Polizisten bewachen das Regierungsviertel.
Foto: Eric Richard

BerlinDie Hauptstadt wurde am Wochenende zur Festung. Etwa 5000 Polizisten waren an beiden Tagen im Einsatz.. Der Grund ist die Libyen-Konferenz, die an diesem Sonntag im Bundeskanzleramt stattfindet, und an der zahlreiche hochranginge Staatsgäste teilnehmen. 

Die Libyen-Konferenz, Demonstrationen Zehntausender anlässlich der Grünen Woche und  ein Heimspiel von Hertha gegen den FC Bayern gestalteten den Sonnabend und den Sonntag zur Bewährungsprobe für die Polizei. Sie wurde dabei unterstützt von Hundertschaften aus anderen Bundesländern und der Bundespolizei.

Wegen der Libyen-Konferenz hatten Einzelpersonen und Organisationen im Umkreis des Bundeskanzleramtes für den Sonntag zahlreiche Demonstrationen angemeldet. Auf dem Platz der Republik zwischen Bundeskanzleramt und Reichstag richtete sich zum Beispiel der Protest gegen den Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Hinzu kamen 150 bis 200 Demonstranten, die dort lautstark gegen die Politik der Regierung Algeriens protestierten.

Friedliche Proteste am Potsdamer Platz

Eine Demonstration von Erdogan-Anhängern fand wiederum am Potsdamer Platz statt. An der Paul-Löbe-Straße protestierten Demonstranten gegen die türkische Einmischung in Libyen. Nach Angaben der Polizei blieben die Proteste  friedlich. „Sie verliefen erstaunlich entspannt“, sagte ein Polizeisprecher.

Wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen für die eingeladenen Staatsgäste waren Teile des Regierungsviertels und der Innenstadt von der Polizei abgeriegelt. Für Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan galten Sicherheitsstufe 1. Gullys wurden zum Schutz vor Bomben zugeschweißt, Präzisionsschützen gingen zum Schutz der Gäste in Stellung. Ausflugsdampfer konnten nicht über die Spree fahren. Denn sie war auf Höhe des Regierungsviertels gesperrt.

Auch ein Flugverbot verhängte die Polizei über Berlin und sein Umland. Es gilt noch bis Montagabend. Alle Flüge, einschließlich Modellflieger und Drohen, sind untersagt. Nur Passagier- und Frachtflüge dürfen landen und starten. Die Zone hat laut Flugsicherung einen Radius von 55 Kilometern rund um das Regierungsviertel und reicht 3000 Meter hoch. 

Ein Segelflugzeug ist am Sonntag während Libyen-Konferenz unerlaubt in den Berliner Luftraum eingedrungen und daraufhin von einem Polizeihubschrauber zum nächsten Flughafen begleitet worden.