In der Vergangenheit waren immer wieder Vorwürfe über angebliche gravierende Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik laut geworden.
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Berlin - In der Affäre um die Staatliche Ballettschule bahnt sich eine absurde Situation an: Das Arbeitsgericht Berlin hat am Mittwoch entschieden, dass die Kündigung des ehemaligen Leiters Ralf Stabel durch die Bildungsverwaltung nicht wirksam ist. Andererseits sei eine Weiterbeschäftigung als Schulleiter nicht möglich – schon aus formalen Gründen, urteilte das Gericht. Das heißt, Stabel hat seine Kündigungsschutzklage gewonnen, seinen Job aber trotzdem verloren. Der gekündigte Schulleiter erschien nicht persönlich vor Gericht. Indes fordert die CDU-Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner, Vorsitzende des Bildungsausschusses, den Rücktritt von Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD).

In der Vergangenheit waren immer wieder Vorwürfe über angebliche gravierende Missstände an der Staatlichen Ballettschule Berlin und Schule für Artistik laut geworden. Im Fokus der Kritik stand vor allem Schulleiter Stabel, der nicht eingegriffen haben soll. In dem Bericht einer unabhängigen Clearingstelle vom Frühjahr dieses Jahres ist von einem „Klima der Angst“ die Rede, von körperlichen Übergriffen, emotionaler und psychischer Gewalt, sexualisierten Äußerungen und einer vernachlässigten Fürsorgepflicht. Schon im November vorigen Jahres hatten zwei Drittel des Schulpersonals in einem Brandbrief ihre Sorge über das Wohl der Schülerinnen und Schüler zum Ausdruck gebracht. Stabel habe nicht reagiert, so der Vorwurf.

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