Reinickendorf - Im Märkischen Viertel in Reinickendorf ist ein achtjähriger Junge von einem Baumstumpf getötet worden. Das Kind fuhr am Sonntagnachmittag gegen 13.30 Uhr mit seinem Fahrrad vor einem 15-geschossigen Hochhaus an der Tiefenseer Straße entlang, als es von dem Holzstück am Kopf getroffen wurde. Der Junge war auf der Stelle tot. Er erlag seinen schweren Kopfverletzungen. Ein zweites Kind, das hinten auf dem Gepäckträger saß, wurde nicht verletzt. Polizei und Feuerwehr errichteten einen Sichtschutz um den Unfallort, weil rund 80 betroffene Nachbarn an der Einsatzstelle standen. Teilweise waren sie aufgebracht, beschwerten sich über die Zustände in den Häusern der Siedlung.

Die 1. Mordkommission ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. Bewohner des Hauses mussten sich beim Betreten oder Verlassen des Gebäudes ausweisen. Nach Informationen der Berliner Zeitung soll der Holzklotz aus einem Fenster im fünften Stockwerk geworfen worden sein, möglicherweise aus dem Treppenhaus. Die Polizei wollte das weder bestätigen noch dementieren. Sie prüft auch, ob es sich möglicherweise um ein Unglück handelt, der Baumstumpf also nicht mutwillig hinuntergeworfen wurde.

Zur Identität des Jungen und der Frage, ob seine Familie selbst in dem Haus wohnt, macht die Polizei aus Personenschutzgründen keine Angaben. Bis Redaktionsschluss gab es keine Festnahme. (eri, lex, sil)