Anders als angekündigt wird eine wichtige Bahnverbindung zwischen Berlin und der Ostsee im Sommer nun doch nicht unterbrochen. Das teilte Bengt Steffan von der Deutschen Bahn (DB) am Dienstagabend während einer Informationsveranstaltung in Buch mit.

Ursprünglich war geplant, zwischen Berlin und Oranienburg den gesamten Regionalzugverkehr der Linie RE5 einzustellen. Vom 29. Juli bis zum 29. August sollten alle Regionalexpresszüge zwischen Berlin, Rostock und Neubrandenburg–Stralsund auf diesem Abschnitt ausfallen. Ostsee-Urlauber, Ausflügler, Wochenendpendler und andere Fahrgäste hätten zwischen Berlin und Oranienburg auf die S-Bahn umsteigen müssen, ausgerechnet im Sommer, wenn auf dieser Verbindung besonders viel los ist. Kein Wunder, dass es Kritik gab, auch in Mecklenburg-Vorpommern.

Großbaustelle im Nordosten Berlins

Anlass sind Bahnbauarbeiten im Nordosten Berlins. Die Trasse der Stettiner Bahn, die Blankenburg, Karow, Buch und andere Bereiche im Nordosten durchschneidet, ist zu einer Großbaustelle geworden. Ein Schwerpunkt ist das Karower Kreuz, wo die Strecke mit dem Außenring verknüpft wird. Im Sommer nehmen die Bauleute nun ein kompliziertes Projekt in Angriff: Die Brücke, auf der künftig die Züge zwischen Berlin und Rostock fahren, wird in zwei Teilen neu gebaut und dann in einer spektakulären Aktion eingeschoben. Dafür muss allerdings das provisorische Gleis, auf dem der Regionalexpress RE5 heute den Knotenpunkt durchquert, gesperrt werden.

Direktverbindung Berlin-Rostock bleibt erhalten

Zwar bleibt es bei der Sperrung des Gleises. Doch nun steht fest, dass es für die Fahrgäste nicht ganz schon schlimm wird. „Für einen Teil des Verkehrs haben wir eine Lösung gefunden“, so Bengt Steffan von DB Regio. Die Rostocker Regionalexpresszüge werden jetzt doch nicht in Oranienburg beginnen und enden, die Direktverbindung mit Berlin bleibt erhalten. Der RE 5 wird über dieselbe Strecke geführt, auf der auch der ICE umgeleitet wird: über Spandau, wo nicht gehalten wird. Dadurch wird sich die Fahrzeit etwas verlängern, weshalb die Linie RE5 geteilt wird. Die Rostocker Züge halten in Berlin am Hauptbahnhof und enden dann am Südkreuz.

Für die Züge der Linie RE5, die von und nach Stralsund verkehren, bleibt es bei der Unterbrechung zwischen Berlin und Oranienburg. Fahrgäste müssen auf diesem Teilstück die S1 nutzen, teilte die DB am Mittwoch nmit.

Auf die neue Regelung hat sich die DB mit den Bestellerorganisationen Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB) und Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH (VMV) geeinigt.