Stickstoffdioxide belasten die Gesundheit. Vor allem in großen Städten können die Gase, welche durch Verbrennung von zum Beispiel Öl, Gas und Kohle entsteht, problematisch für Asthmatiker werden. Auch zur Bildung von Ozon tragen Stickstoffdioxide bei. Dass in Berlin eine hohe Belastung durch diese Gase herrscht, ist schon lange bekannt. Nach Informationen des RBB soll es um die Werte nun jedoch noch schlechter stehen, als bisher angenommen.

Die Stickstoffdioxid-Werte seien nach bisher unveröffentlichten Daten der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt stärker als es der gesetzliche Grenzwert erlaube, so rbb-online.de. Die Werte seien durch das RUBIS-Messnetz (Ruß-, Benzol, Immissions- Sammler) erfasst worden. 

Laut diesen Daten sei die Belastung in Mitte auf der Leipziger Straße 23 am stärksten mit einem durchschnittlichen Wert von 66 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Erlaubt seien laut Gesetz nur 40 Mikrogramm. Auch in Neukölln ist die Belastung laut RBB sehr hoch. Nahe der U-Bahnstation Grenzallee, wo sich Buschkrugallee und die Berliner Stadtautobahn kreuzen, sollen 63 Mikrogramm gemessen worden sein. Ähnlich hohe Werte gebe es zudem auf der Hauptstraße in Schöneberg. Weitere 20 Orte, an denen eine RUBIS-Messung durchgeführt worden sei, sollen höhere Werte als die gesetzlich erlaubten aufweisen, oder sich nahe dieser Grenze befinden.

RUBIS-Messungen sind weniger genau als BLUME-Messungen

RUBIS-Messungen werden ergänzend zum Berliner Luftgüte-Messnetz BLUME durchgeführt und sind weniger genau. Die Werte dieser beiden Verfahren sind nur ungefähr miteinander vergleichbar. Das RUBIS-Messnetz besteht aus 30 kleinen Probenahmegeräten überwiegend an Hauptverkehrsstraßen in Berlin, welche die Schadstoffkonzentrationen als Mittelwert über zwei Wochen mit einem vereinfachten Messverfahren bestimmen.

Das BLUME-Messnetz besteht aus 16 ortsfesten Messstationen für Luftschadstoffe in Berlin, mit einer zusätzlichen meteorologischen Station. Diese Stationen übermitteln die 5-Minuten-Werte jedes Schadstoffes in eine Messzentrale in Mitte, wo die Stunden- und Tageswerte berechnet werden. Gemessen werden hierbei Stickoxide, Schwefeldioxid, Schwebstaub, Benzol, Kohlenmonoxid und Ozon. 

Tempo 30 soll die Luftverschmutzung in Berlin eindämmen

Noch in diesem Jahr will der Berliner Senat weitere Tempo-30-Zonen in der Stadt schaffen, um die Luft sauberer zu halten. Zum Beispiel in Mitte auf der Leipziger Straße zwischen dem Leipziger Platz und der Markgrafenstraße und auf der Potsdamer Straße auf dem Teilstück vom Schöneberger Ufer zum Kleistpark. Auch der Verkehr auf der Hauptstraße zwischen dem Kleistpark und dem Innsbrucker Platz soll mit einer Tempo-30-Zone gebremst werden, sowie die Kantstraße zwischen Savigny- und Amtsgerichtsplatz und das Teilstück des Tempelhofer Damms, das von Alt-Tempelhof zur Ordensmeisterstraße führt.

Diese Pläne reichen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) nicht, weswegen der Verein gegen das Land Berlin im vergangenen Jahr eine Klage eingereicht hat. Damit sollen schärfere Maßnahmen gegen die Stickoxidbelastung in Berlin erreicht werden, wie etwa Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, welche die Umweltnormen nicht erfüllen.