BerlinWenn die möglichen Konsequenzen nicht so weitreichend wären – eigentlich müsste man über das Video, das in den sozialen Netzwerken derzeit die Runde macht, nur mit dem Kopf schütteln. Doch das genügt in diesem Fall nicht. Der knapp 30 Sekunden lange Film zeigt, wie ein lebensmüder Berliner auf dem Dach eines BVG-Busses surft. Und das im Tiergartentunnel! Bei der BVG ist man entsetzt über so viel Dummheit.

Der Film wurde bereits am Dienstag online gestellt, macht momentan in sozialen Netzwerken wie Facebook die Runde. Darin zu sehen: ein BVG-Bus im Tiergartentunnel. Auf dem Dach des rollenden Fahrzeugs steht ein einzelner Mann, vermummt mit einem grauen Kapuzenpullover. Er läuft hin und her. Und als Querbalken mit Verkehrsleuchten über der Fahrbahn verlaufen, duckt er sich pflichtbewusst. Gefilmt wurde die Szene aus einem der dahinter fahrenden Autos. Wer genau sie aufzeichnete und ob die Aktion geplant war, ist unklar – der Clip entstand laut Informationen dieser Zeitung angeblich am Dienstag gegen 15 Uhr.

Das Video zeigt den Surfer auf dem Dach des BVG-Busses.

Video: YouTube

Inzwischen macht das Video auch in den sozialen Netzwerken die Runde. Die Reaktionen der Nutzer: eindeutig. „So viel Dummheit auf einem Haufen, unfassbar! Wenn was passiert ist das Geschrei groß“, schreibt einer. Ein anderer kommentiert: „Das solche Typen nur Stroh im Kopf haben, das ist ja nun klar, aber ich würde gerne wissen, wie solche Menschen sich dazu entwickeln. Ist es die Erziehung? Die sozialen Kontakte? Die Bildung? Oder wird man so geboren?“ Einer fordert: „Da sollte eine Haftstrafe ausgesprochen werden, er gefährdet sich nicht nur selbst, sondern all die Verkehrsteilnehmer, die zum Zeitpunkt im Tunnel waren.“ Wieder andere nehmen es mit Humor – und wünschen dem Kletterer eine Bus-Vollbremsung.

BVG warnt: Es hätte leicht zu einem Massen-Crash kommen können!

Bei der BVG kann man über die Aktion überhaupt nicht lachen – im Gegenteil. Der Vorfall sei bekannt, man prüfe selbstverständlich rechtliche Schritte, heißt es auf Nachfrage der Berliner Zeitung. Man gehe davon aus, dass sich der verrückte Kletterer auf seine Aktion vorbereitet habe. Darüber, wie genau er auf den fahrenden Bus gelangte, gibt es nur Vermutungen. „Der Busfahrer hatte im laufenden Verkehr keine Chance, das mitzubekommen“, sagt BVG-Sprecherin Petra Nelken. Verheerend vor allem: „Das Ganze sieht sehr einfach aus – aber Leute, die so etwas tun, bringen nicht nur sich selbst in Lebensgefahr, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. Denn das ganze ist im Tunnel passiert. Wenn er vom Bus gestürzt wäre, hätte es in der Folge leicht zu einem Massen-Unfall kommen können.“

Immer wieder kommt es in Berlin trotz der Gefahr zu solchen Zwischenfällen – und immer wieder enden sie tödlich. Normalerweise sind aber eher Züge das Ziel der „Surfer“. Im Jahr 2014 starb etwa ein 19-Jähriger in Schöneberg, als er auf dem Dach einer S-Bahn surfte und der Zug in einen Tunnel fuhr. Und 2016 wurde ein 22-Jähriger getötet, der auf dem Dach einer U-Bahn in Kreuzberg mitfuhr. Er war mit dem Kopf gegen eine niedrige Brücke geprallt. Im Mai 2020 konnten zwei Surfer gestellt werden: Die Bundespolizei schnappte einen 15- und einen 16-Jährigen, als sie auf der Strecke der S1 von Schönholz in Richtung Norden auf der Kupplung zwischen zwei Wagen mitfahren wollten.