Berlin - Noch steht nicht definitiv fest, ob und zu welchen Konditionen das Rockfestival Lollapalooza im Treptower Park stattfindet. Man befinde sich noch in der „Schnupperphase“, führe Gespräche mit dem Veranstalter, heißt es im Köpenicker Rathaus. Die dortigen Verantwortlichen wollen es sich nicht leicht machen mit einer Genehmigung. Immerhin ist der Park ein Gartendenkmal, das gerade für sehr viel Geld saniert wird. Wenn dort ein September-Wochenende lang 45 000 Menschen feiern wollen, muss es sehr strenge Auflagen geben. Außerdem gibt es Proteste. Eine Petition gegen den Park als Festivalort hatte bis zum Donnerstag rund 4 000 Unterschriften.

Wegen dieser vermeintlich unsicheren Lage macht man sich woanders Gedanken über Alternativorte. Die Linken in Lichtenberg schlagen vor, das Lollapalooza auf die Trabrennbahn Karlshorst zu verlegen. Dies wäre ökologisch verträglicher, sagt der Linken-Fraktionschef im Bezirksparlament Daniel Tietze.

Er nennt aber auch noch einen anderen Grund: „Warum sollen große Kulturveranstaltungen nicht auch in Lichtenberg stattfinden?“ Und ein wenig internationalen Glanz dorthin bringen. Beim Eigentümer der Trabrennbahn, dem Verein Pferdesport in Berlin Karlshorst, sieht man den Vorschlag pragmatisch. „Möglich wäre es, wir haben ausreichend Platz“, sagt Geschäftsführer Dimitrios Vergos. Bislang gebe es aber noch keine offizielle Anfrage.

Beim Lollapalooza-Veranstalter freut man sich über den Zuspruch. Aber, sagt Festivalsprecher Tommy Nick: „Wir sind uns mit Treptow-Köpenick grundsätzlich einig, dass wir in den Treptower Park gehen.“ Er kündigte Gespräche mit allen Anliegern an. Eine Befürchtung könne er ausräumen: „Das sowjetische Ehrenmal wird nicht zum Festivalgebiet zählen.“ Übrigens gibt es im Internet auch eine Petition für Lollapalooza im Park. Sie hatte am Donnerstagnachmittag 14 Unterzeichner.