Potsdam - Offiziell ist Fernsehmoderator Günther Jauch erst seit Ende September ein Gastronom. Damals eröffnete der 63-Jährige in Potsdam sein Restaurant „Villa Kellermann“. Nicht einmal sechs Wochen später sorgt er mit dem Restaurant nun für bundesweite Schlagzeilen: Am Montag gab der Restaurant-Führer „Gault&Millau“ bekannt, dass Jauch der „Gastronom des Jahres“ ist.

Jauch, der seit Jahren in Potsdam wohnt, hat die Villa gegenüber dem Schloss Cecilienhof vor gut drei Jahren gekauft und denkmalgerecht sanieren lassen. In dem Restaurant führt für ihn der Berliner Spitzenkoch Tim Raue (45) die Küche. Die Tester des „Gault&Millau“ urteilten über Jauch: „Er ließ ein Stück Kulturgut aufwendig renovieren, öffnet es für ein genussfreudiges Publikum und schenkt Potsdam in Zusammenarbeit mit Tim Raue ein Vorzeigerestaurant mit weltläufigem Flair.“

Auch Besitzer eines Weingutes

Auf der Speisekarte stehen unter anderem Entenleberterrine Sanssouci, Rindertatarstulle mit Sauerampfer und Saiblingskaviar oder Königsberger Klopse. Die Hauptspeisen kosten 19 bis 26 Euro.

Jauch, 1956 in Münster geboren, ist einer der beliebtesten Fernsehmoderatoren Deutschlands: 20 Jahre lang führte er durch die Sendung „Stern TV“, seit 1999 moderiert er die Ratesendung „Wer wird Millionär?“

Seit 2010 besitzt er ein Weingut an der Saar, das bereits seit etwa 200 Jahren im Besitz seiner Vorfahren war. Außerdem werden seit 2018 unter seinem Namen auch Weine bei Aldi verkauft, die allerdings bei den Kritikern nicht gerade gut ankamen.

In Potsdam besitzt Jauch einige Häuser. Er nutzt nach eigenen Angaben all seine Einkünfte aus der Werbung für wohltätige Zwecke. Mit einer Millionen-Spende sorgte er dafür, dass in Potsdam das Fortuna-Portal wieder aufgebaut wurde. Das gehörte zum Stadtschloss der Hohenzollern, das im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und später in der DDR gesprengt wurde. Nachdem Jauchs Portal stand, entschloss sich das Land, das Schloss nachzubauen. Nun dient es dem Brandenburger Landtag als Sitz des Parlaments.

Die Villa Kellermann wurde 1914 am Heiligen See gebaut, zu DDR-Zeiten saß dort der Kulturbund, es war ein öffentlicher Treffpunkt für Künstler und Intellektuelle. Nach dem Fall der Mauer befand sich dort ein beliebtes italienisches Restaurant, das aber vor zehn Jahren schloss. Dann übernahm Jauch.

Jauchs Koch unter den Besten

Für die Deutschland-Ausgabe des „Gault&Millau“, die am Dienstag erscheint, haben 32 Kritiker mehr als 1000 Restaurants getestet. Die wichtigste Auszeichnung „Koch des Jahres“ geht an den Münchner Küchenchef Tohru Nakamura.
In der Gruppe deutscher Spitzenköche hat sich nichts getan. Acht Männer gelten weiter als Deutschlands beste Köche: darunter Sven Elverfeld vom „Aqua“ in Wolfsburg, Christian Jürgens von der „Überfahrt“ in Rottach-Egern und Jauchs Koch Tim Raue – allerdings nicht mit der „Villa Kellermann“, sondern mit dem nach ihm selbst benannten Restaurant in Berlin. (mit dpa)