Berlin - Die Pädagogen üben sich im Arbeitskampf: An vier Gymnasien und drei Oberstufenzentren (OSZ) werden angestellte Lehrer am Donnerstag ab 12 Uhr an einem Warnstreik teilnehmen. „Geht der Senat nicht auf uns zu, ist das der Auftakt zu einer Streiksaison“, kündigte Peter Rüßmann an. Er ist Lehrer am Spandauer Hans-Carossa-Gymnasium und Mitglied der Tarifkommission der angestellten Lehrkräfte, die nun ein Streikkonzept beschlossen hat.

Das Ziel der angestellten, meist jüngeren Lehrer ist es, beim Nettogehalt mit den verbeamteten Kollegen ansatzweise gleich gestellt zu werden. Berlin verbeamtet Lehrer seit 2004 nicht mehr. Im Laufe eines Arbeitslebens erhalten verbeamtete Lehrer derzeit netto ungefähr zwei Jahresgehälter mehr als die angestellten Kollegen, auch bei der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und bei Beförderungen sind Beamte besser gestellt. Die Angestellten verdienen nicht schlecht.

Angebot zu Sondierungsgesprächen

Seit 2009 kommen sie ab dem ersten Arbeitstag gleich in die höchste Tarifgruppe, verdienen samt Zuschlag als Gymnasiallehrer gut 4400 Euro brutto und als Grundschullehrer 3900 Euro brutto. Nach der bisherigen Regelung sind aber keine weiteren Gehaltssteigerungen mehr vorgesehen. Die Finanzverwaltung teilte am Mittwoch mit, dass diese Regelung keinen Bestand haben kann, weil Berlin in die Tarifgemeinschaft deutscher Länder zurückgekehrt sei und Zulagen nun zustimmungspflichtig seien. Man biete der GEW Sondierungsgespräche an.

Laut GEW sind schon 8000 der gut 27.000 Berliner Lehrer als Angestellte beschäftigt. Die Lehrer wollen um 14.30 Uhr vor der Senatsfinanzverwaltung protestieren. „Der Unterricht wird vertreten“, sagt Schulleiterin Cynthia Segner vom Gymnasium Tiergarten. Auch das Spandauer Carossa-, das Schöneberger Blum- und das Lankwitzer Beethoven-Gymnasium beteiligen sich. Ebenso das OSZ Lotis in Tempelhof, das OSZ Druck- und Medientechnik in Wittenau und das OSZ Sozialwesen in Charlottenburg.