Der Großbrand im Plänterwald hätte möglicherweise geringere Schäden angerichtet, wenn das Löschboot der Feuerwehr rechtzeitig zur Stelle gewesen wäre. Weil bei dem Feuer in der Nacht zum Montag die Wasserversorgung über die 1,5 Kilometer entfernten Hydranten nur schwer hergestellt werden konnte, wurde ein solches Boot alarmiert, um mit Spreewasser zu löschen. Es liegt allerdings in der Feuerwache II in Spandau. Auf seinem langen Weg nach Treptow musste es die Schleuse Charlottenburg passieren, die nachts nicht besetzt ist.

Also wurden Mehrzweckboote der Polizei und der Feuerwehr alarmiert, die mit Pumpen Spreewasser förderten. Ihre Kapazität reicht aber bei Weitem nicht an die eines Löschbootes, das eine Förderleistung von acht Löschautos hat.

Zu wenig Löschboote

Deswegen gibt es jetzt erneut Kritik an den Einsparungen bei der Feuerwehr. Verfügte sie in den 90er-Jahren noch über fünf Löschboote, ist heute nur noch eines im Einsatz und ein weiteres in Reserve. Die Boote sind knapp 40 Jahre alt. Eine Neuanschaffung würde 2,5 Millionen Euro kosten und ist nicht geplant. Das Löschen auf dem Wasser übernehmen verstärkt Polizeiboote, die einen relativ kleinen Wasserwerfer haben.

„Die Zahl der Löschboote reicht nicht aus“, sagt der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber. „Was passiert, wenn ein Fahrgastschiff auf dem Müggelsee brennt?“ Es müsse eine Verstärkung im Südosten geben, wo es viel Tourismus und Wald gebe, fordert Schreiber.

Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht. Denn auf Schreibers parlamentarische Anfrage teilte Innenstaatssekretär Bernd Krömer kürzlich bereits mit, dass für den Fuhrpark der Feuerwehr für dieses Jahr rund 6,3 und das nächste rund 7,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen. „Diese Mittel reichen im Wesentlichen nur für die Bestandserhaltung“, so Krömer. „In keiner Fahrzeugkategorie ist ein Überalterungsabbau möglich.“

„Die jahrelangen Sparzwänge des Berliner Senats werden unweigerlich in einer Katastrophe für die Schlagkraft der Berliner Feuerwehr enden, wenn hier nicht zeitnah reagiert wird“, warnt Michael Schombel, Bezirksgruppenvorsitzender für die Feuerwehr in der Gewerkschaft der Polizei. „Die Berliner Feuerwehr steht vor einem Kollaps.“