Hiermit beenden wir den Liveticker von Dienstag, dem 20. Dezember 2016 zu den Ereignissen rund um den Anschlag am Breitscheidplatz in Berlin.

Ab 6.30 Uhr am Mittwochmorgen finden Sie die neuesten Informationen auf unserer Homepage.

22.41 Uhr: Erdogan spricht Beileid aus

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert und ihr sein Beileid übermittelt. Erdogan habe Merkel ausgerichtet, dass er den Schmerz Deutschlands angesichts des Anschlags teile, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu unter Berufung auf Quellen im Präsidialamt in Ankara.

22.29 Uhr:  Trauer im Netz

Wie bereits nach den Anschlägen von Paris oder Nizza ist die Anteilnahme auch im Internet riesig. Zeichnungen, Bilder, montierte Fotos, Grafiken und Visuals machen die Runde. Wir haben die besten zusammengestellt.

22.16 Uhr: Chronik des Ablaufs

Nach und nach kristallisiert sich der genau Ablauf des Anschlags heraus. Eine kleine Chronologie sieht so aus:

22.01 Uhr: 508 Hinweise

Über die Hotline der Polizei meldeten sich zahlreiche Menschen, die etwas beobachtet zu haben meinten.

21.44 Uhr: Lou Reed

"I'm going to miss you, now that your gone": Traurig und schön liegt bei Lou Reed manchmal ganz nah beieinander. Im November verganegenen Jahres zeichnete der Terror das Bataclan in Paris, gestern traf er aller Wahrscheinlichkeit nach Berlin. Lou Reed sang 1972 seinen Song "Berlin" in der französischen Konzerthalle - schaut man das Video heute, erscheint es in ganz neuem Licht. Und wirklt fast nur noch traurig.

21.29 Uhr: Verkehrslage

Der Breitscheidplatz bleibt auch am Mittwoch vollständig abgesperrt. Den Kurfürstendamm hingegen gab die Polizei rund 24 Stunden nach dem Anschlag wieder frei.

21.14 Uhr: "Niemand wird ruhen"

Nachdem sich die Terrormiliz des sogenannten Islamischen Staats zu dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz bekannt hat, dringt Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf Besonnenheit. „Diese angebliche Bekennung des sogenannten Islamischen Staates - das ist ja in Wahrheit eine Terrorbande - haben wir gerade erst bekommen“, sagte der CDU-Politiker. „Wir sollten die Sicherheitsbehörden ihre Arbeit machen lassen. Die arbeiten mit Hochdruck. Und niemand wird ruhen, bis nicht der Täter oder die Täter gefasst sind“, sagte der Minister.

21.01 Uhr: ???

Viele Fragen sind noch offen.

20.53 Uhr: Nicht einschließen

Michael Müller warnt nach dem Anschlag am Breitscheidplatz vor Panikmache. "Richtig ist: Die Augen offen zu halten, sich umzusehen, wachsam zu sein“, sagte Müller im Brennpunkt der ARD. Man könne sich aber in der Öffentlichkeit bewegen. „Es gibt keinen Grund für Angst oder sich zu Hause einzuschließen.“ Die Weihnachtsmärkte in der Stadt würden zusätzlich gesichert, etwa durch Betonklötze, um Nachahmungstaten zu vermeiden.

20.42 Uhr: Jugendliche Opfer

Unter den bislang 12 Toten des Lkw-Anschlags von Berlin sind nach Angaben von Innenminister de Maizière (CDU) keine Kinder, aber möglicherweise Jugendliche und auch Ausländer. Die Identifizierung der Toten sei zum Teil sehr kompliziert, bis Dienstagnachmittag seien lediglich 6 von ihnen identifiziert worden.

20.32 Uhr: Neue Hinweise?

Auch nach der Freilassung eines Verdächtigen tappen die Ermittler laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) nicht im Dunklen. Es gebe Fahndungsansätze und deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde, sagte der Minister am Abend im ZDF. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Täter flüchtig ist“, ergänzte de Maizière. Er bekräftige, es habe vorab keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Markt gegeben. Der Berliner Polizei sei kein Vorwurf zu machen. Sie habe auch in der Krise gut reagiert.

20.20 Uhr: IS bekennt sich

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Angriff auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz für sich in Anspruch genommen. Das IS-Sprachrohr Amak meldete am Dienstag im Internet, ein IS-Kämpfer sei für den Angriff verantwortlich gewesen. Die Echtheit der Nachricht ließ sich zunächst nicht verifizieren. Sie wurde aber über die üblichen IS-Kanäle im Internet verbreitet.

20.14 Uhr: Israelin vermisst

Nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt wird eine Israelin vermisst. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Dienstag, man fürchte um ihr Leben. Nach Angaben eines israelischen Repräsentanten handelt es sich um die Ehefrau eines israelischen Staatsbürgers, der bei der Attacke am Montagabend verletzt wurde. Er sei schwer verletzt und mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, berichtete das israelische Fernsehen am Dienstag. Der etwa 60-jährige Mann habe am Montagabend gemeinsam mit seiner Frau den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche besucht, als ein Lastwagen vorsätzlich in die Besuchermenge gesteuert wurde.

20.12 Uhr: Krisendienst

„Wir haben schon in der Vergangenheit gelernt zusammenzustehen in Berlin und das werden wir jetzt wieder tun“, sagt der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD)  in der rbb-„Abendschau“. Für die Seelsorge betroffener Bürger hat die Stadt einen Krisendienst eingerichtet: Er ist unter der Nummer 030/3906300 oder online unter www.berliner-krisendienst.de erreichbar.

20 Uhr: Auch BVB schweigt

Vor der Bundesliga-Partie gegen Augsburg herrscht im BVB-Stadion Stille.

19.55 Uhr: Schweigeminute bei Hertha

Hertha BSC spielt am Mittwoch um 20 Uhr gegen Darmstadt. Das Heimspiel im Olympiastadion wird mit einer Schweigeminute beginnen. Besucher sollen sich wegen verstärkter Taschenkontrollen auf längere Wartezeiten einstellen, hieß es in der „Abendschau“. Auch das Sicherheitskonzept für die Silvesterparty am Brandenburger Tor soll nun noch einmal überarbeitet werden.

19.52 Uhr: Gauck im Kondolenzbuch

„Wir trauern, wir stehen einander bei, wir verteidigen uns, wir verfallen nicht dem Haß." Diese Worte schrieben Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt ins Kondolenzbuch in der Gedächtniskirche.

19.40 Uhr: Rechte Trittbrettfahrer

Nicht nur im Internet, wo Medien mit Hetz-Kommentaren gegen Flüchtlinge überhäuft werden, machen sich Rechte die Katastrophe vom Breitscheidplatz zu Nutze. In Berlin will am Mittwoch eine rechte Gruppe eine Demonstration mit dem Titel "Grenzen dicht machen - An Merkels Händen klebt Blut" abhalten. Sie soll direkt am Bahnhof Zoo starten, in unmittelbarer Nähe des Tatort. Auch registrierte die Polizei zwei fremdenfeindliche Übergriffe in Berlin.

19.25 Uhr: Hintergründe der Tat

Mit der Freilassung sind die Hintergründe eines der verheerendsten Anschläge in der bundesdeutschen Geschichte wieder offener. Der oder die Täter könnten noch auf freiem Fuß sein. Ermittler und Politik gehen von einem terroristischen Hintergrund aus, rätseln aber über Motiv und Täter. Experten schließen aber auch andere Szenarien noch nicht gänzlich aus.

19.13 Uhr: Grund für Freilassung

Von der Bundesanwaltschaft heißt es: "Die bisherigen Ermittlungsergebnisse ergaben keinen dringenden Tatverdacht gegen den Beschuldigten. Dieser machte in einer polizeilichen Vernehmung umfangreiche Angaben, bestritt jedoch eine Tatbeteiligung. Eine lückenlose Verfolgung des LKW-Fahrers nach dem durchgeführten Anschlag ist durch Augenzeugen nicht erfolgt. Die durchgeführten kriminaltechnischen Untersuchungenkonnten eine Anwesenheit des Beschuldigten während des Tatgeschehens im Führerhaus des Lkw bislang nicht belegen."

19.01 Uhr: Kein Haftbefehl

Der nach dem Anschlag zunächst festgenommene Verdächtige ist wieder frei. Es sei kein Haftbefehl erlassen worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Dienstagabend in Karlsruhe mit.

18.49 Uhr: Gottesdienst endet

Der Gedenkgottesdienst an die Opfer des Anschlags von Montag in der Kaiser-Wilhelm-Gedenkkirche endet mit dem Segen.

18.47 Uhr: Müller spricht

Jetzt spricht der Regierende Bürgermeister Michael Müller zu den Besuchern. Er dankt der Berliner Polizei, den Rettungsdiensten und Krankenhäusern. Die Tat sei ein Angriff auf unsere Art zu leben, auf die Demokratie. Der Anschlag sollte Angst und Hass verbreiten. „Hass darf nicht die Antwort auf Hass ein“, appelliert Müller an die Besucher des Gottesdienstes. „Verschiedene Religionen gehören zu unserer Stadt – wir lassen uns nicht gegeneinander ausspielen.“

Müller fordert zum Zusammenstehen auf, die Demokratie, die Freiheit müsse verteidigt werden. Wichtig sei jetzt, Haltung zu bewahren. Berlin sei immer eine tolerante, weltoffenen Stadt. Die gemeinsamen Werte von Berlin dürfen nicht verloren gehen.

18.40 Uhr: Hass darf nicht triumphieren

Die Vertreter der Religionen appellieren in der Gedächtniskirche mit ihren Fürbitten an die Gemeinsamkeit und den Zusammenhalt aller Menschen. Die Kraft der Versöhnung sei stärker als der Hass, ist die Botschaft. Hass, Terror und Gewalt könne Menschen nicht auseinanderbringen – über die Grenzen der Religionen hinweg. Die Botschaft der Religionsvertreter ist klar: Der Hass darf nicht triumphieren.

18.37 Uhr: Landesfarben am Tor

18.33 Uhr: Syrer am Brandenburger Tor

Anas Albasha, 24, ist vor zwei Jahren aus Aleppo nach Berlin geflohen. Mit Freunden hat er am Brandenburger Tor die Aktion "Little lights for Aleppo" organisiert - durch Zufall ausgerechnet für den Tag nach dem Anschlag. Die Polizei hat sie nun gebeten, auf die andere Seite des Tors zu gehen - offenbar aus Sorge vor Konflikten mit Flüchtlingsgegnern. "Unsere Gedanken sind heute bei den Deutschen", sagt der Syrer.

Liveticker: Felix Firme, Christine Dankbar, Sabine Deckwerth, Robert John, Antje Kraschinski, Klara Niederbacher, Daniela Vates, Elmar Schütze, Michaela Pfisterer, Corinne Plaga, Clemens Schnur, Maike Schultz, Aleksandar Zivanovic