Früher half die ganze Familie, es wurde gekocht, es war immer jemand da, der das Kind hüten konnte. Heute leben die meisten Menschen nicht mehr in Großfamilien zusammen, die Verwandtschaft ist im ganzen Land verstreut – oder sogar darüber hinaus. Viele Mütter sind sich nach der Geburt selbst überlassen, besonders, wenn der Mann schnell wieder arbeiten geht. Aber auch später, wenn beide Eltern wieder im Job sind, kann es Betreuungsengpässe geben, für die Familien einen zuverlässigen Dritten brauchen.

Deutschlandweit gibt es verschiedene Angebote von Menschen, die Müttern und Vätern unter die Arme greifen. Wir stellen einige davon vor.

Mütterpflegerinnen

Alle schauen auf das Kind. Aber wer bemuttert eigentlich die Mütter? Es gibt zertifizierte Mütterpflegerinnen, die zu frisch gebackenen Familien nach Hause kommen, die zuhören, kochen oder die Mutter massieren, um ihr den Rücken zu stärken.

Mütterpflegerinnen helfen Frauen, in ihre neue Rolle reinzuwachsen. Ziel ist es, Müttern den Druck zu nehmen, ihnen zu helfen, ihren eigenen Weg mit dem Neugeborenen zu finden und sich nicht mit den vielen alten und neuen Aufgaben zu überfordern. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen Teil der Kosten.

Nachbarschaftshilfe

Das Baby ist da, die Freude ist riesig – und nichts geht mehr. Wer keine Hilfe von Familie, Freunden oder Nachbarn hat, kann sich an wellcome wenden. wellcome bietet bundesweit praktische Hilfe nach der Geburt – moderne Nachbarschaftshilfe.

Die Helfer arbeiten ehrenamtlich und verhelfen Müttern zu kleinen Pausen und Auszeiten im Alltag, in denen sie wieder Kraft schöpfen können. Die Ehrenamtlichen betreuen zum Beispiel den Säugling während Sie sich ausruhen, spielen mit den Geschwisterkindern oder begleiten Sie bei einem Arztbesuch mit Zwillingen.

Leih-Oma-Service

In Deutschland nimmt die Zahl der Patenschaftsvermittlungen zwischen den Generationen immer weiter zu. Immer mehr Eltern und Kinder suchen Paten, da die eigenen Großeltern entfernt wohnen oder verstorben sind. Dann gibt es die Möglichkeit für Familien, sich um eine Leih-Oma oder einen Leih-Opa zu bemühen. Leih-Omas und Leih-Opas sind die häufigsten Formen der aktiven Kinderpatenschaft.

Leih-Omas und Leih-Opas sollen keine kostenlose Alternative zur Kinderbetreuung oder zum Babysitter sein. Sie sind ehrenamtliche Paten, die für festgelegte Zeiten und Perioden die Verantwortung für ein Kind übernehmen, mit diesem die Freizeit gestalten oder Hausaufgaben machen.

Notfallmamas

Wenn das Kind krank ist und nicht zur Kita kann, braucht es jemanden, der einspringt. Dafür gibt es die Notfallmamas. Die Kindernotfallbetreuung bringt Familie und Beruf zusammen. Sie hilft da, wo es wegen erkrankten Kindern oder Ausfall der regulären Betreuung unerwartet zur Zerreißprobe kommt.

Die Betreuer sind entweder erfahrene Mütter oder bringen berufliche Qualifikationen, etwa als Krankenschwester oder Erzieherin mit, was die recht hohen Kosten erklärt. Die Notfallmamas sind alle vertraut im Umgang mit (kleinen) Kindern und kennen diese Notfallsituation. Die Kinder werden zu Hause betreut.

Schwangerschaftsconcierge und Babyplanner

In den USA sind sie längst Trend, in Deutschland noch selten: Schwangerschaftsconcierge und Babyplanner. Sei es die Suche nach der passenden Hebamme oder nach dem richtigen Krankenhaus, die Unterstützung bei Anträgen oder der Erstausstattung, ein Schwangerschafts-Concierge und Baby Planner Service wie maternita begleitet und unterstützt werdende und frischgebackene Mütter auf dem Weg in das Leben mit Baby.

Sie helfen durch das Chaos der Elterngeldanträge, organisieren Schwangerschafts-Fotoshootings und kümmern sich um alle Belange rund um die Elternschaft. Dieser Service wird bislang in Berlin, München, Hamburg und Düsseldorf angeboten, bald auch in Frankfurt und Stuttgart. Das Netz soll weiter ausgebaut werden.