Lichtenrade: Tunnel oder Klage

Im Streit über die schnelle Bahnverbindung zum künftigen Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld hat die Bürgerinitiative „Lichtenrade Dresdner Bahn“ am Donnerstag angekündigt, gegen das Eisenbahn-Bundesamt klagen zu wollen. Die Anwohner fürchten Lärm, weil die neue Trasse auf dem Gelände der früheren „Dresdner Bahn“ mitten durch Lichtenrade führen wird.

Schon seit mehr als 15 Jahren wird über den Bau dieser Trasse diskutiert. Die Anwohner fordern, dass die Züge nicht ebenerdig durch ihr Wohngebiet fahren, sondern durch einen Tunnel. Dem Bund, dem Land und der Bahn sind die Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe aber zu viel. „Sollte die ebenerdige Bauweise genehmigt werden, ziehen wir vor das Bundesverwaltungsgericht“, sagte Manfred Beck, Vorsitzender der Bürgerinitiative.

Weil das Planstellungsverfahren erst nach der Bundestagswahl im September abgeschlossen sein wird, ist mit einer Klage frühestens im Herbst zu rechnen. Unterstützung bekamen die Bürger vom Tempelhofer CDU-Bundestagsabgeordneten Jan-Marco Luczak. Der forderte den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) auf, Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium und der Deutschen Bahn über eine finanzielle Beteiligung des Landes aufzunehmen. (tin.)