Lufthansa: In Berlin droht Flugbegleiter-Streik

Berlin - Der Lufthansa droht in Berlin-Tegel an diesem Freitag ein Streik der Flugbegleiter. Das Unternehmen kündigte an, es wolle die Auswirkungen „so gering wie möglich halten“. Das Ausmaß der angekündigten Arbeitsniederlegungen sei noch nicht absehbar, sagte Lufthansa-Sprecher Wolfgang Weber am Donnerstag in Berlin.

Nach den Ankündigungen der Gewerkschaft kommen sowohl Berlin als auch Frankfurt für die erste, auf einige Stunden beschränkte Streikwelle infrage. Die Uhrzeit und die Flughäfen will die Gewerkschaft Ufo erst sechs Stunden vor den Arbeitsniederlegungen bekanntgeben.

Die Lufthansa hat täglich knapp 140 Starts und Landungen in Tegel. In Berlin sind 200 Stewardessen und Stewards der größten deutschen Airline stationiert. Hinzu kommen 130 Leiharbeiter des Unternehmens Aviation Power, die nicht zum Streik aufgerufen sind.

Die Flugbegleiter von Aviaton Power arbeiten auf den zahlreichen neuen Direktverbindungen ins Ausland, die Lufthansa in diesem Sommer eingeführt hatte. In Tegel sind 15 Lufthansa-Maschinen stationiert, 5 davon fliegen die Strecken nach Frankfurt, München und Düsseldorf. Auf diesen Maschinen arbeitet Lufthansa-Personal, so dass bei einem Streik in Tegel vor allem diese Inlandsflüge betroffen wären.

In sechs der zehn Flugzeuge, die neue Direktziele im Ausland anfliegen, arbeiten nach Angaben des Sprechers Leiharbeiter von Aviaton Power. Der Berlin-Verkehr stützt sich aber zusätzlich auch auf Lufthansa-Crews von außerhalb.
Der Streik werde an dem Ort stattfinden, „wo auch die Verantwortung für das derzeitige Lufthansa-Desaster begann“, hieß es in einer internen Mitteilung der Kabinengewerkschaft Ufo. Neben dem Hauptdrehkreuz Frankfurt könnte damit auch Berlin gemeint sein, wo Lufthansa erstmals Leiharbeiter an Bord ihrer Maschinen eingesetzt hat.

Die Gewerkschaft Ufo hat in den seit 13 Monaten andauernden Verhandlungen nach drei Jahren mit Nullrunden neben fünf Prozent höheren Entgelten unter anderem das Ende der Leiharbeit und einen Schutz gegen Auslagerungen von Jobs verlangt. Lufthansa plant hingegen mittelfristige Einsparungen bei den Personalkosten. (dpa)