Berlin -  Gleich zu Beginn des Gesprächs gefriert der Bildschirm. Paulo Silva in Brasilien muss sich neu ins Internet einwählen, seine Partnerin Christina Neumann in Berlin ist die Technik-Barrieren in der Beziehung gewohnt. Seit fast drei Jahren führt das Paar eine Fernbeziehung über 12.000 Kilometer, mit fünf Stunden Zeitunterschied nach Sao Paulo wird selbst ein Videotelefonat aufwendig. Immerhin konnten sich der 36-Jährige und die 31-Jährige mehrmals im Jahr besuchen, auch wenn der Flug meist 16 Stunden dauert.

Dann kamen Corona und die Mutante. Da Brasilien seit Ende Januar 2021 als Virusvariantengebiet gilt, darf Silva nicht mehr in Deutschland einreisen. Neumann darf zwar nach Brasilien, aber hat dafür das Ansteckungsrisiko vor Ort. Und ihr Partner kann nicht wie geplant nach Berlin ziehen. „Wir leben zwischen den Welten“, sagt Neumann. Die zwei sind eines der vielen von Reisebeschränkungen betroffenen Paare weltweit, die sich im Internet unter dem Motto #loveisnottourism verbündet haben: Liebe ist kein Tourismus. Gemeinsam lobbyierten sie bei der Europäischen Union so lange, bis sich ab August 2020 auch unverheiratete Paare wieder besuchen durften. Doch dann tauchten Virus-Varianten in mehreren Ländern auf.

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