Neuer Rekord: Lebensmittel in Berlin mit stärkster Teuerung seit Jahrzehnten

Während die Inflationsrate im August bundesweit bei 7,9 Prozent lag, fiel sie in Berlin etwas geringer aus. Im Detail sieht das jedoch ganz anders aus.

Obst und Gemüse verteuerten sich in Berlin um 8,2 Prozent.
Obst und Gemüse verteuerten sich in Berlin um 8,2 Prozent.dpa/Frank Rumpenhorst

In Berlin hat die Teuerungsrate nochmals zugelegt. Nach Angaben des Statistischen Landesamts kosteten Waren und Dienstleistungen im August in der Stadt durchschnittlich 7,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Brandenburg stiegen die Preise sogar um 7,9 Prozent.

Wenngleich der Tankrabatt die Preise für Benzin und Diesel im zu Ende gehenden Monat auch in Berlin nicht mehr so steil nach oben gehen ließ wie in den Vormonaten, wurde die Teuerung abermals vor allem durch die Energiepreise getrieben. Um 30,1 Prozent wurde Energie in Berlin binnen eines Jahres teurer. Für leichtes Heizöl und Gas musste doppelt so viel gezahlt werden wie vor einem Jahr. Bei Heizöl gingen die Preise um 103,8 Prozent nach oben. Gas kostete 90,9 Prozent mehr. Und selbst vermeintliche Alternativen wurden teurer: Bei Brennholz, Pellets und Kohle betrug der Aufschlag 87,2 Prozent mehr.

Auf einen neuen Rekord schaffte es in Berlin die Teuerung bei den Lebensmitteln. Während die Preise für Nahrungsmittel im August bundesweit um 16,6 Prozent zulegten, wurden Lebensmittel in dieser Stadt durchschnittlich 17,9 Prozent teurer. „Solche Preissteigerungen hat es in den letzten Jahrzehnten nicht gegeben“, sagt Katja Kirchner, Referatsleiterin Preise im Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Und dabei ist die genannte Steigerung noch ein Durchschnittswert, der im Einzelnen übertroffen wurde.

So musste in diesem August in Berlin für Weizenmehl 88,7 Prozent mehr bezahlt werden als im August vorigen Jahres. Der Preis für Butter stieg um 53,5 Prozent, der für Bohnenkaffee um 24,4 Prozent, Eier kosteten 21,8 Prozent mehr. Fleisch und Fleischwaren verteuerten sich in Berlin um 20,8 Prozent, Sonnenblumen- und Rapsöl um 65,1 Prozent.

Dass die Teuerung bei Obst und Gemüse in Berlin über das gesamte Sortiment „nur“ bei 8,2 Prozent lag, ist – wenn überhaupt – ebenfalls nur als Durchschnittswert tröstlich. Denn für Gurken mussten 49,5 Prozent mehr bezahlt werden. Auch Birnen, Bananen und Paprika kosteten wenigstens zehn Prozent mehr. Tatsächlich stieg der Kartoffelpreis um 4,7 Prozent. Äpfel wurden sogar etwas billiger.

Ermittelt wird die Teuerungsrate monatlich auf der Grundlage eines virtuellen Warenkorbs. Mehr als 600 Produkte und Dienstleistungen sind darin enthalten. Es ist fast alles, was zum täglichen Leben benötigt wird. Der Inhalt des Warenkorbs reicht von Nahrungsmitteln über Bekleidung, die Ausgaben für die Wohnung und Kultur bis zu Versicherungspolicen und dem Sprit für das Auto.