schuster hat Großdemonstrationen wie die Berliner Anti-Corona-Proteste vom Wochenende grundsätzlich in Frage gestellt. „Solche Demonstrationen sind eine Gefahr für die Allgemeinheit“, sagte der Innenexperte der Union der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag).

Nach seiner Einschätzung wäre es verhältnismäßig, die Versammlungen „nur noch unter sehr viel strengeren Auflagen oder gar nicht mehr zu genehmigen“. Das Nichteinhalten von Corona-Regeln öffentlich zur Schau zu stellen, die Attacken auf Medienvertreter und Auseinandersetzungen mit der Polizei rechtfertigten schon im Vorfeld ein „deutlich konsequenteres Vorgehen der Versammlungsbehörden“. (dpa)

Städtetag fordert Härte bei Verstößen gegen Corona-Auflagen 

Der Deutsche Städtetag hat ein hartes Vorgehen gegen Demonstranten gefordert, die die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie nicht einhalten. Zwar sei das Demonstrationsrecht ein hohes Gut, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Aber aus Demonstrationen heraus dürfen sich nicht neue Corona-Hotspots entwickeln. Es ist unverantwortlich, auf so engem Raum die Regeln und Auflagen nicht einzuhalten.“ Er verlangte, in solchen Fällen Bußgelder zu verhängen.

Trotz steigender Infektionszahlen hatten sich am Samstag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17 000 Menschen an einem Protestzug gegen die staatlichen Corona-Auflagen in Berlin beteiligt. Rund 20.000 versammelten sich anschließend zu einer Kundgebung. Weil die Demonstranten Abstandsregeln und Maskenpflicht ignorierten, löste die Polizei die Kundgebung schließlich auf. Während der Proteste dokumentierte die Polizei Verstöße gegen die Corona-Auflagen für eine mögliche spätere Verfolgung. (dpa)

Gewerkschaft: Geplante Corona-Tests an Schulen „viel zu wenig“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Brandenburg hält die an Schulen vorgesehenen Corona-Tests für zu wenig. Nach den Sommerferien sollen sich Lehrer innerhalb von drei Monaten 14-tägig freiwillig und kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Auch ein Prozent der Schulkinder soll getestet werden, ohne dass Eltern dafür zahlen müssen. „Ein Test reicht nicht aus“, sagte Günther Fuchs, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Brandenburg. „Wir müssen sehen, wie wir die Infektionsketten unterbrechen können.“

Die Vorbereitung für die Schulen auf das neue Schuljahr läuft auf Hochtouren. Am 10. August geht der Unterricht wieder los. In Brandenburg gilt anders als in Berlin keine Maskenpflicht an Schulen. Lehrern wird laut dem neuen Hygieneplan empfohlen, im Kontakt zu Kollegen, Eltern und anderen Besuchern, bei der Schülerbeförderung und in Pausen auf dem Schulhof Masken zu tragen, wenn der Abstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. (dpa)

Brandenburgs Parteien spüren Corona-Krise: Teils weniger Eintritte

Die Corona-Krise hat im ersten Halbjahr für mehrere Parteien in Brandenburg auch Folgen für die Mitgliederentwicklung gehabt. Einige zählten im ersten Halbjahr 2020 weniger Mitglieder, andere gewannen Anhänger hinzu, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Mehrere Parteien gehen davon aus, dass die Pandemie die Zahl der Eintritte gebremst hat, auch weil viele Veranstaltungen nicht möglich waren. Bei der SPD, weiter mitgliederstärkste Partei, sank die Zahl von 6223 Ende 2019 auf 6131 Ende Juni. Bei der CDU ging die Mitgliederzahl von 5792 auf 5728 zurück. Die Linke, die das Jahr mit 5527 Mitgliedern startete, verbuchte 67 neue Mitglieder - die Eintritte wiegen aber die Sterbefälle nicht auf. Grüne, AfD und Freie Wähler machten ein Mitgliederplus aus. (dpa)

+++ 2. August +++

Esken: Anti-Corona-Demo hätte früher aufgelöst werden können

SPD-Chefin Saskia Esken hat die Polizeistrategie bei den Protesten gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen in Berlin in Frage gestellt. „Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können“, sagte Esken der ARD-„Tagesschau“. Dies sei jedoch erst bei der Kundgebung geschehen, die sich an den Demonstrationszug angeschlossen hatte. Bei der Kundgebung hätten sich noch mehr Menschen versammelt, sie hätten noch enger beieinander gestanden. „Dann war es allerspätestens Zeit, einzugreifen.“

An dem Demonstrationszug hatten sich am Samstagnachmittag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 beteiligt, rund 20.000 waren es danach bei der Kundgebung. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln ignoriert wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung. Der erklärte den Demonstrationszug am Nachmittag selbst für beendet. Da auch auf der anschließenden Kundgebung viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, löste die Polizei diese Versammlung am frühen Abend auf.

Der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla verteidigte die Demonstranten. „Ich kann keine Fehlverhalten erkennen“, sagte er der ARD. Er habe die Demonstration verfolgt. Es sei friedlich gewesen, die Menschen seien für ihre Grund- und Bürgerrechte auf die Straße gegangen. „Und das kann man nur begrüßen.“

Neun neue Corona-Infektionen in Berlin

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen ist in Berlin leicht angestiegen. Die Senatsgesundheitsverwaltung meldete am Sonntag 9327 bestätigte Fälle - das sind neun mehr als am Vortag. Kontaktpersonen würden weiterhin ermittelt, kontaktiert und isoliert, hieß es in der Mitteilung.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 41 der infizierten Personen - das sind vier weniger als am Vortag. Die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Menschen stieg derweil um eine Person auf 15. Die anderen infizierten Personen seien häuslich isoliert. Die Zahl der bisher gestorbenen Patienten blieb mit 223 unverändert gegenüber dem Vortag. (dpa)

Hamburger Polizei sprengt Fetisch- und Swinger-Partys

Im Hamburger Bezirk Bergedorf sei über Facebook unter dem Motto „Your Pride Fuck is not cancelled“ offenkundig zu einer Sexparty aufgerufen worden. Sogar einen Shuttle-Service vom S-Bahnhof Tiefstack habe es gegeben. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leerstehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine „sexuell offene Veranstaltung“ mit Séparées und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Die Hamburger Polizei hat eine Fetisch-Party und eine Swinger-Party gesprengt. In beiden Fällen war massiv gegen die Corona-Regeln verstoßen worden, wie ein Sprecher sagte. So hätten im Keller einer Sexboutique auf der Reeperbahn etwa 65 teils in Lack und Leder gekleidete Menschen in der Nacht zum Sonntag gefeiert. Bei lautstarker Musik vom DJ und mit Lichtorgel und Nebelmaschine sei auch getanzt worden. Viel zu viele Menschen hätten sich auf zu engem Raum befunden. „Die Luft war stark verbraucht“, sagte der Sprecher.

Im Hamburger Bezirk Bergedorf sei über Facebook unter dem Motto „Your Pride Fuck is not cancelled“ offenkundig zu einer Sexparty aufgerufen worden. Sogar einen Shuttle-Service vom S-Bahnhof Tiefstack habe es gegeben. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leerstehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine „sexuell offene Veranstaltung“ mit Séparées und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

Mehr als 500 Reisende aus Risikoländern an Pariser Flughäfen getestet

In Frankreich sind Coronavirus-Tests an Flughäfen für Rückkehrer aus 16 Risikoländern seit Samstag Pflicht. Am ersten Tag der neuen Regelung wurden allein an den Pariser Flughäfen insgesamt 556 Passagiere getestet, wie das Innenministerium am späten Abend mitteilte. Landesweit verweigerten sich nach Ministeriumsangaben nur drei Reisende am Lyoner Flughafen Saint-Exupéry einem Test.

Die Regelung gilt für Reisende ab elf Jahren, die aus einem von 16 Risikoländern kommen und bei ihrer Ankunft keinen weniger als 72 Stunden alten Nachweis vorlegen können, dass sie nicht erkrankt sind. Insgesamt trafen am Samstag an den Pariser Flughäfen Roissy und Orly 2671 Passagiere aus Risikoländern ein. 556 von ihnen mussten sich testen lassen. Zu den Risikoländern zählen unter anderem die USA, Brasilien, die Türkei, Algerien und Israel.

Nach dem Test und dem Hinterlegen der persönlichen Daten können Passagiere ihre Reise innerhalb Frankreichs oder in andere Länder fortsetzen. Bei einem positiven Testergebnis werden die Betroffenen von den Behörden kontaktiert. Da die EU die Grenzen zu den meisten der Risikoländer bisher geschlossen hält, betrifft die Maßnahme derzeit nur französische Staatsbürger oder Menschen aus Drittländern mit einer Aufenthaltserlaubnis in Frankreich. (AFP)

Fast 10.000 Corona-Tests für Reiserückkehrer in Bayern

Fast 10.000 Reisende haben sich an den bayerischen Teststationen an der Grenze zu Österreich und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg auf das Coronavirus testen lassen. Den größten Andrang gab es mit mehr als 5000 Tests am Samstag, wie ein Sprecher des bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in München am Sonntag auf Twitter mitteilte. Seit Donnerstag gibt es die drei Teststationen an den Autobahnen 3, 8 und 93 sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg.

Das BRK betreibt diese zusammen mit Freiwilligen von anderen Hilfsorganisationen. Bis zu 13.000 Abstriche können die Mitarbeiter dort täglich machen. Auch an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen können sich Reiserückkehrer kostenlos auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 untersuchen lassen. (dpa)

Belgien verhängt Reiseverbote für mehrere EU-Regionen

Wegen des starken Anstiegs bei den Corona-Infektionsfällen hat die belgische Regierung touristische Reisen in mehrere EU-Regionen verboten. „Nicht unbedingt notwendige Reisen“ in die spanischen Regionen Navarra, Aragon, Barcelona und Lleida in Katalonien seien nicht mehr erlaubt, teilte das Außenministerium in Brüssel am Samstag mit. Auch Gebiete in Bulgarien, Rumänien, Großbritannien, Frankreich und der Schweiz stehen auf einer „roten Liste“. Wer von dort nach Belgien zurückkehrt, muss in Quarantäne.

Von den Reisebeschränkungen betroffen sind in der Schweiz die Kantone Waadt, Wallis und Genf, in Frankreich das Département Mayenne und in Großbritannien die Stadt Leicester. Zudem müssen seit Samstag aus dem Ausland nach Belgien zurückkehrende Reisende, die länger als 48 Stunden in Belgien bleiben, Formulare zur Identifizierung ausfüllen. Sie müssen unter anderem angeben, wo sie sich in den vergangenen 14 Tagen aufgehalten haben.

Wer in einer Reihe weiterer Regionen in Frankreich Urlaub gemacht hat, soll sich gemäß einer Empfehlung der belgischen Behörden ebenfalls isolieren oder sich auf das neuartige Coronavirus testen lassen. Betroffen sind die Region Paris mit Ausnahme des Départements Seine-et-Marne, die Pays de la Loire in Westfrankreich sowie die Départements Nord, Haut-Rhin, Haute-Savoie, Meurthe-et-Moselle und Vosges.

Wegen eines starken Anstiegs bei den Corona-Infektionsfällen haben die Behörden in Belgien die Einschränkungen wegen der Pandemie zuletzt noch verschärft. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Land nach offiziellen Angaben mehr als 68.700 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, 9841 Menschen starben. Mit 85 Todesfällen pro 100.000 Einwohner verzeichnet Belgien besonders viele Covid-19-Todesfälle im Verhältnis zu seiner Bevölkerung. (AFP)

Demo gegen Corona-Regeln: Dunja Hayali bricht Dreh ab

Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin offensichtlich wegen Sicherheitsbedenken abgebrochen. In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. In dem Clip ist auch zu hören, wie ein Mann, der von Hayali als ein Mitarbeiter ihres Security-Teams angesprochen wird, den Drehabbruch empfiehlt. „Das sagt jetzt der Sicherheitsmann, wir sind ja nicht ohne Security hier: Abbruch des Drehs, zu gefährlich“, erklärte die Journalistin.

Immer wieder ist auch zu sehen, wie Hayali, die eine Maske trägt, mit einzelnen Teilnehmern der Veranstaltung über die Corona-Maßnahmen diskutiert. Am Ende des Videos berichtet Hayali selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen. „Es ist eine gefährliche Melange, die sich hier auf der Straße zusammenfindet“, resümierte sie. Und ergänzte: „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen als Presse.“

In Berlin hatten am Samstag rund 20.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Da bereits während der Demonstration die Hygiene-Regeln nicht eingehalten wurden, stellte die Polizei Strafanzeige gegen den Leiter der Versammlung. Der erklärte den Demonstrationszug am Nachmittag für beendet. Weil auch auf der anschließenden Kundgebung viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen.

Nur eine neue Corona-Infektion in Brandenburg bestätigt

Der Anstieg gemeldeter Corona-Infektionen in Brandenburg ist deutlich zurückgegangen. Von Samstag auf Sonntag kam nur ein Fall aus dem Kreis Potsdam-Mittelmark hinzu, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Von Donnerstag bis Freitag wurden noch elf neue Infektionen gezählt, von Freitag bis Samstag neun. Allerdings kann es auch sein, dass manche Kreise oder kreisfreien Städte neue Infektionen wegen des Wochenendes verzögert melden. Die Zahl an Covid 19-Erkrankten wird derzeit auf 110 geschätzt, die der genesenen Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3592 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

27 Corona-Infektionen in weiterem Betrieb in Mamming festgestellt

Nach dem massiven Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming sind in einem weiteren Betrieb in der Gemeinde 27 Corona-Infizierte ermittelt worden. Wie das Landratsamt Dingolfing-Landau am Samstagabend mitteilte, wurden die Infizierten und deren Kontaktpersonen umgehend von den negativ Getesteten getrennt und isoliert. „Aufgrund der räumlichen Nähe der beiden Mamminger Betriebe gab es offenbar Kontakte zwischen den Saisonarbeitskräften, die zu einer Übertragung des Virus geführt haben“, sagte Landrat Werner Bumeder laut der Mitteilung. In dem neu betroffenen Betrieb arbeiten etwa 600 Menschen.

Beim massiven Ausbruch auf einem Gemüsehof in Mamming hatten sich mit Stand Freitagabend 232 Erntehelfer mit dem Coronavirus infiziert. Fast genauso viele - 231 Erntehelfer - seien laut Landratsamt Dingolfing-Landau dagegen auch das zweite Mal negativ getestet worden. Bei dem Betrieb handelt es sich um einen großen Gemüsehof, der Erdbeeren, Gurken, Kohl und Rote Bete anbaut.

Seit Donnerstag werden alle Saisonarbeitskräfte im Landkreis auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse von 25 von 26 Betrieben sind inzwischen ausgewertet. Bei den 23 weiteren Betrieben wurden keine Infektionen festgestellt. Mamming ist eine ländliche Gemeinde mit gut 3300 Einwohnern unweit von Dingolfing mit seinem großen BMW-Werk; Tests unter Anwohnern fielen derweil fast ausnahmslos negativ aus. (dpa)

Nächtliche Ausgangssperre in Melbourne wegen Corona

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne ist wegen der Corona-Pandemie eine nächtliche Ausgangssperre angekündigt worden. Der Regierungschef des Bundesstaates Victoria, Daniel Andrews, sagte Journalisten, die Ausgangssperre solle von Sonntag an jeden Abend um 20.00 Uhr (Ortszeit) beginnen. Sie gelte jeweils bis 5.00 Uhr des Folgetags. Ausnahmen gibt es für Menschen, die zur Arbeit oder von dort nach Hause fahren oder die sich um jemand anderen kümmern.

Einwohner Melbournes dürfen nur noch einmal am Tag Einkaufen und nicht mehr als eine Stunde draußen Sport machen - und das nur im Umkreis von fünf Kilometern um ihr Zuhause. «Das sind große Schritte, aber sie sind notwendig», sagte Andrews. In der Metropole Melbourne gelten bereits seit Wochen strikte Einschränkungen. Andrews erklärte nun auch den Katastrophenzustand, womit die Polizei und andere Behörden zusätzliche Befugnisse erhalten.

Der besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffene Bundesstaat Victoria hatte am Donnerstag die bisher höchste Anzahl Neuinfektionen seit Beginn der Krise verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen 723 Fälle hinzu. Am Sonntag meldete Andrews 671 neue Fälle innerhalb eines Tages. Victoria hat rund 6,7 Millionen Einwohner. (dpa)

Brandenburg will Corona-Abstands- und Hygieneregeln verlängern

Brandenburg plant, die Maskenpflicht im Nahverkehr und im Handel sowie die Abstands- und Hygieneregeln gegen das Coronavirus zu verlängern. „Solange die Entwicklung weltweit so explosiv ist, müssen wir damit leben“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sehen, dass in den europäischen Nachbarstaaten jetzt wieder Verschärfungen eingeführt werden.“ Sie sei besorgt, wie der Stand in Deutschland und Brandenburg gehalten werden könne, ohne wieder drastische Maßnahmen zu ergreifen. Nonnemacher sprach angesichts von Reiserückkehrern und dem Schulstart am 10. August von einer sehr schwierigen Phase. Die aktuelle Corona-Verordnung für Brandenburg läuft bis zum 16. August. (dpa)

Studie: Zunahme von Schwarzarbeit wegen Corona-Krise

In der Corona-Krise hat die Schwarzarbeit in Deutschland stark zugenommen. Nach einer Berechnung des Wirtschaftswissenschaftlers Friedrich Schneider von der Johannes-Kepler-Universität in Linz für die "Welt am Sonntag" erhöht sich der Anteil der Schwarzarbeit am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr von rund neun auf elf Prozent. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr um 32 Milliarden Euro auf 348 Milliarden Euro.

„Die Leute haben durch Kurzarbeit mehr Zeit und zum Teil kräftige Einkommenseinbußen, das treibt sie in die Schattenwirtschaft", sagte Schneider der Zeitung. Anfang des Jahres noch ging der Experte in seiner Prognose, die er jährlich mit dem Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität Tübingen herausgibt, davon aus, dass der Anteil der Schwarzarbeit in Deutschland im elften Jahr in Folge sinkt: von 9,2 Prozent auf 9,1 Prozent des BIP.

Im Zuge dessen kritisierte der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, den von der Regierung in dieser Woche verabschiedeten Gesetzentwurf, nach dem Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie verboten werden sollen. „Der Staat sollte es unterlassen, mit zusätzlichen, unter dem Deckmantel der Corona-Krise getroffenen Maßnahmen Arbeitskräfte in die Schattenwirtschaft zu treiben“, sagte Feld der „Welt am Sonntag“. Die Schattenwirtschaft sei ein Ventil, das die Auswirkungen der Krise für die Betroffenen etwas abmildert, sagte Feld weiter. Erst wenn die Corona-Krise ausgestanden sei, solle der Staat wieder „dezidiert gegen die Schattenwirtschaft vorgehen“. (AFP)

Mexiko meldet neuen Tagesrekord bei Corona-Neuinfektionen

Den zweiten Tag in Folge hat Mexiko eine neue Rekordzahl bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden seien 9556 neue Fällen registriert worden, gaben die mexikanischen Behörden am Samstag bekannt. Die Gesamtzahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus liegt demnach bei über 434.000. Mehr als 47.400 Menschen starben in dem mittelamerikanischen Land an den Folgen der Viruserkrankung.

Von Freitag auf Samstag starben nach Behördenangaben allein 764 Menschen. In den vorherigen 24 Stunden hatte das Land bereits mehr als 8400 neue Infektionsfälle gemeldet.

Mexiko ist der am drittschwersten von der Gesundheitskrise betroffene Staat der Welt - nach den USA und Brasilien. Am Donnerstag hatte das Land Großbritannien in Bezug auf die Corona-Todesfälle überholt. (AFP)

+++ 1. August +++

Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Sonnabend verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus. Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus. (dpa)

Corona in Berlin: 9.318 bestätigte Fälle, 223 Infizierte gestorben

In Berlin gibt es nach offiziellen Angaben derzeit 9.318 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus. Die Kontaktpersonen werden „weiterhin im Rahmen der Containmentstrategie ermittelt, kontaktiert und isoliert“, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung am Sonnabend mit. 4570 Personen seien männlich, 4747 weiblich. Bei einer Person wurde das Geschlecht nach Senatsangaben nicht übermittelt.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden derzeit 45 Personen, 14 davon intensivmedizinisch. Alle anderen Personen sind häuslich isoliert. Ein Sprecher der Senatsgesundsheitsverwaltung teilte am Sonnabend weiter mit: „223 an dem neuartigen Coronavirus erkrankte Patienten oder Patientinnen sind bislang verstorben“.

Die Verstorbenen staffeln sich nach Altersgruppen wie folgt: drei der Verstorbenen waren 40 bis 49 Jahre alt, zwölf 50 bis 59 Jahre alt, 24 verstorbene Patienten waren 60 bis 69 Jahre alt, 62 der Verstorbenen waren 70 bis 79 Jahre alt, 83 waren 80 bis 89 Jahre alt und 39 der Verstorbenen waren 90 Jahre und älter. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt nach Senatsangaben demnach bei 81 Jahren. (BLZ)

WHO erwartet „sehr lange“ Coronavirus-Pandemie

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwartet eine "sehr lange" Coronavirus-Pandemie. Das erklärte das Notfallkomitee der WHO am Samstag in Genf - sechs Monate, nachdem die Organisation den internationalen Notstand ausgerufen hatte. Zugleich warnte das Komitee vor der Gefahr, dass wegen des "sozio-ökonomischen Drucks" eine Ermüdung bei den Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus eintreten könne.

Weltweit haben sich nach einer Zählung von AFP bislang rund 17,5 Millionen Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Mehr als 680.000 Menschen starben bereits an den Folgen der Infektion. (AFP)

Corona-Ausbruch auf Hurtigruten-Schiff: mittlerweile 33 Infektionen

Nach dem Ausbruch des Coronavirus unter der Besatzung eines Passagierschiffs in Norwegen sind 29 weitere Crew-Mitglieder positiv auf das Virus getestet worden. Damit steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionen von vier auf 33, wie die Reederei Hurtigruten am Samstag mitteilte. Die Corona-Tests von 120 weiteren der insgesamt 158 Besatzungsmitglieder der „Roald Amundsen“ seien negativ ausgefallen, fünf andere müssten nochmals getestet werden. Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die „Roald Amundsen“ am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen - die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus. (dpa)

Minister kritisiert Demo gegen Corona-Auflagen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Demonstrationsrecht unterstrichen, zugleich aber harsche Kritik am Berliner Protestzug gegen staatliche Corona-Beschränkungen geäußert. „Ja, Demonstrationen müssen auch in Corona-Zeiten möglich sein. Aber nicht so“, schrieb der CDU-Politiker am Sonnabend auf Twitter. Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken dienten dem Schutz aller. Die Pandemie sei nur „mit Vernunft, Ausdauer und Teamgeist“ zu meistern. „Je verantwortlicher wir alle im Alltag miteinander umgehen, desto mehr Normalität ist trotz Corona möglich“, betonte Spahn.

In Berlin demonstrierten am Samstag Tausende Menschen gegen Corona-Auflagen. Bei einem Demonstrationszug durch die Mitte der Hauptstadt kamen laut Polizei bis zu 17.000 Menschen, bei einer anschließenden Kundgebung ging sie von 20.000 Teilnehmern aus. (dpa)

Altmaier will härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. „Wer andere absichtlich gefährdet, muss damit rechnen, dass dies für ihn gravierende Folgen hat“, sagte Altmaier der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wir dürfen den gerade beginnenden Aufschwung nicht dadurch gefährden, dass wir einen erneuten Anstieg der Infektionen hinnehmen.“ Die ganz große Mehrheit der Bevölkerung verhalte sich nach wie vor außerordentlich verantwortlich. „Was wir im Augenblick an Risikoanstieg erleben, geht im Wesentlichen zurück auf das achtlose und manchmal auch unverantwortliche Fehlverhalten einer sehr kleinen Zahl von Menschen“, sagte Altmaier. „Das müssen wir wirksamer als bisher unterbinden und in Fällen, bei denen es deshalb zu Infektionen und Ausbrüchen kommt, wirksam ahnden: Das schließt Bußgelder und Strafen mit ein, wenn es sich um Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit handelt.“ (dpa)

Bootsmigranten fliehen aus Quarantäne in Südspanien

Insgesamt 59 Bootsmigranten aus Algerien sind nach Angaben der Regionalregierung der spanischen Region Murcia aus einer Quarantäne-Einrichtung geflohen. Dort seien sie eingewiesen worden, weil sie Kontakt mit Corona-Infizierten gehabt hätten, berichtete die die Zeitung «La Verdad» am Samstag unter Berufung auf die Behörden der Region im Südosten Spaniens.

Bei einer großangelegten Suchaktion der Polizei seien bis Samstag 15 der Migranten wieder aufgegriffen worden. Die Menschen seien in der vergangenen Woche mit Booten über das Mittelmeer nach Spanien gekommen. Sie sollten 14 Tage in einer Sporthalle bei der Stadt Cartagena bleiben.

In der Region hat es schon mehrere solcher Vorfälle gegeben. Vergangenen Mittwoch hatten sich fast 100 Migranten aus einem Quarantänelage am Hafen von Cartagena abgesetzt, waren aber fast alle kurz darauf wieder aufgegriffen worden. An manchen Tagen kommen Hunderte Migranten über das Mittelmeer vor allem an den Küsten Südostspaniens an. Oft fehle es an Räumlichkeiten, um so viele Menschen in Quarantäne zu schicken, schrieb die Zeitung „El País“. (dpa)

Maas für national geregelte Lockerung von Einreiseverboten für unverheiratete Paare

undesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat seinen Kabinettskollegen Horst Seehofer (CSU) zu einer raschen Lösung für unverheiratete Paare aufgefordert, sie sich wegen der strikten Corona-Einreisebestimmungen seit Monaten nicht besuchen dürfen. "Deutschland sollte in Europa Vorreiter und nicht Nachzügler sein, wenn es darum geht, geliebte Menschen wieder zusammenzubringen, die durch Corona seit Monaten auseinandergerissen sind", sagte Maas dem am Samstag dem „Spiegel“. Statt der von Seehofer geforderten europäischen Regelung plädierte Maas für nationale Lösungen.

„Es ist gut, dass wir an einer europäischen Lösung arbeiten, aber in der Zwischenzeit müssen wir die rechtlichen Spielräume nutzen, die wir haben, um für die am schwersten getroffenen Paare pragmatische Lösungen anzubieten“, sagte Maas. Laut „Spiegel“ kommt das zuständige Gremium in Brüssel erst Ende August wieder zusammen.

Seehofer hatte zuvor gesagt, er wolle sich in der EU für Lockerungen bei den Einreiseverboten für unverheiratete Paare stark machen. Er sei für eine solche Lockerung, betonte Seehofer in der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Nationale Lösungen lehnte er jedoch ab. „Das sollte europaweit geschehen und dafür ist in erster Linie die Europäische Kommission zuständig“, sagte der Innenminister.

Viele unverheiratete binationale Paare können ihre Partner wegen der Corona-Beschränkungen seit Monaten nicht sehen. Politiker verschiedener Parteien drängen auf eine Änderung. Wie der „Spiegel“ berichtete, gehen einige EU-Staaten bei dem Thema bereits eigene Wege. So lassen etwa die Niederlande Partner aus Drittstaaten einreisen, wenn sie schon länger in einer Beziehung zu einem niederländischen Staatsbürger sind.

Warnung vor zweiter Welle: Esken für flächendeckende Corona-Tests

SPD-Chefin Saskia Esken fordert angesichts steigender Infektionszahlen eine deutliche Ausweitung der Corona-Tests in Deutschland. Nötig sei eine Strategie, die es erlaube, durch flächendeckende und zugleich gezielte Tests Infektionen frühzeitig zu identifizieren und damit weitere Ansteckungsrisiken zu verringern, sagte Esken der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Samstag). „Da ist jetzt Verantwortung in Bund, Land und Kommune gefragt und gefordert.“ Gerade diejenigen, die bei der Frage von Lockerungen vorangeprescht seien, sollten jetzt alle notwendigen Vorkehrungen treffen, um eine zweite Welle zu verhindern. „Die unbestrittene Notwendigkeit einer europaweiten Strategie darf niemanden davon abhalten, hier und heute Verantwortung zu übernehmen.“ (dpa)

Athen erweitert Maskenpflicht nach gestiegenen Corona-Fällen

Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Am Freitag waren 78 neue Infektionen gemeldet worden. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt.

In Bars dürfen sich nur noch so viele Menschen aufhalten, wie es Sitzplätze gibt. Stehende Kunden dürfen auch draußen nicht mehr bedient werden. Bei Zuwiderhandeln droht eine Geldbuße von 150 Euro.

Das Fernsehen berichtete von zahlreichen Polizeikontrollen in Bars und öffentlichen Verkehrsmitteln. Bereits vergangene Woche hatte Athen die Maskenpflicht von den Verkehrsmitteln auf Geschäfte erweitert. In den vergangenen Tagen war die Anzahl der Corona-Infektionen ständig gestiegen. Am 29. Juli wurden 57 Neuerkrankungen gemeldet. Am Donnerstag, 30. Juli, waren es 65, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte.

In den vergangenen Wochen war in Griechenland in der Bevölkerung wegen der im Vergleich zu anderen Staaten Europa geringen Infektionszahlen eine Nachlässigkeit bemerkt worden. Griechenland beklagt bislang 206 Coronavirus-Opfer. Gemessen an der Bevölkerung von gut 10,5 Millionen ist das eine der geringsten Opferzahlen in Europa. (dpa)

Neun bestätigte Corona-Infektionen in Brandenburg hinzugekommen

Der leichte Anstieg der Zahl bestätigter Corona-Infektionen in Brandenburg setzt sich fort. Von Freitag bis Samstag seien neun neue Fälle hinzugekommen, berichtete das Gesundheitsministerium in Potsdam. Die Stadt Potsdam meldete drei neue Infektionen, der Kreis Märkisch-Oderland zwei. In den Kreisen Oberhavel, Oder-Spree, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming kam jeweils ein Infizierter hinzu. Von Donnerstag bis Freitag wurden elf neue Infektionen gezählt. Die Zahl an Covid-19 Erkrankter wird auf 110 Geschätzt, die genesener Patienten auf 3310. Seit März haben sich 3591 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert und 173 starben. (dpa)

Chöre in Brandenburg proben wieder

In Brandenburg beginnen viele Chöre wieder mit Proben und Auftritten. Bereits zuvor hatte es vielerorts kreative Lösungen gegeben, doch miteinander zu singen oder zumindest die Stimmen zu trainieren. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Laut Eric Mülling, Sprecher im Potsdamer Kulturministerium, haben viele Chorproben im digitalen Raum, etwa über Onlineplattformen oder Videokonferenzprogramme wie Zoom stattgefunden.

Allerdings sei diese Variante von vielen Chören aus künstlerischer Sicht als nicht effektiv und maximal als Ergänzung zur Präsenzprobe erachtet worden. «Vielmehr dienten diese digitalen Treffen dazu, das soziale Miteinander aufrecht zu erhalten», sagt Mülling.

Vor allem im August wollen viele Chöre die Proben wieder aufnehmen. Abstands- und Hygienebestimmungen stellen sie jedoch vor große Herausforderungen, wie die Präsidentin des Brandenburgischen Chorverbands, Sabine Hellwig, erklärt. Allgemein überwiege aber die Euphorie, nun wieder gemeinsam singen zu können. (dpa9

RKI-Zahlen: 209.653 Corona-Infizierte in Deutschland

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 209.653 angegeben - ein Plus von 955 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 210.399 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9148 Todesfälle und damit sieben mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9147 Tote. Die Zahl der Genesenen lag zunächst nicht aktualisiert vor.

Detaillierte Daten stellt das RKI auf seiner Internetseite unter https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html sowie im dort verlinkten sogenannten Dashboard zur Verfügung. Die JHU veröffentlicht ihre detaillierten Daten unter https://coronavirus.jhu.edu/map.html auf ihrer Internetseite. (AFP)

Japanische Präfektur Okinawa ruft wegen Corona-Pandemie Notstand aus

Japans bei Touristen beliebte Präfektur Okinawa hat wegen rasant steigender Corona-Fallzahlen den Notstand ausgerufen. Gouverneur Denny Tamaki forderte die Menschen auf, zwei Wochen zu Hause zu bleiben und nicht unbedingt notwendige Ausflüge zu vermeiden. Die im Süden Japans liegende Inselkette hatte zuletzt täglich neue Rekord-Fallzahlen verzeichnet, von denen die meisten bei den dort stationierten US-Streitkräften festgestellt wurden.

„Wir sehen eine explosionsartige Ausbreitung von Infektionen“, sagte Tamaki vor Reportern. Der Notstand werde bis zum 15. August verhängt, da die Krankenhäuser mit der Welle an Neuinfektionen überfordert seien. Die Beschränkungen sind im Gegensatz zu ähnlichen Maßnahmen in Europa nicht verpflichtend, dennoch werden die Vorgaben von den Japanern in der Regel respektiert.

Okinawa meldete am Freitag 71 neue Fälle, womit sich die Gesamtzahl der Infizierten auf 395 erhöhte. Nach Angaben der örtlichen Behörden sind die US-Streitkräfte für 248 der Fälle verantwortlich, was die Spannungen zwischen der US-Armee und der Bevölkerung zusätzlich anheizt. Die Präsenz der US-Streitkräfte ist in Okinawa seit langem umstritten. Auf der Okinawa-Hauptinsel sind rund 20.000 Soldaten der US-Marine stationiert, hinzu kommen tausende weitere Streitkräfte anderer Armeeeinheiten.

Bolsonaro: Brasilianer sollen „sich dem Virus stellen“

Nach der Überwindung seiner Corona-Infektion hat Brasiliens Staatschef Jair Bolsonaro seine Landleute aufgefordert, "„sich dem Virus zu stellen“. Es gebe nichts zu befürchten, sagte der rechtsradikale Präsident am Freitag vor Reportern. „Ich wusste, dass ich mich eines Tages anstecken würde, denn ich glaube, dass leider fast jeder hier sich irgendwann anstecken wird“, führte Bolsonaro weiter aus, der wegen seines Krisenmanagements in der Corona-Pandemie heftig in der Kritik steht.

„Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“, sagte er am Freitag. Anfang Juli hatte Bolsonaro bekannt gegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Vor einigen Tagen erklärte er sich aber als genesen. Am Donnerstag war Bolsonaros Ehefrau positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Bolsonaro ist bekannt dafür, die Gesundheitskrise herunterzuspielen. Die Krankheit bezeichnete der 65-Jährige anfangs als „kleine Grippe“. Er hatte sich zudem wiederholt über eine in der Hauptstadt Brasília geltende Maskenpflicht hinweg gesetzt und das Abstandsgebot missachtet. Erst am Donnerstag begrüßte er bei seiner ersten öffentlichen Veranstaltung seit seiner Erkrankung seine Anhänger im nordöstlichen Bundesstaat Piaui und nahm unter lautem Jubel seine Gesichtsmaske ab.

Mit mehr als 2,6 Millionen nachgewiesenen Infektionen und über 96.000 Toten ist Brasilien das am zweitstärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Nur die USA haben mehr Opfer zu beklagen. (AFP)

Mexiko rückt bei Zahl der Corona-Opfer an dritte Stelle

Die Zahl der Corona-Toten in Mexiko ist auf 46 688 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium des lateinamerikanischen Landes am Freitag mit. Damit überholte Mexiko bei der Zahl der Todesopfer durch die Lungenkrankheit Covid-19 Großbritannien und rückte weltweit an die dritte Stelle hinter Brasilien und den Vereinigten Staaten. Bislang haben sich in dem Land 424 637 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit liegt Mexiko weltweit an sechster Stelle. Experten gehen allerdings davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegen dürfte, weil in Mexiko nur relativ wenig getestet wird. (dpa)

Fauci zweifelt an Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfungen

Der führende US-Seuchenexperte Anthony Fauci hat Bedenken hinsichtlich der Sicherheit von in China und Russland entwickelten Corona-Impfstoffen geäußert. „Ich hoffe, dass die Chinesen und die Russen den Impfstoff tatsächlich testen, bevor sie ihn jemandem verabreichen“, sagte Fauci am Freitag bei einer Kongressanhörung auf die Frage, ob die USA die Impfstoffe verwenden würden, wenn diese vor anderen verfügbar seien. Nach Ansicht des Virenexperten werden die USA bei der Beschaffung von Impfstoffen jedoch nicht auf andere Länder angewiesen sein.

Fauci äußerte Zweifel an dem Vorgehen von China und Russland: „Behauptungen, einen Impfstoff vertriebsbereit zu haben, bevor man ihn testet, halte ich bestenfalls für problematisch.“ Vor allem mehrere chinesische Unternehmen stehen an der Spitze des weltweiten Impfstoffwettlaufs, während Russland erklärte, bis September der Öffentlichkeit einen Impfstoff zur Verfügung stellen zu können.

Zwei chinesische Unternehmen, Sinovac und Sinopharm, haben in Brasilien und den Vereinigten Arabischen Emiraten Versuche die dritte Testphase eingeleitet. Ein weiterer Impfstoff wird bereits den Angehörigen des chinesischen Militärs verabreicht, ohne die letzte Testphase durchlaufen zu haben.

Drei von westlichen Firmen entwickelte Coronavirus-Impfstoffe befinden sich ebenfalls in der dritten und letzten Testphase. China und Russland wird vorgeworfen, versucht zu haben, Informationen zur Impfstoffforschung von anderen Ländern zu stehlen. Peking und Moskau streiten die Vorwürfe ab. (AFP)

+++ 31. Juli +++

Start für kostenlose Corona-Tests für Reiserückkehrer

Urlauber, die aus dem Ausland zurückkehren, können sich ab Samstag kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Das legt eine entsprechende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Die Tests sind für alle Reiserückkehrer auch ohne Krankheitsanzeichen innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland möglich - zum Beispiel an Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen. Bezahlt werden die Tests zunächst von den gesetzlichen Krankenversicherungen. Der Bund will die Kosten dann mit einem schon beschlossenen höheren Zuschuss an die Kassen übernehmen. (dpa)

Corona-Ampel in Berlin weiter auf Grün

In Berlin zeigen die drei Warnampeln in der Corona-Pandemie den zweiten Tag in Folge komplett auf Grün. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Freitag bei 0,93, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Am Mittwoch betrug er noch 1,21. Zuletzt hatte diese Ampel rot geleuchtet.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. In der 7-Tage-Statistik lag er bei 1,23.

Auch die beiden anderen Ampeln für die Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und den Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen zeigen auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Freitag um 82 auf 9273 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Menschen, davon 16 in der Intensivmedizin. Bisher sind 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte gestorben.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Nach drei Coronavirus-Infektionen in Potsdamer Kita noch keine weiteren Fälle

Nachdem sich in einer Potsdamer Kita zwei Kinder und ein Erzieher mit dem Coronavirus infiziert haben, sind nach weiteren Tests zunächst keine neuen positiven Fälle bestätigt worden. Das teilte die Stadt am Freitag mit. Die ersten Testergebnisse bei Kindern und Erziehern der Kindertagesstätte hatten am Donnerstag zwei positive Coronafälle bestätigt. Neben dem bereits positiv auf das Coronavirus getesteten Kind haben sich ein weiteres sowie ein Erzieher mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert.

Insgesamt 107 Kinder sowie fünf Erzieherinnen und Erzieher sollten getestet werden - sie gelten als Kontaktperson ersten Grades und mussten in Quarantäne. Nach Angaben der Stadt waren nicht alle Betroffenen am Mittwoch bei der Abstrichstelle erschienen. Sie wurden deshalb in den vergangenen 48 Stunden durch ein mobiles Team des Klinikums Ernst von Bergmann getestet. Die Ergebnisse der Tests werden bis zum Sonntag erwartet. Der Krippenbereich der Kita ist nach Angaben der Stadt nicht betroffen, die Kita bleibt geöffnet. (dpa)

19 Mitarbeiter des Klinikums Magdeburg positiv auf Corona getestet

Bei umfangreichen Tests der Beschäftigten des städtischen Klinikums Magdeburg ist in 19 Fällen das Coronavirus nachgewiesen worden. Die Infizierten arbeiteten in ganz verschiedenen Bereichen des Krankenhauses, von der Verwaltung bis zum medizinischen Bereich, sagte Geschäftsführer Knut Förster am Freitag.

Alle seien symptomfrei und hätten eine vergleichsweise geringe Viruslast. Die Infektionsketten könnten nicht nachvollzogen werden. Die betroffenen Mitarbeiter seien in Quarantäne. Für den aktuellen Klinikbetrieb hätten die Fälle gegenwärtig keine Konsequenz, sagte Förster. Zuvor hatte MDR Sachsen-Anhalt berichtet.

Seit Donnerstag vergangener Woche war am Klinikum mit gut 1900 Mitarbeitern eine Testreihe durchgeführt worden. Es seien noch Testergebnisse offen, sagte Geschäftsführer Förster. Am Montag sollten alle bislang positiv getesteten Mitarbeiter erneut untersucht werden. Voraussichtlich Dienstag werde eine neue Teststrategie festgelegt, kündigte Förster an.

In dem Klinikum werden dem Geschäftsführer zufolge derzeit drei Corona-Patienten behandelt. Darunter seien zwei auf einer Isolierstation, die wegen anderer Erkrankungen schon infiziert ins Krankenhaus gekommen seien. Der Dritte werde in der Psychiatrie behandelt, für seine Infektion gebe es keine Erklärung. (dpa)

Gesundheitsverwaltung plant Corona-Teststellen an Hauptbahnhof und ZOB

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten plant die Berliner Gesundheitsverwaltung weitere Teststellen am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) sowie am Hauptbahnhof. Anfang kommender Woche sollen diese den Betrieb aufnehmen, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. Zuvor hatte Senatorin Dilek Kalayci (SPD) die Pläne im RBB bekannt gemacht. Verantwortlich für die Durchführung ist demnach die Kassenärztliche Vereinigung Berlin. Noch sind die Tests freiwillig. Im Laufe der kommenden Woche wird eine Anordnung der Bundesregierung erwartet, die diese zur Pflicht macht.

Damit haben auch Reiserückkehrer abseits der Flughäfen die Möglichkeit, sich direkt nach ihrer Ankunft testen zu lassen. Am Mittwoch hatte zunächst eine Teststelle am Berliner Flughafen Tegel für Rückkehrer aus der Türkei und anderen Risikoländern mit den Tests begonnen. Seit Freitag ist das auch am Flughafenstandort in Schönefeld möglich, wo vor allem Flugzeuge aus osteuropäischen Risikogebieten landen. Beide Standorte werden von der Charité betrieben. (dpa)

WHO: Rekord bei Neuinfektionen - 292.000 Fälle binnen 24 Stunden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet einen neuen Rekord bei der Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Innerhalb eines Tages hätten sich weltweit 292.000 Menschen infiziert, teilte die WHO am Freitagabend mit. Die meisten neuen Fällen gab es in Nord-, Mittel- und Südamerika mit insgesamt 172 000. In Brasilien wurden die meisten Fälle von allen Staaten gezählt (69.000). Danach folgen die USA (65.000). Unter allen Ländern weltweit ragt auch Indien mit 55.000 neuen Infektionen heraus. In Europa wurden 25 000 neue Infektionen registriert. Viele davon in Spanien mit 2800.

Ein halbes Jahr nach dem Ausrufen einer Notlage von internationaler Tragweite hatte am Freitag auch ein Fach-Komitee der WHO getagt. Die rund 30 unabhängigen Experten, die den WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus bei der Ausrufung der Notlage beraten hatten, treffen sich turnusmäßig zu einer neuen Betrachtung der Corona-Lage. Etwaige Ergebnisse ihrer Sitzung wurden zunächst nicht bekannt. (dpa)

Sechs Corona-Fälle auf Hamburger Werft Blohm+Voss

Auf der Hamburger Werft Blohm+Voss haben sich sechs Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Bremer Unternehmensgruppe Lürssen als Muttergesellschaft am Freitag bestätigte, sind die Infizierten und ihre Kontaktpersonen in Quarantäne. Am Montag soll es einen freiwilligen Massentest geben. Die Maßnahmen seien mit dem Gesundheitsamt abgestimmt. Zuvor hatte die „Hamburger Morgenpost“ berichtet. (dpa)

Nach Corona-Genesung: Bolsonaro löst Menschenansammlungen aus

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Es bildeten sich Menschenansammlungen. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert.

Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Seitdem führte er die Amtsgeschäfte aus der Quarantäne in der Präsidentenresidenz in Brasília. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen. In einer Live-Übertragung am Donnerstagabend sagte er, dass er sich nach der Corona-Ansteckung schwach gefühlt und in der Quarantäne „Schimmel in der Lunge“ eingefangen habe. Der rechtspopulistische Staatschef hatte das Coronavirus mehrfach als «leichte Grippe» abgetan. Inzwischen wurde auch Präsidentengattin Michelle positiv auf das Virus getestet.

Nach seiner Genesung befindet sich der Präsident in einer Art Wahlkampfmodus. Nachdem er am Donnerstag im Nordosten - traditionell Gebiet der linken Arbeiterpartei PT - unter anderem ein System zur Wasserversorgung eingeweiht hatte, eröffnete er am Freitag fast 4000 Kilometer entfernt im Süden staatliche Sozialwohnungen. Nach den USA ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Bislang haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert. Mehr als 90 000 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. (dpa

Opferfest: Kalayci mahnt Gläubige zur Einhaltung der Corona-Regeln

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD)
Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Wegen der häufig beobachteten Ansteckungen in Haushalten und Familien hat Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci zur Einhaltung der Corona-Verhaltensregeln auch beim derzeitigen Opferfest aufgerufen. „Ich wünsche allen ein Opferfest voller Zufriedenheit, Solidarität und Frieden! Bitte Familienfeiern ausschließlich nur mit 1,5 m Abstand und Mundschutz!“, schrieb die SPD-Politikerin am Freitag bei Facebook.

Auf ihrem Twitter-Kanal verwies sie zusätzlich darauf, dass die Hälfte der Ausbrüche in Berlin im häuslichen Umfeld stattfinde, auch das Robert Koch-Institut (RKI) melde Familienfeiern als häufige Ausbruchsorte. Das Opferfest gilt als höchstes Fest für Muslime weltweit. (dpa)

Finnland erlaubt wieder Veranstaltungen mit mehr als 500 Teilnehmern

Wegen seiner unverändert niedrigen Corona-Zahlen rückt Finnland von weiteren während der Pandemie erlassenen Maßnahmen ab. Als erstes Land Nordeuropas erlaubt das nördlichste Mitglied der EU wie geplant ab Samstag wieder öffentliche Veranstaltungen und Versammlungen mit mehr als 500 Teilnehmern.

Wie die finnische Regierung am Freitag mitteilte, gilt dies für Indoor-Veranstaltungen und auch für Events auf umschlossenen Außenflächen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Richtlinien der Behörden zur Vermeidung von Infektionen eingehalten werden. Außerdem empfiehlt die Regierung den Finnen nicht länger, überwiegend aus dem Homeoffice zu arbeiten. (dpa)

Deutsche Telekom und SAP sollen EU-Corona-Warn-Plattform bauen

Die Deutsche Telekom und SAP sollen für die EU-Kommission eine Warn-Plattform bauen, die Corona-Apps verschiedener Staaten miteinander vernetzt. Man könne bestätigen, dass der Auftrag der EU-Kommission „kurz vor Abschluss“ stehe, sagte ein Telekom-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Die Plattform soll es ermöglichen, dass die Corona-Warn-Apps verschiedener Staaten miteinander kommunizieren, so dass die Warnungen auch über Grenzen hinweg oder im Ausland funktionieren. Die Kooperation werde dem Bericht zufolge zunächst Staaten betreffen, die ähnliche dezentrale Lösungen einsetzen wie Deutschland - dazu gehören etwa die Niederlande, Österreich oder Dänemark

Telekom und SAP hatten gemeinsam die deutsche Corona-Warn-App entwickelt. Zuletzt gab es Probleme, weil die App teilweise nicht ordnungsgemäß funktioniert hatte - diese sollen aber mittlerweile behoben sein. Bislang können die Apps der EU-Staaten jedoch noch nicht grenzüberschreitend kommunizieren und Warnungen ausgeben. (dpa)

Studie: Deutsche zusehends beunruhigt wegen Corona-Entwicklung

Die Deutschen zeigen sich angesichts der zunehmenden Infektionszahlen mit dem Coronavirus zusehends beunruhigt. Gut drei Viertel erwarten mittlerweile eine zweite Corona-Welle, wie aus dem am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ hervorgeht. Erstmals überwiegt darin die Einschätzung, dass die Menschen sich eher unvernünftig verhalten. Dies sagten 51 Prozent der Befragten - im Juni waren es nur 33 Prozent gewesen.

Gleichzeitig wird auch die Gefahr für die eigene Gesundheit höher eingeschätzt als etwa im drei Wochen zurückliegenden „Politbarometer“. Die Hälfte der Befragten hält die Gesundheit für gefährdet, zu Monatsbeginn waren es noch 40 Prozent. Bei der Rückkehr von Urlaubern aus Risikogebieten befürworten mit 94 Prozent fast alle Befragten verpflichtende Corona-Tests für diese Reisenden.

Skeptisch sind die Deutschen zur Realisierbarkeit der nach den Sommerferien vorgesehenen Rückkehr zum regulären Unterricht. 54 Prozent der Befragten äußerten Zweifel, dass dies funktionieren kann - 43 Prozent haben positive Erwartungen. (AFP)

Dänische Gesundheitsbehörde rät zu Mundschutz in Bussen und Bahnen

Generell herrscht im Großteil Skandinaviens keine Maskenpflicht - jetzt wird in Dänemark aber empfohlen, im Gedränge in öffentlichen Verkehrsmitteln besser einen Mundschutz zu tragen. Wenn die Dänen nach den Ferien ab der kommenden Woche an ihre Arbeitsplätze und Bildungseinrichtungen zurückkehrten, könne es in Bussen, Zügen und auf Fähren schwieriger werden, den nötigen Abstand zueinander zu wahren, erklärte die dänische Gesundheitsverwaltung am Freitag. „Deshalb empfehlen wir jetzt, in diesen Situationen einen Mundschutz in der Tasche dabei zu haben und ihn aufzusetzen, wenn es schwer ist, Abstand zu halten“, erklärte Behördenchef Søren Brostrøm.

Gleichzeitig wies die Behörde darauf hin, dass sich die Corona-Zahlen in Dänemark weiterhin auf einem niedrigen Niveau befänden. Es gebe derzeit keine deutlichen Anzeichen für einen markanten Anstieg. (dpa)

Drei spanische Regionen nun auf Liste der Corona-Risikogebiete

Die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra gelten für das Corona-Krisenmanagement in Deutschland nun auch als Risikogebiete. Das geht aus einer Aktualisierung der entsprechenden Liste des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitag hervor. In den drei Gebieten in Spanien wurde laut Bundesgesundheitsministerium die Schwelle von mehr als 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen überschritten. In der EU steht bisher schon Luxemburg auf der Liste, die auch für deutsche Touristen wichtig ist.

Reiserückkehrer aus offiziell eingestuften Risikogebieten müssen sich direkt für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und sich beim zuständigen Gesundheitsamt melden, wie das Ministerium erläuterte. Möglich ist auch, ein negatives Corona-Testergebnis vorzulegen, das höchstens 48 Stunden alt ist. In der nächsten Woche soll eine Corona-Testpflicht kommen - über freiwillige Tests hinaus, die für alle Einreisenden aus dem Ausland kostenfrei möglich sein sollen. (dpa)

Erster Todesfall in Vietnam in Verbindung mit Covid-19

In Vietnam ist erstmals ein Mensch in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das gab am Freitag die Regierung in dem südostasiatischen Land bekannt, das bisher als sehr erfolgreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt. Jedoch gibt es schon seit Tagen Angst vor einer zweiten Welle: In der Küstenstadt Da Nang waren am vergangenen Wochenende erstmals wieder Infektionen verzeichnet worden, nachdem Vietnam fast 100 Tage lang keine lokale Ansteckung mit dem Coronavirus gemeldet hatte. Mittlerweile gibt es auch Neuinfektionen in der Hauptstadt Hanoi.

Der gestorbene Patient war am 9. Juli ins Krankenhaus gebracht worden. Berichten zufolge war er über 70 Jahre alt und litt an mehreren Vorerkrankungen. (dpa)

Amtsärzte schlagen wegen steigender Infektionszahlen Alarm

Angesichts der wieder deutlich gestiegenen Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland haben die Amtsärzte Alarm geschlagen. Für eine zweite Pandemie-Welle seien die Gesundheitsämter „viel zu knapp besetzt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitagsausgaben). „Mit den steigenden Infektionszahlen rollt ein riesiges Problem auf uns zu“, warnte sie.

Die mehr als 400 deutschen Gesundheitsämter könnten nicht warten, bis die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung zur Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes in Kraft träten, sagte Teichert. Nötig sei eine kurzfristige Lösung. Die Gesundheitsämter müssten im Notfall Verstärkung bekommen.

Die Verbandsvorsitzende schlug zur Unterstützung der Gesundheitsämter ein bundesweites Freiwilligen-Register vor. Dieses solle „eine Art Jobbörse“ sein, die im Ernstfall Mitarbeiter vermittle. Die freiwilligen Helfer müssten aber bereits geschult sein und sich „im Thema auskennen“. Dies könnten Studierende sein, die schon in der ersten Pandemie-Welle für den Einsatz gegen das Virus ausgebildet worden seien, aber etwa auch Beschäftigte aus anderen Bereichen des Gesundheitswesens. (afp)

Corona-Maßnahmen in Nordengland wieder verschärft 

In Teilen von Nordengland sind die Corona-Maßnahmen wieder verschärft worden. In der Großstadt Manchester und anderen Gebieten dürfen sich Mitglieder verschiedener Privathaushalte nicht mehr in Innenräumen treffen, wie Gesundheitsminister Matt Hancock am Donnerstag mitteilte. Die Maßnahme gilt auch für die Stadt Leicester und Teile der Verwaltungsbezirke West Yorkshire and East Lancashire.

Hancock begründete die Maßnahme damit, dass sich viele Menschen nicht an die Regeln zum Wahren von physischem Abstand hielten. Die Regierung führe die neuen Restriktionen „schweren Herzens“ ein. Die neuen Regeln in Teilen Nordenglands traten um Mitternacht in der Nacht zum Freitag in Kraft.

Viele Corona-Maßnahmen in England waren in den vergangenen Wochen aufgehoben worden. Allerdings wurde vor einer Woche eine generelle Maskenpflicht beim Einkaufen in Geschäften eingeführt. Die britische Regierung ist nur für die Corona-Maßnahmen in England zuständig, nicht in Nordirland, Schottland und Wales.
Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa. Mehr als 300.000 Infektionsfälle wurden dort verzeichnet. Die offizielle Zahl der Todesopfer liegt bei rund 46.000. (afp)

+++ 30. Juli +++

Corona-Ampel in Berlin ist wieder komplett auf Grün

In Berlin zeigen die drei Warnampeln in der Corona-Pandemie wieder komplett auf Grün. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Donnerstag anders als an den Vortagen nur noch bei 0,90, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. Am Mittwoch betrug er noch 1,21. Zuletzt hatte diese Ampel rot geleuchtet.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an. Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,17.

Auch die beiden anderen Ampeln für die Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und den Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen zeigen auf Grün. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Donnerstag um 42 auf 9191 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 41 Menschen, davon 20 in der Intensivmedizin. Bisher sind 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte gestorben.
Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Brandenburg plant zunächst keine Maskenpflicht in Schulen

Der Berliner Senat will die Maskenpflicht am Dienstag beschließen.
Foto: imago images/Westend61

Für Lehrer und Schüler in Brandenburg ist derzeit anders als in Berlin keine Maskenpflicht in Schulen wegen des Coronavirus geplant. „Unser Hygieneplan sieht erstmal die Maskenpflicht an Schulen nicht vor“, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. „Dies ist allerdings der Bildungsministerin vorbehalten.“ Nonnemacher verwies auf die Abwägung solcher Maßnahmen: „Wir müssen bei unseren Maßnahmen immer auf die aktuellen Impfzahlen schauen, aber auch, wie das Verhältnis der Angemessenheit von Eingriffen in die Grund- und Freiheitsrechte zum Infektionsgeschehen ist.“

Berlin plant nach dem Ende der Sommerferien ab 10. August einen Mund-Nasen-Schutz für Schüler, Lehrer und andere Beschäftigte in Schulen etwa auf Fluren, in Aufenthalts- und Gemeinschaftsräumen oder Toiletten. In Unterrichtsräumen, auf dem Pausenhof oder im Hort soll die Verpflichtung nicht gelten, kündigte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) an. Der Senat will die Maskenpflicht am Dienstag beschließen. (dpa)

Baden-Württemberg: 40 Corona-Fälle in christlicher Gemeinde

40 Mitglieder einer christlichen Gemeinde in Sinsheim in Baden-Württemberg haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Andreas Welker, am Donnerstag in Heidelberg mit. Bisher seien 105 Gemeindemitglieder untersucht worden. Nun sollen auch noch die restlichen 77 Mitglieder der Gemeinde getestet werden.

Grund für die Flächentestung war der Kontakt eines positiv Getesteten zu der rumänisch-christlichen Gemeinde in Sinsheim sowie weitere Infektionen in einer anderen Gemeinde in Baden-Württemberg. Da dort keine Gottesdienste mehr durchgeführt werden konnten, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Gemeindemitglieder Gottesdienste in Kommunen in der Umgebung besucht haben. (dpa)

Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen gestartet

Reisende entlang der Autobahnen an der bayerischen Grenze können sich seit Donnerstag auf das Coronavirus Sars-CoV-2 testen lassen. Seit 7.00 Uhr laufe der Betrieb etwa an der Rastanlage Hochfelln-Nord an der Autobahn 8 bei Bergen, sagte Thorsten Brandstätter vom Bayerischen Roten Kreuz. In den ersten vier Stunden seien schon 48 Menschen für einen Rachenabstrich vorbeigekommen.

Die bayerische Staatsregierung hatte beschlossen, zusätzlich zu Teststationen an Flughäfen an mehreren grenznahen Autobahnen sowie den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg solche Zentren einzurichten, wo sich Menschen auf das Virus testen lassen können.

Bislang sind diese Tests, die vor allem für heimkehrende Urlauber gedacht sind, freiwillig. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass sie verpflichtend, aber kostenfrei werden sollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte angekündigt, in Bayern könnten sich auch Menschen aus anderen Bundesländern testen lassen. (dpa)

Schweiz empfiehlt Kantonen Maskenpflicht in allen Geschäften

Nach einem neuen deutlichen Anstieg der gemeldeten Corona-Infektionen haben Schweizer Bundesbehörden eine Maskenpflicht in allen Geschäften oder allen öffentlichen Räumen empfohlen. „Die Situation ist ernst, wir müssen jetzt einen Gang höher schalten“, sagte Amtsdirektor Pascal Strupler am Donnerstag in Bern. Landesweit gilt die Maskenpflicht bislang nur in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Bis Donnerstagmorgen waren innerhalb von 24 Stunden 220 neue Infektionen gemeldet worden. Am Mittwoch waren es 192. Das sind Zahlen, wie sie zuletzt Ende April verzeichnet wurden. Seit Ende Juni steigen die gemeldeten Corona-Neuinfektionen wieder. Seit Beginn der Epidemie waren es knapp über 35.000. 1704 Menschen sind gestorben. (dpa)

Familienfeier in Meck-Pomm: Zwölf Infizierte

Nach einer Familienfeier im Raum Hagenow in Mecklenburg-Vorpommern sind mittlerweile zwölf Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sagte ein Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim am Donnerstag. Von den zwölf Fällen entfielen elf auf den Landkreis und einer auf Schwerin. (dpa)

Linke befürwortet Maskenpflicht in der Schule

Die Berliner Linke-Fraktion hat sich für eine Maskenpflicht an Schulen wegen des Coronavirus ausgesprochen. „Masken bieten nachweislich mehr Schutz“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion, Regina Kittler, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Daher halte sie entsprechende Überlegungen der Bildungsverwaltung für richtig. Kittler plädierte für einen Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Lehrer und die Schüler aller Jahrgänge - allerdings nicht im Unterricht selbst. „Dort über mehrere Stunden eine Maske zu tragen, ist nicht zumutbar.“
Für Kinder, die noch keine Maske hätten, müsse sichergestellt werden, dass die Schulen welche vorrätig hätten, ergänzte Kittler. „Die Lehrkräfte haben schon vor einiger Zeit vom Land Geld bekommen, um sich eine Maske zu kaufen.“

Die Senatsverwaltung für Bildung erwägt mit Beginn des Unterrichts nach dem Ferienende am 10. August eine Maskenpflicht in Schulen. Sie soll nicht gelten im Unterricht, in Arbeitsgemeinschaften oder im Hort. Endgültig entschieden ist noch nichts. (dpa)

Corona-Krise: Deutsche Bahn erwartet Rekordverlust

Leere Bahnsteige: In der Corona-Krise kein seltenes Bild.
Foto: dpa/Silas Stein

Die Deutsche Bahn rechnet 2020 im laufenden Geschäft mit einem Rekordverlust. Zum Jahresende erwarte man ein Minus von bis zu 3,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit), kündigte das Bundesunternehmen am Donnerstag an. Der Umsatz könne auf bis zu 38,5 Milliarden Euro absacken. 2019 hatte er noch 44,4 Milliarden Euro betragen. Die Prognose sei aber mit hoher Unsicherheit behaftet, hieß es.

„Das Virus hat unseren erfolgreichen Wachstumskurs jäh ausgebremst und die DB in die schlimmste finanzielle Krise seit ihrem Bestehen gestürzt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Richard Lutz.

Im ersten Halbjahr sank der Konzernumsatz verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um knapp zwölf Prozent auf 19,4 Milliarden Euro. Der operative Verlust (Ebit) betrug 1,8 Milliarden Euro. Der Konzern führte das vor allem auf die Folgen der Corona-Pandemie zurück. (dpa)

Aidshilfe fordert: Prostitution trotz Corona wieder zulassen

Trotz der weiter schwelenden Coronavirus-Pandemie sollte Prostitution aus Sicht der Deutschen Aidshilfe zügig wieder erlaubt werden - in Bordellen, mobil und auf der Straße. Entsprechende Hygienekonzepte lägen vor, erklärte der Verband in Berlin. Nachbarländer wie Belgien, die Niederlande, Österreich, die Schweiz und Tschechien hätten den Schritt bereits vollzogen, hieß es. Hierzulande werde Prostitution dagegen zurzeit ins Verborgene verdrängt und finde somit unter gefährlichen Bedingungen statt.

Ulf Kristal vom Vorstand der Aidshilfe sagte, Sexarbeit dürfe nicht anders behandelt werden als andere Tätigkeiten mit engem Körperkontakt. „Niemand hat darüber zu urteilen, ob für jemand anderen ein Friseurbesuch oder ein sexuelles Erlebnis wichtiger ist.“ Er wies darauf hin, dass das Tätigkeitsverbot viele Sexarbeiterinnen in Notlagen bringe. „Viele sind ohne Einkommen, nicht wenige auch ohne Wohnraum oder Krankenversicherung. Prekäre Lebenssituationen und Abhängigkeitsverhältnisse werden verschärft.“ Auf der anderen Seite werde Kunden und Kundinnen die sexuelle Dienstleistung vielfach verwehrt - was eine Einschränkung ihrer Sexualität sein könne.

Kristal sagte, die derzeitige Verdrängung in die Illegalität habe fatale Folgen. Menschen in der Sexarbeit brauchten ein sicheres Arbeitsumfeld mit fairen Regeln und rechtlicher Absicherung. „Sicherheit lässt sich nur unter legalen Bedingungen herstellen. Dort lässt sich auch Infektionsschutz am besten umsetzen. Gerade jetzt, wo Infektionszahlen wieder steigen, sind klare Spielregeln wichtig.“
Entsprechende Hygienekonzepte sähen vor: Mund-Nasen-Schutz plus eine Unterarmlänge Abstand zwischen Gesichtern plus Safer Sex. Hundertprozentige Sicherheit werde auch in anderen Branchen nicht gefordert und wäre ohnehin illusorisch. (dpa)

Australien meldet Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen 

Trotz einer nunmehr zweiwöchigen Ausgangssperre in Melbourne steigen die Corona-Fallzahlen im australischen Bundesstaat Victoria weiter dramatisch an. Nach mehreren Ausbrüchen in Seniorenheimen meldete Australien am Donnerstag eine Rekordzahl an landesweiten Neuinfektionen - und registrierte die höchste Todeszahl seit Beginn der Pandemie. Allein im Bundesstaat Victoria wurden binnen 24 Stunden 13 Todesfälle und 723 Neuinfektionen verzeichnet. Der landesweite Rekord hatte zuletzt bei 549 Neuinfektionen gelegen.

Victorias Premierminister Daniel Andrews deutete an, dass der Anstieg bei den Todesfällen mit den jüngsten Infektionsherden in Seniorenheimen zusammenhängen könnte. Die meisten der zuletzt an Covid-19 Gestorbenen waren demnach über 70 Jahre alt.
Australien hatte die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zunächst erfolgreich eingedämmt. Bereits im April gab die Regierung Entwarnung, im ganzen Land wurden die Corona-Regeln wieder gelockert. Die Küstenmetropole Melbourne erlebt jedoch seit Mitte Juni einen dramatischen Anstieg bei den Neuinfektionen. Zu den Ursachen zählen Sicherheitslücken in Hotels, in denen aus dem Ausland zurückgekehrte Urlauber unter Quarantäne gestellt worden waren.

Seit mehr als zwei Wochen sind in Melbourne wieder Ausgangsbeschränkungen in Kraft, zudem erließ die Metropole als erste Stadt Australiens eine Maskenpflicht. Wegen des Anstiegs bei den Fällen in Seniorenheimen schickte die Regierung nun auch speziell ausgebildete Einsatzkräfte nach Melbourne, die normalerweise bei Naturkatastrophen im Ausland eingesetzt werden.
(afp)

Brasilien lockert Einreise-Sperre für Ausländer per Flugzeug 

Mitten in der grassierenden Corona-Pandemie hat Brasilien für zunächst 30 Tage zahlreiche Flughäfen wieder für Ausländer geöffnet. Eine entsprechende Regelung wurde am Mittwochabend (Ortszeit) im Amtsblatt „Diário Oficial“ veröffentlicht. Demnach müssen Touristen etwa vor einem Aufenthalt von bis zu 90 Tagen eine Krankenversicherung nachweisen, die in Brasilien gültig ist und den Zeitraum der Reise abdeckt. Weiter verboten bleibt die Einreise aus der Luft ohne Angaben von Gründen über die Bundesstaaten Mato Grosso do Sul, Paraíba, Rondônia, Rio Grande do Sul und Tocantins sowie auf dem Land- oder Seeweg.

Im März hatte die brasilianische Regierung wegen der Covid-19-Pandemie seine Landgrenzen geschlossen und den internationalen Flugverkehr eingeschränkt. Lange hatte Präsident Jair Bolsonaro Warnungen vor dem Sars-CoV-2-Virus als Hysterie abgetan und damit landesweite Proteste ausgelöst. Grenzschließungen bezeichnete er als unwirksam im Kampf gegen das Virus. Inzwischen haben sich in dem größten Land Lateinamerikas mehr als 2,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das Land hat 210 Millionen Einwohner und ist 24-mal so groß wie Deutschland. (dpa)

+++ 29. Juli +++

Corona-Ampel in Berlin bei Reproduktionszahl weiter auf Rot

In Berlin bleibt eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie weiter auf Rot. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Mittwoch bei 1,21 und damit leicht niedriger als am Vortag, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,13.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Mittwoch um 79 auf 9149 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 42 Menschen, davon 19 in der Intensivmedizin. 223 mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte sind bislang gestorben.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an.

Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens drei Mal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot.

Die beiden anderen Ampeln - Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Intensivbettenkapazität - liegen derzeit allerdings weiter im grünen Bereich.

Nach der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen. (dpa)

Start-ups in Berlin können ab sofort Corona-Hilfe beantragen

Berliner Start-ups können sich seit Mittwoch um staatliche Hilfe in der Coronakrise bemühen. 140 Millionen Euro stehen für junge Unternehmen und kleine Mittelständler bereit, die unverschuldet in einen Finanzierungsengpass geraten sind, wie die Investitionsbank Berlin mitteilte. Man sei zuversichtlich, bis zu 150 Berliner Start-ups zu stabilisieren und auf Wachstumskurs zu halten.

Die Firmen können über Beteiligungen und Wandeldarlehen bis zu 800.000 Euro beantragen, wenn sie 20 Prozent private Mittel beschaffen können. Der Bund trägt rund 70 Prozent des Risikos, Berlin 30 Prozent.

Diese Hilfen seien für viele Unternehmen in der Stadt überlebenswichtig, hieß es vom Bundesverband Deutscher Start-ups. „Start-ups haben in den vergangenen Jahren einen wesentlichen Beitrag zum Berliner Wachstumskurs geleistet und zehntausende zukunftsorientierte Arbeitsplätze in der Hauptstadt geschaffen“, sagte Geschäftsführer Christoph Stresing. (dpa)

Israel meldet neuen Rekord an Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium des Landes teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 2093 Fälle gemeldet worden - so viele wie nie zuvor an einem Tag. Ein Wert von 2000 Neuinfektionen pro Tag galt zuletzt als Marke für schärfere Einschränkungen bis hin zu einem kompletten Lockdown.

Mitte Mai hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch im zweistelligen Bereich gelegen. Nach raschen Lockerungen schnellen die Zahlen jedoch seit Ende Mai in die Höhe. Zum Vergleich: Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt 684 neue Infektionen innerhalb eines Tages. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. (dpa)

Schweden rät nicht mehr von Reisen nach Dänemark und Schweiz ab

Schweden rät seinen Bürgern nicht länger von Reisen in die Schweiz sowie in seine skandinavischen Nachbarländer Dänemark und Norwegen ab. Gleiches gelte auch für Tschechien, teilte das schwedische Außenministerium am Mittwoch mit.

Für Deutschland und eine Reihe anderer Länder in Europa wie Frankreich und Spanien war die Maßnahme bereits Mitte Juli aufgehoben worden. Am gleichen Tag war auch die deutsche Reisewarnung für Schweden gestrichen worden, nachdem die dortigen Corona-Infektionszahlen konstant gesunken waren. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Warnung gegolten hatte.

Von nicht dringend notwendigen Reisen nach Großbritannien sowie in etwa die Hälfte der EU-Länder, darunter Österreich, Finnland und die Niederlande, wird den Schweden von Regierungsseite dagegen weiter abgeraten. Die Maßnahme gilt nun vorläufig bis zum 12. August. (dpa)

Corona-Ausbruch in Neuköllner Kneipe: Weitere Gäste melden sich

Trotz falsch oder unvollständig hinterlegter Kontaktdaten haben sich nach dem Bekanntwerden von Corona-Infektionen in einer Neuköllner Kneipe weitere Besucher bei Behörden gemeldet. Es hätten einige Menschen, auch aus anderen Bezirken angerufen, sagte ein Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln am Mittwoch auf Anfrage. Die Zahl der positiv getesteten Menschen habe sich bisher nicht weiter erhöht, es dauere bis zum Vorliegen der Ergebnisse.

Das Gesundheitsamt hatte am Dienstag erklärt, 18 Fälle stünden mit dem Brauhaus Neulich im Schillerkiez in Zusammenhang. Menschen, die zwischen dem 16. und 18. Juli dort waren, wurden um Kontaktaufnahme zum Gesundheitsamt gebeten. In dem Fall ist nach Bezirksangaben unklar, wer wen angesteckt hat: Aufgefallen sei die Häufung, weil ein Gast aus Friedrichshain-Kreuzberg Symptome entwickelt hatte. Auch ein Mitarbeiter der Kneipe wurde nach Bezirksangaben positiv getestet. (dpa)

Bund übernimmt Kosten von Corona-Tests für Reiserückkehrer

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen.
Foto: dpa/Britta Pedersen

Die geplanten zusätzlichen Testmöglichkeiten auf das Coronavirus für Reiserückkehrer nach Deutschland will der Bund finanzieren. Die Kosten würden durch einen erhöhten Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Berlin. Die entsprechende Verordnung soll in dieser Woche in Kraft treten. Die Ressortchefs von Bund und Ländern hatten freiwillige Tests für alle Rückkehrer aus dem Ausland beschlossen, die für die Reisenden kostenfrei sein sollen.

Darüber hinaus will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten mit hohen Fallzahlen eine Testpflicht anordnen. Sie soll in der kommenden Woche in Kraft treten, einen genauen Tag nannte das Ministerium noch nicht. Sie solle so schnell wie möglich kommen, damit sich alle darauf einstellen könnten. (dpa)

33 Corona-Neuinfektionen in schleswig-holsteinischem Kreis in einer Woche

Der Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein könnte bei weiter deutlich steigenden Corona-Zahlen zum Risikogebiet werden. Ein Kreissprecher sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur, innerhalb der vergangenen sieben Tage seien Stand Mittwochfrüh 33 Neuinfektionen festgestellt worden. Am späten Nachmittag sollten die Labor-Ergebnisse von weiteren 45 getesteten Personen vorliegen. „Einige dieser Personen zeigen Corona-typische Symptome, so dass wir mit weiteren positiven Tests rechnen.“

Bei den 33 Corona-Infizierten handelt es sich nach Angaben des Sprechers vor allem um Reiserückkehrer vom West-Balkan und aus Skandinavien, aber auch im Kontext dieser Rückkehrer erfolgte Ansteckungen im familiären Bereich. Der überwiegende Teil der Neuinfektionen sei auf mehrere in Dithmarschen lebende Familien entfallen, die einen engen Verbund miteinander pflegten. Bei den 45 Personen, deren Testergebnisse noch ausstehen, handle es sich um Kontaktpersonen. (dpa)

Corona-Krise: EU-Einreiseverbot wird auf Algerien ausgeweitet

Die Europäische Union hält ihre Grenzen für Reisen aus Drittstaaten in der Corona-Krise weiterhin dicht. Die zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen werden wegen zu hoher Infektionszahlen auf Algerien ausgeweitet. Darauf einigten sich die EU-Botschafter am Mittwoch in Brüssel, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Neue Länder wurden demnach nicht zur Liste der Länder hinzugefügt, aus denen nicht zwingend notwendige Reisen möglich sind.

Somit schrumpft die Liste, die alle zwei Wochen überarbeitet wird, auf elf Länder. Grundsätzlich erlaubt bleibt die Einreise zunächst aus Australien, Kanada, Georgien, Japan, Marokko, Neuseeland, Ruanda, Südkorea, Thailand, Tunesien und Uruguay. Mitte des Monats wurden bereits Serbien und Montenegro von der Liste gestrichen. Die Entscheidung vom Mittwoch muss noch im schriftliches Verfahren von den Hauptstädten bestätigt werden. (dpa)

Studie: Mehr als die Hälfte der Slum-Bewohner in Mumbai hatte Corona

57 Prozent der Bewohner von drei Slums in der indischen Millionenmetropole Mumbai haben laut einer neuen Studie Antikörper gegen die Lungenerkrankung Covid-19 im Blut. In Gebieten außerhalb der dicht besiedelten Slums hatten demnach lediglich 16 Prozent entsprechende Antikörper. Bei dem Corona-Antikörper-Test im Juli seien knapp 7000 Proben ausgewertet worden, teilten die Behörden in Mumbai mit, die am Test beteiligt worden waren. Die Werte sind entsprechend hochgerechnet worden.

Diese Zahlen sind deutlich höher als die offiziellen Corona-Zahlen, viele Infizierte sind demnach also nie erfasst worden. Dies deute aber auch darauf hin, dass viele davon asymptomatisch waren, hieß es in der Mitteilung. Offiziell gab es bislang im Mumbai mehr als 110.000 Fälle. (dpa)

BER-Chef: „Werden Corona-Krise nicht ohne Unterstützung überstehen“

Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup.
Foto: 
dpa/Soeren Stache

Drei Monate vor der Eröffnung pocht der Berliner Flughafen BER auf finanzielle Hilfe. „Uns geht es jetzt wie allen großen Unternehmen, (...) dass wir die Krise ohne Unterstützung nicht überstehen werden“, sagte der Chef der Berliner Flughäfen, Engelbert Lütke Daldrup, am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“. An dem Konzept, den BER im Jahr 2023/2024 in die schwarzen Zahlen zu führen, könne nicht festgehalten werden. Nach dem beispiellosen Einbruch des Luftverkehrs in der Corona-Krise hatte die Flughafengesellschaft vergangene Woche bereits angekündigt, 400 Stellen zu streichen.

Am immer wieder verschobenen Eröffnungstermin 31. Oktober 2020 soll sich jedoch nichts ändern. „Wir sind sehr gut vorbereitet“, sagte Daldrup. Mit den Ergebnissen des derzeit laufenden Probebetriebs mit 9000 Freiwilligen sei er „sehr zufrieden“. (dpa)

Berliner Rechnungshof: Corona-Schulden nicht hinreichend begründet

Der Berliner Rechnungshof sieht die Aufnahme von bis zu sechs Milliarden neuen Schulden wegen der Corona-Krise kritisch. Die Dimension der im Juni beschlossenen Kredite - sie machen 15 Prozent des Haushaltsvolumens aus - sei nicht hinreichend begründet, schreibt Rechnungshofpräsidentin Karin Klingen in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme für das Abgeordnetenhaus. „Es wird nicht erkennbar, inwieweit die Kredite zur Finanzierung pandemiebedingter Ausgaben bzw. zum Ausgleich von Steuermindereinnahmen verwendet werden sollen.“

Klingen verweist darauf, dass die neuen Schulden im laufenden Jahr aufgenommen werden, allerdings zumindest teilweise 2020 gar nicht benötigt werden, sondern womöglich erst später. „Es ist nicht erkennbar, auf welchen Zeitraum sich der erwartete Kreditbedarf bezieht.“ Hier ist aus Sicht des Rechnungshofes mehr Klarheit nötig, wieviel Geld in welchem Haushaltsjahr zu welchem Zweck benötigt wird.

Kritisch sieht die Behörde laut Klingen auch eine geplante Rücklage für kommende Jahre, in die ein Teil der Schulden zunächst fließen soll. Auch dabei fehle es an Transparenz, welche Ausgaben aus dieser Rücklage bestritten werden und wie lange sie bestehen solle.

Schließlich kritisiert der Rechnungshof den Tilgungsplan für die Schulden. Der geplante Rückzahlungszeitraum von 27 Jahren ab dem Jahr 2023 - also bis 2050 - sei zu lang. (dpa)

Mekka: Islamische Pilgerfahrt beginnt unter strengen Corona-Auflagen

Maskentragende Pilger haben am Mittwoch die jährliche muslimische Pilgerfahrt nach Mekka begonnen - angesichts der Corona-Pandemie allerdings in kleinem Format. Das staatliche Fernsehen zeigte Gläubige auf dem Weg zur würfelförmigen Kaaba, zu der Muslime auf der ganzen Welt beten. Anstatt der rund 2,5 Millionen Pilger im vergangenen Jahr sind für den Hadsch dieses Jahr nur 10.000 Gläubige zugelassen.

Während der religiösen Zeremonien müssen die Gläubigen in diesem Jahr Masken tragen und Abstand halten. Die Auserwählten mussten sich zudem Temperatur-Messungen unterziehen und sich bei ihrer Ankunft in Quarantäne begeben. Einige Pilger gaben an, elektronische Armbänder erhalten zu haben, mit denen die Behörden ihren Standort überprüfen könnten.

Alle Teilnehmer waren aufgerufen, sich vor ihrer Ankunft in Mekka auf das Coronavirus testen zu lassen und müssen sich nach ihrer Rückkehr in Quarantäne begeben. Saudi-Arabien ist mit rund 270.000 Corona-Fällen unter den am stärksten getroffenen Ländern im Nahen Osten. (AFP)

Sydney zu Corona-Hotspot erklärt

Nach Melbourne ist jetzt auch die australische Millionenmetropole Sydney zu einem Corona-Hotspot erklärt worden. Der nördliche Nachbar-Bundesstaat Queensland habe Beschränkungen für Besucher aus der Stadt und seinen Vororten eingeführt, sagte die Premierministerin des Bundesstaats, Annastacia Palaszczuk, am Mittwoch. Bürger aus Sydney dürfen die Grenze nach Queensland nicht mehr überqueren. Heimkehrende Bewohner aus Queensland müssen zwei Wochen in Quarantäne.

Zuvor waren in der mit mehr als 5,2 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadt Australiens im Bundesstaat New South Wales innerhalb von 24 Stunden 19 Neuinfektionen verzeichnet worden. Da sich die Ansteckungen in verschiedenen Teilen Sydneys ereignet hätten, seien Beschränkungen notwendig geworden, so Palaszczuk. „Wir müssen Queenslander beschützen. Ihre Sicherheit geht vor.“ Gladys Brejiklian, Premierministerin von New South Wales, betonte, sie sei im Vorfeld nicht über die Maßnahmen informiert worden.

Die am schwersten betroffene Region Australiens bleibt aber der Bundesstaat Victoria mit seiner Hauptstadt Melbourne. In der Metropole war vor drei Wochen ein neuer Lockdown ausgerufen worden, der bis mindestens 19. August dauern soll. Jedoch gab es dort positive Signale: Am Mittwoch wurden in Victoria erstmals seit einer Woche weniger als 300 Neuinfektionen registriert. (dpa)

DIW: Deutsche Wirtschaft wird sich deutlich erholen

Nach dem beispiellosen Einbruch im Frühjahr für die Wirtschaft in Deutschland sieht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung Hinweise auf eine Besserung. „Die Zeichen stehen eindeutig auf Erholung“, teilte das DIW am Mittwoch in Berlin mit. Im Zeitraum von Juli bis September werde das Bruttoinlandsprodukt um drei Prozent wachsen - verglichen mit dem Vorquartal. Von April bis Juni dürfte die Wirtschaftsleistung wegen der Corona-Pandemie zweistellig eingebrochen sein, wie das Institut erwartet. Die konkrete Zahl will das Statistische Bundesamt an diesem Donnerstag veröffentlichen.

„Trotz nun wieder kräftiger Zuwächse wird es wohl zwei Jahre dauern, bis der historische Einbruch vom Frühjahr wettgemacht ist“, erklärte der Konjunkturforscher Claus Michelsen. Wenn es keine zweite Infektionswelle gibt, ist aus seiner Sicht ein kräftiges Aufholwachstum zu erwarten. Dabei dürften demnach aber die Exporte unter dem Wirtschaftseinbruch in vielen Ländern leiden. (dpa)

TU-Studie zu Corona: Ein Fünftel der Klinikpatienten gestorben

Gut ein Fünftel der Corona-Patienten, die im Frühjahr in deutschen Kliniken aufgenommen wurden, hat laut einer Studie nicht überlebt. Besonders hoch war die Sterblichkeit mit 53 Prozent bei Patienten, die beatmet wurden, wie aus einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und der Technischen Universität Berlin hervorgeht. Insgesamt lagen der Untersuchung Daten von rund 10.000 Patienten zugrunde, von denen etwa 1700 beatmet wurden. Von den Krankenhauspatienten, die nicht beamtet wurden, starben 16 Prozent. 

Die Analyse, die im Fachblatt „The Lancet Respiratory Medicine“ erschienen ist, liefert laut Mitteilung der Autoren vom Mittwoch erstmals bundesweite und bevölkerungsrepräsentative Ergebnisse zur Behandlung von Covid-19-Patienten in Deutschland. Quelle waren Abrechnungsdaten der Krankenkasse AOK. Diese bildeten knapp ein Drittel der deutschen Bevölkerung ab, hieß es. Die untersuchten Daten betreffen Patienten, die zwischen 26. Februar und 19. April in 920 deutschen Krankenhäusern stationär aufgenommen wurden. (dpa)

684 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 684 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206 926 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 29.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9128 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit sechs neue Todesfälle hinzu. Bis Mittwochmorgen hatten 191 300 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,25 (Vortag: 1,28). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 28.7., 0.00 Uhr, bei 1,12 (Vortag: 1,10). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Trotz Vorsichtsmaßnahmen: Corona-Fälle in China steigen wieder

Trotz strenger Vorsichtsmaßnahmen erlebt China die höchste Zahl neuer täglicher Infektionen seit drei Monaten. Obwohl die Volksrepublik das Virus weitestgehend im Griff hat, meldete die Gesundheitskommission am Mittwoch in Peking rund 100 neue Fälle.

Größere Ausbrüche gibt es in Ürümqi in der Nordwestregion Xinjiang und in Dalian. Von der nordostchinesischen Hafenstadt haben sich die Infektionen durch Reisende in neun andere Städte ausgebreitet - auch nach Peking, das den ersten Fall seit drei Wochen verzeichnete.

Da China praktisch eine „Null-Fälle-Politik“ verfolgt, reagieren die Behörden mit strengen Maßnahmen. In Dalian, wo der Ursprung des Ausbruchs in einer Fischfabrik vermutet wird, wurde schon die Hälfte der sechs Millionen Einwohner getestet. In Ürümqi stehen die Tests der 3,5 Millionen Einwohner vor dem Abschluss. Die Hauptstadt von Xinjiang berichtete am Montag 89 neue Infektionen.

Im Vergleich zu der dramatischen Entwicklung in anderen Ländern sind die Zahlen in China mit rund 500 offiziell berichteten aktuellen Erkrankungen eher gering. Trotzdem wurden Hunderte Flüge und Züge gestrichen. Der öffentliche Nahverkehr in Dalian wurde eingestellt. Reisende aus Risikobezirken der Hafenmetropole müssen in der umliegenden Provinz Liaoning 14 Tage in Quarantäne. (dpa)

Menge an Corona-Tests stellt USA auf die Probe

Hunderttausende Corona-Tests pro Tag stellen die Vereinigten Staaten auf die Probe - längere Wartezeiten könnten das Aufspüren von Erkrankten in der Bevölkerung dabei erschweren. Zuletzt hatten sich die Berichte und Beschwerden in Sozialen Netzwerken gehäuft, dass Testergebnisse in einigen Teilen des Landes teilweise erst nach einer Woche oder später zu Verfügung stünden.

Je länger ein potenziell Erkrankter aber warten muss, desto schwerer sind möglicherweise ebenfalls infizierte Kontaktpersonen aufzuspüren. Auch ein negatives Ergebnis hat nach einer Zeit nur noch begrenzte Aussagekraft, denn die betreffende Person könnte sich auch in der Zwischenzeit angesteckt haben.

„Die anhaltend hohe Nachfrage hat unsere Testkapazität belastet und die Verzögerungen bei den Ergebnissen verursacht“, teilte eines der führenden Unternehmen für Tests, Quest Diagnostics, mit. Dabei seien die Möglichkeiten, die Kapazitäten weiter zu steigern, vor allem wegen mangelnden Nachschubs unter anderem an notwendigen Chemikalien begrenzt: „Wir schätzen die Bemühungen unserer Lieferanten, die daran arbeiten, diese Waren so schnell wie möglich an uns und andere Laboranbieter zu liefern, während die weltweite Nachfrage steigt.“

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore haben die Vereinigten Staaten ihre Anzahl an durchgeführten Test stetig erhöht und liegt momentan bei mehr als 800.000 pro Tag. Eine möglichst hohe Zahl an Tests wird bei schnellen Umschlagzeiten als Voraussetzung dafür gesehen, die Ausbreitung des Virus unter Kontrolle zu halten. Das von Experten für die USA ausgegebene Ziel liegt bei mehreren Millionen durchgeführten Tests pro Tag. Im Süden und Westen des Landes mit etwa 330 Millionen Einwohnern gibt es momentan besonders viele Corona-Fälle. (dpa)

+++ 28. Juli +++

Ampel zur Reproduktionszahl springt in Berlin auf Rot

In Berlin ist eine von drei Warnampeln in der Corona-Pandemie auf Rot gesprungen. Der sogenannte Reproduktionswert lag am Dienstag bei 1,4, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Abend mitteilte. In der 7-Tages-Statistik lag er bei 1,26.

Der R-Wert zeigt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Er bezieht sich auf Infektionen vor 8 bis 13 Tagen. Bleibt der Wert länger stabil über 1, besteht die Gefahr eines wieder exponentiellen Anstiegs der Fallzahlen. Dann steckt ein Infizierter mehr als einen weiteren Menschen an.

Die Reproduktionszahl ist im Berliner Ampelsystem zur Bewertung des Infektionsgeschehens einer von drei Indikatoren: Liegt der R-Wert mindestens dreimal in Folge über 1,2, zeigt diese Ampel Rot.

Die beiden anderen Ampeln - Neuinfektionen im Verhältnis zur Einwohnerzahl und Intensivbettenkapazität - liegen derzeit weiter im grünen Bereich.

Bei der dreiteiligen Berliner Corona-Ampel müssen erst dann Maßnahmen erörtert und vorbereitet werden, wenn zwei der drei Indikatoren gelb sind. Stehen zwei von drei Indikatoren auf Rot, sind Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionen umzusetzen.

Die Zahl der Neuinfektionen stieg zum Dienstag um 51 auf 9070 Fälle. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 39 Personen, 19 davon auf Intensivstationen. 223 an dem neuartigen Coronavirus Erkrankte sind bislang gestorben.

Brandenburg nimmt keine Gäste aus Dingolfing-Landau in Hotels auf

Für Besucher aus dem bayerischen Landkreis Dingolfing-Landau gelten auch in Brandenburg derzeit Einschränkungen. Hotels, Campingplätze und Ferienwohnungen dürften keine Gäste von dort aufnehmen, erklärte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Dienstag in Potsdam. Brandenburg hat in seiner Corona-Verordnung geregelt, dass Gäste aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit mehr als 50 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner mit dem Virus Sars-CoV-2 in den vergangenen sieben Tagen nicht beherbergt werden dürfen.

Auf einem großen Gemüsebauernhof in Mamming im Kreis Dingolfing-Landau nordöstlich von München waren mehr als 170 Erntehelfer in einer Reihenuntersuchung positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies zuletzt für diesen Kreis über 191 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aus. In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz gibt es ebenfalls Einschränkungen für Urlauber aus Dingolfing-Landau. (dpa)

Corona-Impfstoff: Biontech und Pfizer starten Tests an bis zu 30.000 Probanden

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer haben die Erlaubnis der US-Behörden zum Start der Phase-2/3-Studie ihres Corona-Impfstoffkandidaten erhalten. Die Tests an bis zu 30.000 Probanden im Alter zwischen 18 und 85 Jahren werden demnach in 120 Studienzentren weltweit durchgeführt, unter anderem auch in Deutschland, wie Biontech am Dienstag in Mainz mitteilte. Das bereits Mitte Juli bekannt gegebene Ziel, das Zulassungsverfahren im Oktober dieses Jahres einzuleiten, wurde zudem bekräftigt.

Demnach sollen im Erfolgsfall bis Ende 2020 zunächst 100 Millionen Dosen weltweit geliefert werden. Bis Ende 2021 streben Biontech und Pfizer an, mehr als 1,3 Milliarden weitere Impfdosen bereitzustellen. Die beiden Forschungspartner hatten den USA erst kürzlich in einem ersten Schritt bei Vorliegen einer entsprechenden Notfallgenehmigung zunächst 100 Millionen Impfstoffdosen und weitere bis zu 500 Millionen Dosen als optionale Nachorderung zugesagt. Auch mit Großbritannien gibt es eine erste Liefervereinbarung. (dpa)

Niedersachsen: Regelmäßige Corona-Tests für Schlachthofmitarbeiter

Das niedersächsische Sozial- und Gesundheitsministerium hat regelmäßige Corona-Tests für Mitarbeiter von Schlachthöfen angeordnet. Ein entsprechender Erlass sei an die Landkreise und kreisfreien Städte ergangen, teilte das Ministerium am Dienstag in Hannover mit. Demzufolge dürfen in Schlacht- und Zerlegebetrieben nur noch Personen arbeiten, die zuvor mindestens einmal in zehn Tagen auf Covid-19 getestet wurden.

Die Verfügung ist rückwirkend ab 20. Juli bis zunächst zum 31. Dezember gültig. Der Erlass gilt zunächst einmal unabhängig von der Betriebsgröße und für alle Schlacht- und Zerlegebetriebe. Allerdings hätten die Behörden einen Ermessensspielraum bei der Definition, was ein Schlacht- und Zerlegebetrieb sei, erläuterte ein Sprecher des Ministeriums. Es gehe nicht um den Metzger um die Ecke oder um einen Landwirt, der wenige Male im Jahr ein Tier schlachte. Ziel sei es, zu verhindern, dass neue Hotspots in großen Betrieben entstehen.

Seit Mai hatten sich wiederholt in Betrieben der Fleischbranche in Niedersachsen Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert, zuletzt in einem Wiesenhof-Hähnchenschlachthof in Lohne bei Vechta. (dpa)

Bisher rund 150 Anträge in Brandenburg für neue Überbrückungshilfe

Das Interesse an der neuen Corona-Hilfe des Bundes ist in Brandenburg bisher eher zurückhaltend. Bis zum Sonntag seien 154 Anträge bei der Investitionsbank Brandenburg (ILB) dafür eingetroffen, sagte ein ILB-Sprecher am Dienstag in Potsdam. Wann sie bewilligt werden, blieb zunächst offen. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer registrieren sich auf einer Plattform des Bundes und stellen dann ihre Anträge auf Hilfen. Die Rückkopplung mit den Antragstellern funktioniere derzeit noch nicht, sagte der Banksprecher.

Mit der sogenannten Überbrückungshilfe in Höhe von insgesamt 25 Milliarden Euro möchte der Bund neben kleinen und mittelständischen Unternehmen Soloselbstständige unterstützen, die wegen der Corona-Pandemie weiter erhebliche Umsatzeinbußen haben. Sie soll für die Monate Juni bis August gewährt werden. Die Zahlungen sind je nach Umsatzausfall gestaffelt. Erstattet werden fixe Betriebskosten bis zu 150.000 Euro.

Das Brandenburger Corona-Soforthilfeprogramm war im Juni beendet worden. Rund 561 Millionen Euro waren an mehr als 63.000 Selbstständige und Unternehmen gegangen. (dpa)

Auswärtiges Amt rät wegen Corona von Reisen nach Nordspanien ab

Das Auswärtige Amt rät wegen der Corona-Pandemie von nicht notwendigen touristischen Reisen in die nordspanischen Regionen Katalonien, Aragón und Navarra ab. Ein entsprechender Reise- und Sicherheitshinweis wurde am Dienstag auf der Internetseite des Außenministeriums veröffentlicht. Begründet wurde dies mit erneut hohen Infektionszahlen dort sowie örtlichen Absperrungen. (dpa)

633 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 633 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 206 242 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Dienstagmorgen meldete (Datenstand 28.7., 0.00 Uhr).

In Deutschland starben nach den RKI-Angaben bislang 9122 mit dem Virus infizierte Menschen - seit dem Vortag kamen somit vier neue Todesfälle hinzu. Bis Dienstagmorgen hatten 190 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 1,28 (Vortag: 1,22). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 27.7., 0.00 Uhr, bei 1,10 (Vortag: 1,16). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen. (dpa)

Zahl der Corona-Fälle am Wolfgangsee in Österreich steigt auf 62

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee in Österreich ist weiter gestiegen. Die Zahl der positiv getesteten Menschen lag am späten Montagabend bei 62, wie der Krisenstab des Landes Oberösterreich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA mitteilte. Nur bei 38 von insgesamt 1183 Tests stehen demnach die Ergebnisse noch aus.

Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur 17 Hotels und Lokale sowie ein Geschäft in St. Wolfgang, ein Gasthaus und ein Badeplatz in Ried/St. Gilgen sowie ein Gasthof in Strobl. Ob es sich bei den neu hinzugekommenen Fällen um Gäste oder Mitarbeiter handelt, war zunächst nicht bekannt.

Nach dem Ausbruch in St. Wolfgang hatten die Behörden am Wochenende über tausend Abstriche genommen. Getestet wurden Hotel- und Gaststättenmitarbeiter, Gäste und Einheimische. Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen, die sich teilweise Doppel- und Dreibettzimmer teilten. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in zwei inzwischen geschlossenen Bars.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. (AFP

Brasilien sagt Oktoberfest in Blumenau wegen Corona ab

Nach dem Karneval in São Paulo und der Silvesterparty in Rio de Janeiro ist wegen der Corona-Pandemie auch das Oktoberfest im brasilianischen Blumenau abgesagt worden. Es sei das erste Jahr seit 1984 ohne „das größte deutsche Fest“ des amerikanischen Doppelkontinents, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung von Blumenau.

Mehrere Hunderttausend Menschen fanden sich in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig auf dem Gelände des Parque Vila Germânica zu deutscher Volksmusik, zünftigem Essen und viel Bier ein. Der 1850 vom deutschen Einwanderer Hermann Otto Blumenau gegründete Ort im südlichen Bundesstaat Santa Catarina hat heute rund 350.000 Einwohner und gilt als eine der „deutschesten Städte“ Brasiliens.

Nach jüngsten Daten der Regierung von Santa Catarina haben sich in Blumenau fast 4400 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 40 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 bislang gestorben. Santa Catarina ist einer der brasilianischen Bundesstaaten mit dem höchsten Anstieg der Covid-19-Todesfälle. Nach den Vereinigten Staaten ist Brasilien derzeit einer der Brennpunkte der Pandemie. (dpa)

+++ 27. Juli +++

Erster deutscher Corona-Patient hat keine schützenden Antikörper mehr

Ein als erster deutscher Corona-Patient geltender Webasto-Mitarbeiter hat bereits drei Monate nach seiner Ansteckung keine gegen eine erneute Ansteckung schützenden Antikörper mehr in sich getragen. "Seit April habe ich keine neutralisierenden Antikörper mehr", sagte der namentlich nicht benannte Mann in einem von Webasto am Montag veröffentlichten Interview. Von seiner Erkrankung an der neuartigen Lungenerkrankung Covid-19 habe er aber keinerlei Nachwirkungen, er habe "Riesenglück" gehabt.

Der Mitarbeiter des Unternehmens aus Stockdorf war am 27. Januar positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er sei damals vor allem um seine schwangere Frau und seine kleine Tochter besorgt gewesen, die aber ebenso wie andere Familienmitglieder oder Freunde sich nicht bei ihm angesteckt hätten.

"Das ist für mich bis heute nicht nachvollziehbar, da ich eine volle Woche unbewusst dieses Virus in mir hatte und ich normal mit meiner Familie und Freunden zusammen war." Es seien aber alle zweimal getestet worden, alle Tests seien negativ ausgefallen.

Der erste deutsche Corona-Patient war 19 Tage im Krankenhaus, ihm gehe es heute bestens. Angesteckt habe er sich während einer einstündigen Besprechung bei einer Kollegin aus China. (AFP)

Ärztekammer Berlin begrüßt Corona-Tests für Reiserückkehrer

Der Präsident der Ärztekammer hat die geplanten Corona-Tests nach Auslandsreisen begrüßt. „Es geht darum, die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit zu verhindern beziehungsweise einzudämmen“, sagte der Präsident der Ärztekammer Berlin, Günther Jonitz, im RBB-Inforadio (Freitag). Es gebe keine perfekte Maßnahme, um das Coronavirus einzudämmen. Menschen, die aus Risikogebieten zurückkämen, müssten aber zumindest die Möglichkeit haben, sich unmittelbar testen zu lassen.

Auslandsurlauber können sich künftig an Flug- und Seehäfen oder in ihren Heimatorten kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag bei einer Schaltkonferenz. Eine rechtliche Verpflichtung für einen Corona-Test nach Rückkehr wurde zunächst nicht beschlossen. Wer aus einem Risikoland zurück kommt, ist faktisch allerdings zum Test verpflichtet, will er eine Quarantäne vermeiden.

Jonitz erklärte im Inforadio: „Ich glaube, dass die meisten sich auch darauf einlassen werden, weil das eine angenehmere Geschichte ist als 14 Tage Quarantäne zu Hause.“ Wie sich das auf Arztpraxen auswirke, werde sich noch zeigen - je nachdem wie viele Menschen sich dort testen lassen.

In Berlin sollen die für Rückkehrer aus Risikogebieten kostenfreien Tests in allen Praxen möglich sein, die sich dazu bereiterklären. Das Angebot startet laut einer Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) von Donnerstag frühestens Mitte kommender Woche, spätestens am 3. August. Testwillige, die aus Risikogebieten zurückkommen, sollen sich telefonisch in der Praxis anmelden. (dpa)

Kalayci über Hasenheide-Partys: „Ich verstehe diese Menschen nicht“

Nach den Partys im Volkspark Hasenheide in Neukölln rechnet Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci mit Konsequenzen. Sie gehe fest davon aus, dass der Bezirk Ordnungswidrigkeiten verfolge, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. Die Partys bezeichnete Kalayci als „nicht hinnehmbar“ und „illegal“, etwa mit Blick auf den Schutz der Grünanlagen und den Immissionsschutz.

Die Veranstalter, die das Equipment dorthin brachten, müssten ausfindig gemacht werden. Alle Verstöße zusammengerechnet, ergebe sich eine „beträchtliche Summe“, sagte sie. Dies gelte es durchzusetzen. Über die Partyteilnehmer sagte sie: „Ich verstehe diese Menschen nicht.“ Sie schauten wohl keine Nachrichten oder bekämen vom Weltgeschehen nichts mit. „Pandemiezeit ist keine Partyzeit“, bekräftigte sie. Nicht umsonst seien die Clubs als erstes geschlossen worden. (dpa)

Kalayci warnt vor Verschlechterung der Corona-Lage 

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat in der Corona-Krise Vorsicht angemahnt. Man müsse sehr wachsam sein, damit sich die Lage nicht drastisch verschlechtere, sagte die SPD-Politikerin am Montag in einer Sondersitzung des Gesundheitsausschusses im Abgeordnetenhaus. Trotz derzeit relativ niedriger Infektionszahlen gebe es in Berlin keinen Anlass, sich zurückzulehnen.

Derzeit sei zu sehen, dass die Pandemie keine Pause mache, sagte die Senatorin. Manche Länder erlebten zweite und dritte Wellen und führten neue Eindämmungsmaßnahmen ein. Weltweit herrsche eine «sehr besorgniserregende Lage», so Kalayci. Was in anderen Ländern passiere, solle eine Mahnung auch für Berlin sein, sagte sie - und warnte vor länderübergreifenden Infektionsketten.

Wie Kalayci ausführte, liegt der sogenannte R-Faktor in Berlin bei 1,42 und damit wie im Bund «sichtbar über 1»: Das sei eine Vorwarnung, wie die Neuinfektionszahlen steigen könnten, sagte Kalayci. Die sogenannte Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Angestrebt werden Werte unter 1, um die Pandemie abzubremsen. In den vergangenen sieben Tagen wurden laut der Senatorin 215 neue Fälle in Berlin erfasst. (dpa)

Inzwischen mehr als 50 bestätigte Coronavirus-Neuinfektionen in St. Wolfgang

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionsfälle am bei deutschen Urlaubern beliebten Wolfgangsee in Österreich ist weiter gestiegen. Die Zahl der positiv getesteten Menschen nahm um weitere neun Fälle auf 53 zu, wie ein Behördensprecher des Bundeslands Oberösterreich nach Angaben der Nachrichtenagentur APA in der Nacht zum Montag mitteilte.

Damit wurden inzwischen alle am Samstag in St. Wolfgang vorgenommenen 628 Tests ausgewertet. Am Sonntag waren laut APA weitere 419 Tests vorgenommen werden, deren Ergebnisse am Montag vorliegen sollen. Getestet worden waren Mitarbeiter von Tourismus-Betrieben, Gäste und Einheimische. Von Infektionen betroffen sind nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur sieben Hotels, eine Pizzeria und zwei Bars in St. Wolfgang.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektionen vor allem auf Praktikanten zurückgehen. "Die infizierten Praktikanten waren auf unterschiedliche Quartiere verteilt untergebracht und wohnten vielfach in Doppel- und Dreibettzimmern", sagte der Chef der Tourismus-Gesellschaft Wolfgangsee, Hans Wieser, der APA. Die Praktikanten trafen sich demnach auch in ihrer Freizeit, unter anderem in den beiden inzwischen geschlossenen Bars.

Die Ausbreitung des Virus in St. Wolfgang weckt Erinnerungen an den Corona-Ausbruch im österreichischen Wintersportort Ischgl, der im März zum Hotspot für Corona-Infektionen geworden war. In Ischgl hatten sich auch viele Touristen aus Deutschland angesteckt. Der Wolfgangsee im Salzkammergut ist bei deutschen Touristen sehr beliebt - auch der 2017 verstorbene Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) verbrachte dort über Jahre hinweg regelmäßig seinen Urlaub.

Am Freitag hatten die österreichischen Gesundheitsbehörden wegen der zuletzt deutlich gestiegenen Zahl an Corona-Neuinfektionen wieder eine verschärfte Maskenpflicht eingeführt. Unter anderem in Supermärkten sowie Bank- und Postfilialen muss nun wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. (AFP)

Bundesagentur: Flüchtlinge haben erhöhtes Jobrisiko in Corona-Zeiten

Fünf Jahre nach Beginn des verstärkten Zuzugs von Flüchtlingen in Deutschland sind viele von ihnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt integriert. Allerdings: Die Corona-Pandemie hat auch viele wieder arbeitslos werden lassen. Die Arbeitslosigkeit liege im Juni in Deutschland insgesamt um 22 Prozent höher als im März. Bei Menschen aus Asylherkunftsländern liege sie aber um 26 Prozent höher, sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Presse-Agentur.

«Rund die Hälfte der Geflüchteten, die seit Beginn der Fluchtbewegungen eingereist sind, hat heute einen Job», betonte Terzenbach. Davon wiederum die Hälfte arbeite auf Fachkraftniveau. «Insbesondere gering Qualifizierte verlieren in der Krise leichter ihren Job», sagte Terzenbach. «Keine formale Qualifikation und schlechte Sprachkenntnisse - insbesondere wenn diese beiden Merkmale zusammenkommen, führt das häufiger zum Arbeitsplatzverlust», erklärte er.

Insgesamt liege Deutschland bei der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt besser als andere Länder. Es gebe jedoch deutliche Unterschiede. Frauen seien schwieriger zu integrieren, weil sie oft wegen traditioneller Rollenmuster für die Familienarbeit zuständig seien und deswegen noch nicht in ausreichendem Maße an Integrations- und Qualifizierungskursen teilnehmen.

Die Arbeitsverwaltung versuche mit individuellen Unterstützungsangeboten zu helfen. Dabei müssen Menschen persönlich miteinander sprechen was in der Corona-Hochphase oft schwierig war. «Gerade bei Geflüchteten ist der persönliche Kontakt von Mensch zu Mensch besonders wichtig», sagte Terzenbach. (dpa)