Berlin-Lichtenberg - Viele Erstklässler in Lichtenberg werden ab dem Sommer nur in ein Provisorium eingeschult. Der Grund: Der Neubau der 35. Grundschule an der Sewanstraße wird nicht rechtzeitig fertig. Die Schule entsteht gerade in Schnellbauweise aus Holz. Aber eben nicht schnell genug.

Deshalb muss für die Erstklässler, die im Sommer hier eingeschult werden sollen, eilig eine Ausweichschule besorgt werden. Geplant ist nun, dass die künftigen Erstklässler die Modularen Ergänzungsbauten (MEB) in der Dolgenseestraße nutzen sollen. "In der 35. Grundschule in der Sewanstraße werden vier Klassen eingerichtet, die im Rahmen einer temporären schulorganisatorischen Maßnahme im neugebauten MEB in der Dolgenseestraße untergebracht werden", teilte das Schulamt Lichtenberg auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. "Das Lehrpersonal konnte bereits gebunden werden." Ein koordinierender Schulleiter begleite den Prozess.

An der nahen Schmetterlings-Grundschule war schon alles voll, weshalb 50 Erstklässler zunächst an die 35. Grundschule sollten. Das wird jedenfalls keine allzu schöne Einschulung für die Kleinen.

Betroffene Eltern hätten früher aufgeklärt werden müssen

Kurios ist, wieso die 50 Erstklässler überhaupt Briefe vom Schulamt Lichtenberg erhielten, in denen stand, dass sie zur Einschulung in die noch nicht fertige Schule sollten. „Es ist unerklärlich, warum Eltern diese Briefe vom Schulamt erhielten, wenn von Beginn der Planungen die Fertigstellung im Frühjahr 2020 avisiert war“, teilte die Linke-Abgeordnete Hendrikje Klein mit, die in Lichtenberg ihren Wahlkreis hat.

Die betroffenen Eltern hätten früher über die tatsächliche Situation aufgeklärt werden müssen. Insgesamt sei es natürlich gut, dass im Bezirk neue Schulen gebaut würden.
Auch was die Schulsanierungen angeht, tut sich inzwischen etwas: Dächer flicken, Fenster erneuern und Fassaden herrichten. An 232 Schulen rücken in den Osterferien die Bauarbeiter an, um während der unterrichtsfreien Zeit Renovierungsarbeiten vorzunehmen. Unter Baulärm und Staub leiden dann wenigstens Schüler und Lehrer nicht. Dafür stehen insgesamt gut 195 Millionen Euro bereit. Auch an 10 der 40 Berliner Oberstufenzentren wird gewerkelt.

Hier eine Liste der in den Osterferien anstehenden Baumaßnahmen zum Download: