Du redest wie deine Mutter.“ Der Satz gehört zum unveräußerlichen Verbalmobiliar der bürgerlichen Ehe. Leider ist er, obwohl man Mütter ja ehren soll, kaum je als Lob zu verstehen – geschweige denn als Einladung, nun Mamas Lebensweisheiten zu ventilieren, etwa bezüglich der heimhygienischen Überlegenheit feuchter Lappen gegenüber Staubwedeln. Im Gegenteil, der Satz soll eine Debatte abwürgen und ist insofern eine charmantere Version von „Schnauze, du nervst!“.

Mein Stadtteil hat eine Gruppe auf Facebook. Dort beklagte neulich jemand eine staatliche Ohnmacht angesichts vermehrter Einbrüche in der Nachbarschaft. Die erste Antwort lautete: „Sind Sie ein Besorgter oder AfDler?“ Es ging kein bisschen darum, ob der Mann Eigentumsdelikte nur halluziniert, die Polizei alles im Griff hat oder ungebetene Gäste auch mal ganz spannend sind. Wichtig war nicht die Aussage, sondern allein ihr, aktivistendeutsch gesprochen, „populistischer Sound“: Du klingst wie – die bald fünffache – Mutter Petry. Klappe zu, Affe tot.

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