Rund 10.000 Leihfahrräder gibt es bereits in der Stadt. Jetzt ist der nächste Anbieter an den Start gegangen: Nach Nextbike, Lidl-Bike, Byke und moBike nebst kleineren Konkurrenten wie Donkey Republic und oBike fallen nun die limettengrünen Räder des kalifornischen Unternehmens LimeBike auf.

Von Beginn an stellt LimeBike neben 500 „normalen“ Leihrädern auch 500 E-Bikes zur Verfügung. Für einen Euro können alle LimeBikes ohne Kaution per App ausgeliehen werden. Die Räder darf man dafür eine halbe Stunde nutzen. Für E-Bikes gibt es einen Aufschlag von 15 Cent pro Minute.

LimeBike-Räder können überall abgestellt werden

„Wir begrüßen jedes zusätzliche Angebot“, sagt Katja Täubert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Sie setzt darauf, dass die E-Bikes viel von Pendlern genutzt werden, um von den Außenbezirken in die Innenstadt zu fahren und umgekehrt. Verteilt wurde die Flotte zunächst vor allem in Mitte und Prenzlauer Berg. Zukünftig sollen die grünen Räder aber auch außerhalb der Innenstadt stehen.

Abgestellt werden können sie überall, selbst in Potsdam: „LimeBike-Kunden können in Berlin ausgeliehene Fahrräder und E-Bikes auch in Außenbezirken wie in Marzahn und Gatow oder auch außerhalb Berlins abschließen, ohne dass hierdurch zusätzliche Gebühren anfallen“, sagt Alexander Götz, Country Manager Deutschland, von LimeBike. Das halten andere Leihrad-Anbieter anders: Wer ein Lidl-Bike außerhalb des Stadtgebietes abstellt, muss laut Preisverzeichnis mit einem Aufschlag von 25 Euro rechnen.

„Im Zweifel lieber auf ein herkömmliches Leihrad umsteigen“

Katja Täubert vom VCD erwartet, dass LimeBike nur der Anfang ist: Weitere Anbieter werden folgen. Der VCD warnt, ein E-Rad sei meist schwerer als ein herkömmliches Fahrrad. Durch die Motorunterstützung verhalte sich das E-Bike beim Fahren und Bremsen anders, als es Radfahrer sonst gewohnt sind. „Das ist vielen nicht bewusst“, sagt Täubert. Zudem bieten E-Räder auch Untrainierten die Möglichkeit, höhere Geschwindigkeiten zu erreichen. Dies könnte dazu verleiten, sich zu überschätzen. 

„Im Zweifel lieber auf ein herkömmliches Leihrad umsteigen“, rät Täubert. Selbst routinierte Radfahrer, die sich schneller auf die Eigenheiten der E-Rades einstellen, sollten das Anfahren, Kurvenfahren und Bremsen zunächst in einem sicheren Bereich üben.