Blick auf das Justizzentrum Potsdam.
Foto: dpa/Julian Stähle

PotsdamDas Landgericht Potsdam hat einen 59-Jährigen wegen des sexuellen Missbrauchs und der Entführung eines kleinen Mädchens zu acht Jahren Haft verurteilt. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch. Zum Schutz des Kindes hatte das Gericht die Öffentlichkeit für die Verkündung der Urteilsgründe von der Verhandlung ausgeschlossen.

Das Gericht verurteilte den Mann wegen besonders schweren sexuellen Missbrauchs, besonders schwerer Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, der Entziehung Minderjähriger sowie wegen Körperverletzung, so die dpa. Wegen Alkoholismus stellte das Gericht den Angaben zufolge eine verminderte Schuldfähigkeit fest und ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, schreibt die AFP.

In diesem Möbelhaus verschwand die damals Sechsjährige spurlos.
Foto: dpa/Paul Zinken

Das heute siebenjährige Mädchen war am 25. Mai 2019 aus einem Potsdamer Möbelhaus entführt worden, berichtet die dpa weiter. 22 Stunden lang war sie verschwunden gewesen. Als das Mädchen wieder auftauchte, führte es die Ermittler zur Wohnung des Angeklagten, die in der Nähe des Möbelhauses liegt. Der Mann wurde noch am selben Tag festgenommen.

Angeklagter spricht von Stimmen und Schatten

Im Prozess hatte der 59-Jährige gestanden, das Mädchen entführt, mit in seine Wohnung genommen und sich dort sexuell an ihm vergangen zu haben. Er erzählte von Stimmen und Schatten, die er gehört und gesehen haben will. Der 59-Jährige verließ seine Wohnung häufig nur, wenn der Alkoholvorrat fast aufgebraucht war. Dann besorgte er sich Nachschub in einem nahe gelegenen Supermarkt.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer acht Jahre Haft gefordert und beantragt, den Angeklagten in einer Entziehungsanstalt unterzubringen. Die Verteidigung forderte eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten sowie ebenfalls die Unterbringung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.