In Berlin demonstrierten am Sonnabend mehrere Hundert Menschen friedlich für eine vollständige Legalisierung von Cannabis. Nach Angaben der Polizei kamen bis zum Nachmittag um die 300 Leute zusammen. Die Demonstranten schwenkten Fahnen und selbst gebastelte Plakate, auf denen Hanfpflanzen abgebildet waren. „Die Stimmung ist angenehm“, sagte Aktivist Steffen Geyer.

Der Protestmarsch startete an der Warschauer Brücke im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Am späten Nachmittag trafen die Demonstranten am Volkspark am Weinberg im Prenzlauer Berg zu einer Abschlusskundgebung ein.

Route wurde politisch gewählt

„Wir treten für eine vollständige Legalisierung von Cannabis als Rohstoff, Medizin und Genussmittel ein“, sagte der Initiator Geyer vor der Veranstaltung. Soweit es um Cannabis als Genussmittel geht, stellt er sich eine Gleichstellung mit Tabak vor. Der Anbau von Pflanzen sollte in begrenzten Maßen erlaubt sein und die Jugendschutzgesetze angewendet werden, sagte Geyer.

Der Aktivist rechnete mit etwa 500 Leuten. Die Route des „Marijuana Marchs“ sei politisch gewählt, so Geyer. An der Warschauer Brücke treffe sich das Berliner Partyvolk - diese ist laut Geyer ein „drogenpolitischer Brennpunkt“. Einen Zwischenstopp wollen die Demonstranten vor einem Growshop einlegen. „Dort kann sich schon heute jeder mit Drogenprodukten eindecken“, sagte Geyer. „Darüber müssen wir reden.“

Weltweites Happening

Der „Global Marijuana March“ findet weltweit in der ersten Maihälfte statt. Am vergangenen Wochenende gab es etwa Demonstrationen in Rostock und Athen. „Wir wollen damit zeigen, dass überall Befürworter einer Legalisierung von Cannabis leben“, sagte Geyer. Im August trifft sich die Szene zur zentralen Hanfparade in Berlin.

Derweil plant der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Coffeeshop zu eröffnen, wo Haschisch und Marihuana staatlich kontrolliert verkauft werden kann. Aktivist Geyer hält davon nicht viel. Bis ein solcher Modellversuch anlaufe, sei Cannabis längst legalisiert. „Die werden von der Geschichte überholt werden.“ (BLZ/dpa)