Lustgarten Berlin: Pokémon-Spieler sammeln Müll ein

Berlin - Wer in den letzten Wochen am Berliner Dom vorbei kam, hat sie gesehen: Am westlichen Ende des Lustgartens sammeln sich spätestens ab dem Mittag dutzende junger Menschen, die auf ihre Handys starren.

Menschen, die auf Handys starren

Am Lustgarten gibt es nämlich sieben sogenannte Pokéstops, also Orte, an dem die Nutzer des Handyspiels Pokémon Go ein besonders begehrtes Monster erwischen können. Und das wollen sehr viele. Bis in die späten Abendstunden hinein sitzen zahlreiche Jugendliche aufgereiht auf dem Treppenabsatz der Grünfläche, Dreiergruppen stehen unter den Bäumen beieinander, Pärchen schauen gemeinsam auf ihre Handys.

Einige haben sogar Klappstühle oder Decken mitgebracht und machen es sich auf dem Rasen gemütlich. Von den Straßenkünstlern nahe der Schlossbrücke schallt Musik herüber, Picknick-Atmosphäre liegt in der Luft.

Wo Picknick ist, ist Müll

Doch wo Picknick ist, ist auch Müll - und der bleibt im Lustgarten einfach liegen. Besonders an Sonntagmorgen kann man eine unübersehbare Landschaftsgestaltung aus den Überresten der Pokémonjäger beobachten. Leere Flaschen liegen herum, Chipstüten, jede Menge Plastikbecher, Einwickelpapiere.

Raben lieben die großen Popcorneimer, in denen sie geschickt mit ihren Schnäbeln herumwühlen. Zwar gibt es auch einen Mülleimer, aber der ist viel zu klein - und die wenigen Schritte zu dem in Sichtweite aufgestellten Müllcontainer sind offenbar vielen Spielern zu weit.

Facebook-Gruppe Pokémon Go Team Grün Berlin

Das Problem ist in der Pokémon-Community bekannt und sie hat reagiert. Ende Juli hat sich bei Facebook die „Pokémon GO Team Grün Berlin“- Gruppe gegründet. Ziel: „Wir sammeln nicht nur Pokémon sondern auch Müll.“ Am 14. August trafen sich einige der inzwischen 28 Mitglieder im Lustgarten und sammelten dort herumliegenden Müll ein.

Zusammen mit der BSR-Aktion „Kehrenbürger“ findet am Sonntag (21. August) eine weitere Putzaktion statt. Zwischen 16 und 18 Uhr sind Pokémon-Go Spieler und alle Interessierten eingeladen, an der Aufräumaktion vor dem Dom und am Ufer mitzumachen.