Rauchpatronen werden während einer Demonstration gegen die geplante Räumung der Szene-Kneipe Syndikat gezündet. Laut den Betreibern des Syndikats im Neuköllner Schillerkiez gibt es einen Räumungstermin am 7. August. 
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BerlinWährend Kamerateams und Polizisten am Sonnabend in Mitte im Großeinsatz waren, weil Zehntausende gegen die Corona-Einschränkungen demonstrierten, flogen zur selben Zeit in Neukölln Flaschen und Steine. Etwa 2500 Linksautonome demonstrierten im Schillerkiez gegen die drohende Räumung der linken Szene-Kneipe „Syndikat“.

Der Aufzug war unter dem Motto „Gegen Räumungen, Abschiebungen & Faschisierung“ mit 400 Personen angemeldet. Kurz nach Beginn wuchs er auf 2500 Personen an. An der Hermann-, Ecke Flughafenstraße griffen die Demonstranten laut Polizei unvermittelt die Polizisten  an und bewarfen sie mit Steinen. „Dabei umzingelten sie auch Einsatzkräfte, die zur Verkehrsregelung eingesetzt waren und bewarfen diese mit Steinen“, sagte ein Polizeisprecher. Eine Polizistin sei von einer vermummten Personengruppe verfolgt und mit Gegenständen beworfen worden.

Bei diesem Angriff wurden drei Polizeibeamtinnen und -beamte leicht verletzt, sie mussten ihren Dienst abbrechen. Zwei Polizeiautos wurden demoliert. Die vermummten Randalierer brannten Pyrotechnik ab, zogen Baustellenabsperrungen auf die Fahrbahn und beschädigten ein Parteibüro in der Hermannstraße. Als Polizeiverstärkung anrückte, teilte sich der Aufzug und zog sich in die Hermannstraße und den Schillerkiez zurück. Die Versammlungsleitung hatte zwischenzeitlich den Aufzug beendet. Die Bilanz: mehrere verletzte Polizisten, von denen drei in ein Krankenhaus kamen, da sie unter anderem Verletzungen durch Glassplitter im Gesicht hatten. Mehrere mutmaßliche Randalierer wurden festgenommen. Auch in Prenzlauer Berg gab es am späten Abend noch Randale.

Am späten Abend gingen die Proteste in Prenzlauer Berg weiter. Gegen 23 Uhr versammelten 200 Personen zu einer nicht angemeldeten Demo von der Wörther Straße zum Senefelder Platz. Auch dort brachten Demonstranten Hindernisse auf die Fahrbahn und bewarfen die Polizisten mit Steinen. Die Polizei nahm drei Personen fest. Anschließend teilten sich die Demonstranten in kleinere Gruppen auf und entfernten sich in verschiedene Richtungen.