Lichtenberg: Bezirk sucht Flächen für Wohnungsbau

Berlin - Im vergangenen Jahr wurde in Lichtenberg der Bau von rund 1500 Wohnungen genehmigt, in diesem Jahr sollen es ebenso viele sein. Das teilte Baustadtrat Wilfried Nünthel (CDU) jetzt mit. Bereits seit etwa drei Jahren ist der Bezirk als Wohnungsstandort gefragter denn je – ein Ausdruck steigender Mieten in den City-Bezirken. Doch auch die grüne Lage vieler Viertel ist insbesondere für Familien reizvoll. Seit 2009 verzeichnet Lichtenberg alljährlich einen Bevölkerungszuwachs um rund 2000 Personen.

Um allen Schichten entsprechenden Wohnraum anzubieten, hat das Bezirksamt im Dezember mit Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und privaten Investoren ein „Bündnis für Wohnen“ geschlossen. Das sieht auch den Bau preiswerter Wohnungen vor. Damit soll der Mietanstieg begrenzt werden. Bereits Ende 2012 wurde das „Q 216“ an der Frankfurter Allee nahe dem Bahnhof Lichtenberg eröffnet, die 224 Einzimmer-Apartments des ersten Bauabschnitts waren schnell vermietet. Ein zweiter Bauabschnitt mit 214 Wohnungen soll bis zum April fertiggestellt sein. Die Mieten kosten, je nach Größe der Apartments, zwischen knapp 300 und etwas über 400 Euro. Vor allem Singles und Studenten haben sich dort eingemietet.

Der Bezirk hat inzwischen ein Planungsbüro beauftragt, um geeignete Flächen für den Wohnungsneubau zu erkunden, in diesem Jahr soll eine entsprechende Expertise fertig sein. Stadtrat Nünthel sagt, dass fast ausschließlich auf Standorte zurückgegriffen werden soll, die bereits einmal genutzt wurden – frühere Gewerbeflächen, ehemals militärisch genutzte Areale und auch frühere Wohnheime. Auch das „Q 216“ war einmal ein Bürohaus, das lange Jahre leer stand.