In seinem Bericht zur Berliner Polizeiakademie kommt der externe Sonderermittler Josef Strobl aus Bayern zu dem Ergebnis, dass dort etwa 50 Lehrer fehlen. Außerdem bestünden erhebliche Defizite bei den Deutschkenntnissen der Auszubildenden. Strobl forderte deshalb umfangreiche Verbesserungen. Der Bericht soll am Montag dem Innenausschuss des Abgeordnetenhauses vorgelegt werden. Er war von Innensenator Andreas Geisel (SPD) in Auftrag gegeben worden.

Die Polizeischule war vorigen Herbst in die Schlagzeilen geraten, von Missständen war die Rede. So wurden Disziplinlosigkeit sowie mangelnde Deutsch-Kenntnisse von Polizeianwärtern beklagt. Wie der Sonderermittler nun schreibt, „war und ist der Ausbildungserfolg grundsätzlich noch nicht in Gefahr“.

Kritik am Eignungstest

Ein Teil des Lehrpersonals sei aber in Reformprozesse nicht eingebunden gewesen. Dringend nötig seien daher vertrauensbildende Maßnahmen. Erforderlich seien zudem intensive Auswahlgespräche mit den Bewerbern für die Polizeischule, eine bessere Aufsicht der Polizeischüler und die „Feststellung von charakterlicher Eignung“. 

Beim Thema Sprachkenntnisse kritisiert der Sonderermittler, dass der Eignungstest in Deutsch erst nach der Einstellung der Polizeischüler stattfindet und nicht davor. Seine Recherchen ergaben, dass beim Einstufungsdiktat im Herbst 2016 knapp 63 Prozent aller Polizeischüler aufgrund fehlender Deutschkenntnisse durchgefallen sind. 2010 waren es noch rund 7 Prozent.