Location "Westhafen Event & Convention Center": Millionen für den Westhafen in Berlin-Moabit

Die Zahlen sind gigantisch: Rund 140.000 Events werden laut Thorsten Schermall jedes Jahr in Berlin absolviert – also Empfänge, Firmenjubiläen, Präsentationen, Tagungen oder schlicht einfach nur Partys zu allen möglichen Anlässen. Und da ist ordentlich Geld zu verdienen – 1,9 Milliarden Euro nehmen die verschiedenen Veranstalter dabei ein.

Und Schermall und sein Geschäftspartner Jean-Claude Ketterer gehören dazu. Die beiden Herren, 48 und 43 Jahre alt, wollen deshalb eine neue Location in Berlin etablieren. Und die liegt nicht in Friedrichshain oder Prenzlauer Berg – also den längst und immer noch angesagten Innenstadt-Bezirken – sondern in Moabit, in einem Industrieareal.

Millionen-Investitionen

Ihr Event & Convention Center wollen Schermall und Ketterer im März im Westhafen eröffnen, der von der Berliner Hafengesellschaft Behala betrieben wird. Über Jahre wurde in der riesigen mehrstöckigen Lagerhalle Getreide deponiert – die sogenannte Senatsreserve, mit deren Hilfe eine erneute Blockade aus dem Osten überstanden werden sollte. Aber diese Zeiten sind inzwischen vorbei. Deshalb stand nach der Wende die Lagerhalle auch weitestgehend leer. Jetzt haben Schermall und Ketterer zugegriffen und 6,5 Millionen Euro in den Umbau des Lagerhauses investiert.

Westhafen Event & Convention Center soll das 3000 Quadratmeter große Areal künftig heißen. Im April will hier das Deutsche Herzzentrum seinen langjährigen Chef Professor Roland Hetzer in den Ruhestand verabschieden. Rund 650 Gäste werden da erwartet. Und Schermall ist sich sicher, dass das so weiter geht. Er verweist auf die günstige Verkehrsanbindung des Centers.

Die Ringstrecke der S-Bahn ist zu Fuß zu erreichen, zum Flughafen Tegel ist es nicht einmal eine halbe Stunde, das gleiche gilt für den Potsdamer Stadt und die gesamte Berliner City. Und, sagt sein Kompagnon Ketterer, es gibt die Möglichkeit Kongressteilnehmer auch per Schiff aus ihren Hotels – beispielsweise dem Estrel in Neukölln – zum Tagungsort zu transportieren. Einen Bootsanleger gibt es direkt vor dem Lagerhaus. „So können die Gäste auch gleich noch eine Stadtrundfahrt durch Berlin machen“, sagt Schermall. „Dafür haben Manager ja sonst oft keine Zeit.“ In Schermalls und Ketterers neuem Standort wird auch ihr Catering-Unternehmen einziehen. Denn immerhin können im Westhafen bis zu 1500 Personen tagen und feiern.

Neuer Mietvertrag

Bislang ist der Caterer noch im Club 40seconds unweit des Potsdamer Platzes untergebracht. „Wir sind unter anderem Lieferanten für die Nationalgalerie“, sagt Schermall. Clubs hat der 48-Jährige in den vergangenen Jahren jedenfalls ausreichend gegründet. Anfang 2000 die „Lola“ in der Schöneberger Straße, dann die „Lola Lounge“ 2002 in Mitte, 2004 dann das 40seconds. Derzeit kümmern sich die beiden Unternehmer um das Humboldt-Abspannwerk in Prenzlauer Berg und die mobile Zelt-Location Domedeluxe. Der Mietvertrag für das Labels2 am Osthafen, der auch von der Behala betrieben wird, wurden den beiden in 2013 gekündigt.

„Das war eigentlich auch der Grund, dass wir bei der Suche auf den Westhafen gestoßen sind“, sagt Ketterer. 3000 Quadratmeter haben die Unternehmer dort erworben, auf 15 Jahre zur Pacht, mit zehnjähriger Verlängerungsoption, von der Behala. Es gibt große und kleine Säle, eine eigene Küche und eine Terrasse direkt am Hafenbecken.

Außerdem wird die alte Kornschütte und ein alter Hafenkran in das Ensemble mit eingebaut, sie stehen unter Denkmalschutz. Und natürlich ist die Innenausstattung nur vom Feinsten. Fußbodenheizung und -kühlung, WLAN auf allen Etagen, High-Tech-Projektionsgeräte für Vorträge und Konferenzen. Und direkt neben der Veranstaltungshalle gibt es Hafenromantik. Da werden Container abgeladen und mit Lkws abtransportiert. Schließlich ist der Westhafen nach Duisburg zweitgrößter Binnenhafen Deutschlands.