Das war unser Festival-Newsblog für heute. Kommen Sie alle gut nach Hause! Wir melden uns morgen wieder vom Lollapalooza Berlin!

Infos zu Abreise und Festivaltag 2

Dort wo am Samstagmorgen noch alles dicht war - mitten auf der Puschkinallee - befand sich am späten Abend der Ausgang. Einige nutzen das Gedränge und versuchen dreist, in die Gegenrichtung auf das Gelände zu gelangen - doch die Security ist streng.

Rund um den Treptower Park kommt es wegen des Festivals zu Verkehrsbehinderungen. Auf dem Dammweg herrscht Stau bis zum Baumschulenweg. Ein Rettungswagen soll im Stau festgestecken. Trotz Ampeln regelt die Polizei den Verkehr.

Auf dem Festivalgelände selbst häufen sich am Abend die Müllberge, im Bühnenbereich sieht der Boden schon ganz schön braun aus. Wer am Sonntag kommt, sollte geschlossene Schuhe tragen. Wer heute Sandalen trug, geht mit schwarzen Füßen heim.

Das war auf den Bühnen los

Je später der Abend, desto mehr Security. Ob die auch später den Park aufräumen?

Während die Fans "Happy Birthday" für den Frontmann von Kings of Leon singen, sind die Aufräumarbeiten schon in vollem Gange.

Rauchschwaden wehen durch die Treptower Nacht, als die letzte Band des Abends - die US-Rocker Kings of Leon - die Bühne betreten und die Computerbeats von Kalkbrenner mit echten Drums und E-Gitarren ablösen. Auf der Leinwand leuchten kalifornische Palmen in der Sonne.

Fast zeitgleich spielen auch noch New Order, sodass sich die sich immer noch auf dem Gelände tummelnden Zehntausenden gut auf den Park verteilen.

Es ist inzwischen stockdunkel geworden. Die Bäume im Park werden mit roten Scheinwerfern angestrahlt. Einige Besucher haben sich Knicklichter in die Haare gesteckt oder Lichterketten umgehängt. Ruhig ziehen die Festivalgäste über das Gelände. Immer noch kommen neue Besucher zu den letzten Konzerten dieses Abends. Draußen am S-Bahnhof beginnt der geordnete Rückzug, vor allem Musikfreunde mit kleinen Kindern sitzen jetzt in der Bahn. Und die Flaschensammler bitten um Leergut.

Während der Kette rauchende Kalkbrenner die letzten Knöpfe drückt, wird nebenan auf Bühne 1 schon mal Soundcheck gemacht. Das klappt hier übrigens wunderbar - das Timing und der Übergang zwischen den Konzerten. Gleich sind die Kings of Leon dran, der Headliner und letzte Band an diesem ersten Abend.

Es wird dunkel auf dem Gelände. Die blaue Stunde gehört Lokalmatador Paul Kalkbrenner: der gebürtige Berliner trägt ein T-Shirt vom 1.FC Union und tanzt zu seinem monotonen Mainstream-Techno wild auf der Stelle. Aber so ein bisschen Krach tut den Zuschauern nach dem traurigen Philipp Poisel auch ganz gut.

Ein ergreifender Auftritt von Philipp Poisel. Er weint und kriegt sich gar nicht mehr ein. Seine Stimme bricht. Ist es Rührung? Liebeskummer? Trauer? Man möchte ihn einfach nur in den Arm nehmen.

Auf dem Festivalgelände sind bereits mehrere Zehntausend Besucher unterwegs. Richtig voll wurde es bei der Indie-Band Kaiser Chiefs und bei Alan Walker. Auch Odesza konnten sich über reichlich Fans beim Konzert freuen.

Inzwischen ist übrigens leider auch die Internetverbindung gestört, sodass wir Sie nicht so häufig mit Fotos und Infos versorgen können, wie wir gerne würden. Das bitten wir zu entschuldigen.

Bereits seit 16.30 Uhr ist Festivalgelände sehr voll. Wer zu  Tocotronic (Beginn 16.30 Uhr - Main Stage) wollte, kam schon kaum noch durch - so dicht gedrängt standen die Leute vor der Bühne.

Erschwerend kommt hinzu: Wer von der Puschkinallee zur Bühne 2 will, muss sich erstmal durch die Menge vor Bühne 1 quetschen. Und das Telefonnetz funktioniert so gut wie gar nicht mehr - also Freunde nicht verlieren!

Wenn Sie wissen wollen, welche Stars noch auf der Bühne stehen werden, hören Sie doch mal in unsere Spotify-Playlist rein:

Was auf dem Festivalgelände passiert

Das Festivalgelände ist am Abend sehr gefüllt, das Publikum international - selbst aus den USA und Mexiko sind Festivalfans gekommen, um in Berlin zu feiern.

So viele Menschen produzieren natürlich allerhand Müll. Vor allem an den Food Courts macht sich das bemerkbar. Allerdings ist es nicht so vermüllt, wie manche befürchtet haben.

Das Lolla scheint vor allem bei Expats und Touristen beliebt zu sein - fast überall hört man nur englisch und spanisch. Viele haben sich mit Glitzerschminke und Blumenkränzen im Haar gestylt.

Gegen 16.30 war am Eingang Ost noch nicht viel los - hier kommen aber auch nur die Inhaber der Tagestickets rein.

Für das Lolla wurde die Puschkinallee umgetauft. Der Park wird am Eingang Ost sehr gut durch Zäune geschützt. Und die Besucher gehen - noch - sehr ordentlich mit ihrem Müll um.

Die Warteschlange am Geldautomaten ist derzeit länger als die am Bierstand. Falls Sie auf dem Weg zum Festival sind: Bargeld nicht vergessen! Auf dem Lolla kann alles nur bar bezahlt werden.

Viele Fans ruhen sich schon jetzt im Schatten aus - bei 26 Grad (gefühlt 30) ist das auch ratsam. Bei den Sanitätern vom Roten Kreuz ist noch alles entspannt. Bisher sei alles ruhig, "gewöhnliche Einsätze bei einer Veranstaltung dieser Art", sagt einer und rät dazu, ausreichend zu trinken. Wasser natürlich. Mit Schnapsleichen  rechnet er erst zu späterer Stunde.

Das sagen die Anwohner

Ein Mann schraubt in der Straße Am Treptower Park, Ecke Moosdorfer Straße an seinem Moped, man hört die laute Musik auf den Bühnen im Park. Er sagt, die Auswirkungen des Festivals, wie die Absperrung des Parks habe ihn überrascht, vor allem der andauernde Lärm störe ihn.

Er wird nun mit seiner Familie, er hat zwei kleine Kinder, ins Umland fahren. Dort hat die Familie eine Übernachtung gebucht. Der Mann hofft, das Geld vom Veranstalter erstattet zu bekommen, so sei es abgesprochen.

Der Bäcker neben dem Kino am Treptower Park hat heute ausnahmsweise draußen aufgebaut - für den kleinen Hunger vor dem Festival. "Das Geschäft läuft sehr gut", sagt der Inhaber.

It's Lolla Time!

Seit 10 Uhr sind die Tore offen, seit 12 Uhr spielt die Musik: It's Lolla Time! Im Ringcenter am S-Bahnhof Frankfurter Allee haben sich einige Festivalbesucher mit Safttüten eingedeckt - erlaubt sind nur Tetrapaks - und binden sich mit Klebeband Trageriemen dafür. Die Ringbahn ist so voll, dass viele Fahrgäste auf die nächste Bahn warten müssen. Am S-Bahnhof Treptower Park liegt Konfetti auf den Stufen. Hier wird am Kiosk noch schnell vorgeglüht - viele haben schon eine ordentliche Alkoholfahne, als sie Richtung Eingang West schlendern.

Heute beginnt das Lollapalooza Berlin! Wir begleiten das Festival an beiden Tagen live, auch auf Twitter und bei Facebook. Einen ausführlichen Festival-Rückblick unseres Popkritikers Jens Balzer gibt es dann am Sonntag.

Wer spielt?

Falls Sie sich auf das Festival einstimmen oder einfach nur wissen wollen, was Sie verpassen: Abhilfe schafft unsere Lolla-Playlist.

Karten gesucht?

Das Festival ist ausverkauft. Aber auch jenseits des Schwarzmarktes gibt es noch Chancen: Beim offiziellen Ticket-Resale.

Streit um den Festival-Ort

Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof hatte das Lollapalooza 2015 Europapremiere gefeiert. Hier sind nun jedoch Flüchtlinge untergebracht. Erst wenige Wochen vor dem Start - die Tickets waren längst verkauft - wurde der Treptower Park als neuer Austragungsort offiziell genehmigt. Doch das Event ist nach wie vor umstritten. Warum, lesen Sie hier.

Festival mit Zirkus-Flair

In den USA zählt das 1991 ins Leben gerufene Lollapalooza zu den populärsten und erfolgreichsten Festivals. Es ist bekannt für sein zirkusartiges Flair, auf das auch bei der deutschen Ausgabe Wert gelegt wird: In der „Lollapalooza Fun Fair“ treten bei voraussichtlich strahlendem Sonnenschein verkleidete Straßenkünstler und Artisten auf.