Leihfahrräder verbessern unsere Lebensqualität

Wie sich Geld verdienen lässt, indem ein mehrere hundert Euro teures Rad an die Straße gestellt wird und für ein paar Cent die Minute oder den Kilometer verliehen wird, ist nicht ganz klar. Aber es scheint zu funktionieren. Zumindest geht nun ein weiterer Anbieter von Verleihfahrrädern ohne feste Station in Berlin an den Start. Das amerikanische Start-up Limebike ist die siebte Firma, die in Berlin via App Fahrräder zur Verfügung stellen will. Geschätzt stehen und warten inzwischen rund 10.000 Räder in der Stadt rum und warten.

10.000 Räder, die einfach auf dem Gehweg abgestellt sind? Womöglich nicht ordentlich in Reih und Glied und gar kostenfrei ohne Sondernutzungsgebühr fürs Straßenland? Lustigerweise kritisiert gerade die Wirtschaftspartei FDP das muntere Fahrradtreiben. Ansonsten präsentieren sich die Liberalen ja am liebsten als Polit-Start-up, das gegen bürokratische Regeln wettert, die Unternehmertum bremsen.

Berlin ist eine Radfahrer-Stadt

Es ist richtig, dass die Betreiber keine Gebühren für die Abstellflächen bezahlen und so gegenüber den Carsharing-Firmen im Vorteil sind, die Parkgebühren mit einer Pauschale abgelten. Die ökologische Verkehrswende hat eben ihren Preis. Autofahrer werden trotzdem noch genug bevorzugt. Und wer seinen Motorroller auf dem Bürgersteig abstellt, zahlt ja auch keine Parkgebühr. Das einzige, worüber man nachdenken sollte, ist, den Betreibern aufzuerlegen, ihre kaputten Räder schneller wieder einzusammeln.

Berlin ist eine Radfahrer-Stadt, flach und mit in der Regel breiten Straßen. Die Fahrradwege-Planer müssen noch ein wenig besser werden (wer hat eigentlich die Sanierung der Monumentenbrücke in Schöneberg geplant und den Fahrradweganschluss an die Monsterfahrradrampe in den Flaschenhals-Park vergessen?), aber das wird schon noch.

Berlin verträgt ohne Zweifel noch ein paar mehr Leihfahrräder. Es ist auffällig, dass immer mehr Menschen, und nicht nur Touristen, die Räder nutzen. Sie sehen ja inzwischen deutlich besser aus, als die ersten, etwas klobigen Stahlmodelle. Die Idee setzt sich durch und die Lebensqualität wird sich verbessern.