Genau ein halbes Jahr nach der Räumung des „Köpi“-Wagencamps in Berlin-Mitte sind mehrere Aktivisten am Freitagabend in das Areal eingedrungen. „Wir lassen uns nicht vertreiben“, riefen sie. Zahlreiche Polizisten waren im Einsatz, um sie wieder von dem Platz zu holen. Bei Twitter schrieben die Köpi-Aktivisten am Abend: „Ein halbes Jahr stand das Areal leer für Spekulationen. Nun sind wir hier, um es zurückzuholen. (...)“

Paul Zinken/dpa
Polizeibeamte gehen auf der Straße vor dem früheren „Köpi“-Wagenplatz an der Köpenicker Straße. Dort waren am Freitagabend einige Linksautonome auf das abgegrenzte Areal eingedrungen. Die Polizei sondierte die Lage und drang dann auf das Gelände ein und nahm Personen fest.

Der Einsatz an der Köpenicker Straße dauerte nach Angaben der Polizei mehrere Stunden. Kurz nach 4 Uhr sei das Gelände vollständig geräumt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Zur Anzahl der Aktivisten auf dem Areal und zu möglichen Festnahmen äußerte sich die Polizei zunächst nicht. Die Köpi-Aktivisten gaben auf Twitter an, mehrere Menschen seien festgenommen worden. Außerdem bedankten sie sich bei den Aktivisten, die zum 6-monatigen Jubiläum nach der Räumung an der Aktion teilgenommen hätten. Außerdem wurde ein Link gepostet, der eine Erklärung zur Aktion bereithält.

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Polizeibeamte stehen auf der Straße vor dem früheren „Köpi“-Wagenplatz an der Köpenicker Straße.

Das Wagencamp „Köpi-Platz“ galt als eines der letzten Symbolprojekte der linksautonomen Szene in Berlin. Am 15. Oktober vergangenen Jahres hatte die Polizei es mit schwerem Gerät geräumt. Die Räumung, an der Hunderte Polizisten beteiligt waren, hatte der Grundstückseigentümer vor Gericht erstritten. Die Bewohner lebten in Bauwagen neben einem seit 1990 besetzten Altbau.

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Ein Bild von der Räumung am 15. Oktober 2021