Berlin - Die Berliner Staatsanwaltschaft beschäftigt sich erneut mit einem Missbrauchsfall im Zusammenhang mit dem Canisius-Kolleg Berlin. Der mutmaßliche Haupttäter im Skandal mit mehr als 100 Opfern soll auch in Hildesheim (Niedersachsen) ein Mädchen bedrängt haben, wie der Westdeutsche Rundfunk berichtet. Am Montagabend um 22.45 Uhr sollte die Fernsehdokumentation „Richter Gottes - Die geheimen Prozesse der Kirche“ (ARD/WDR) ausgestrahlt werden. Die Staatsanwaltschaft werde diesen Beitrag auswerten und prüfen, ob es Anhaltspunkte für mögliche weitere Straftaten gibt, sagte Sprecher Martin Steltner.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte bereits zu dem Fall in Hildesheim ermittelt, der den Behörden 2010 gemeldet wurde. Aus den Akten sei aber nicht hervorgegangen, dass es sich bei dem Beschuldigten um den mutmaßlichen Haupttäter des Missbrauchsskandals am Canisius-Kollegs handelte, so Steltner. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren laut WDR im Jahr 2011 gegen Zahlung einer Geldstrafe eingestellt.

Vor fünf Jahren hatten Informationen aus dem katholischen Canisius-Kolleg in Berlin eine Welle von Missbrauchsenthüllungen ausgelöst und die Kirche in eine Krise gestürzt. (dpa)