Der Tote, der in der Kirchenruine an der Grunerstraße in Mitte gefunden wurde, ist ein Israeli. Die israelische Botschaft bestätigte dies am Mittwochnachmittag. „Herr Eyal Siso, Konsul der Botschaft des Staates Israel, hat nun die engültige Bestätigung bekommen“, hieß es in einer Presseerklärung. Aus Respekt für die Hinterbliebenen wolle man zunächst keine weiteren Angaben zur Identität des Mannes machen. Eine Botschaftssprecherin sagte, das Außenministerium in Israel informiere derzeit die Angehörigen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Polizei in der Kleidung des Toten einen israelischen Pass gefunden hatte. Er steckte offenbar in der Tasche seiner Jogginghose. Das Dokument ist auf den 22-jährigen Yossi A. ausgestellt.
Wie berichtet, hatten zwei Passanten die Leiche des Mannes am Ostersonntag in der Ruine der Kirche des früheren Franziskanerklosters an der Litten-, Ecke Grunerstraße entdeckt. Der Tote hatte schwere Kopfverletzungen, auch im Gesicht, so dass die Polizei es nicht mit dem Foto in dem Pass abgleichen kann, was die Identifikation erschwert. Die schweren Gesichtsverletzungen sollen von Schlägen stammen.

Im Gegensatz zur israelischen Botschaft will sich die Polizei noch nicht offiziell festlegen. „Ehe wir den Tod einer Person offiziell bestätigen, warten wir das Ergebnis der DNA-Auswertung ab“, sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf. Über die Botschaft hat die Polizei die israelischen Behörden eingeschaltet und um DNA-Material des Passinhabers gebeten. Dieses wird bei dem mutmaßlichen Opfer daheim entnommen, etwa aus einem Kamm oder einer Zahnbürste.

Nur sechs Hinweise

Über das Tötungsdelikt berichten mittlerweile auch zahlreiche israelische Medien. Demnach soll sich Yossi A. zum Pessachfest in Berlin angemeldet haben. Bei Chabad Lubawitsch soll er ein Zimmer gebucht haben. Dort ist er jedoch nicht aufgetaucht. Schon am Freitag, dem Sederabend, war sein Zimmer leer geblieben.

Die Polizei kann über den Hintergrund der Tat noch keine Angaben machen. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte Neuendorf lediglich. Weitere Einzelheiten nennt die Mordkommission „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht. In der Gegend des Tatorts sind vor allem Touristen unterwegs. Auch Obdachlose treiben sich an der Ruine herum. Bis zum Mittwoch gingen bei der Polizei lediglich sechs Hinweise von Zeugen ein.

Die Polizei sucht weiterhin nach Zeugen. Die Ermittler interessieren sich vor allem für Personen, die sich zwischen Sonnabend, dem 4. April und Sonntag, dem 5. April in der Zeit zwischen 20 und 6 Uhr vor oder auf dem Gelände der Kirchenruine direkt gegenüber dem Amtsgericht Mitte aufgehalten und möglicherweise die Tat beobachtet haben. Hinweise nehmen die 6. Mordkommission des Landeskriminalamts unter der Telefonnummer 030/4664–911666 sowie jede andere Polizeidienststelle entgegen.

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