Am Dienstag gingen die 14. Europäischen Makkabi Spiele in Berlin zu Ende, an dem Ort also, wo Juden 1936 von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurden, wo ihre Vernichtung von Deutschen geplant und durchgeführt wurde. Sowohl der Veranstalter der Spiele, Makkabi Deutschland, Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU), als auch Israels BotschaftersYacov Hadas-Handelsman ziehen eine positive Bilanz der Spiele.

Der Chef-Organisator der Spiele, Oren Osterer, freut sich: „Es war eine tolle Atmosphäre, allen Beteiligten hat es Spaß gemacht, an diesen historischen Spielen teilzunehmen.“ Historisch waren die Spiele dabei aus mehreren Gründen: 70 Jahre ist das Ende des Zweiten Weltkriegs her, die deutsch-israelischen Beziehungen wurden vor genau 50 Jahren wieder aufgenommen, und der deutsche Makkabi-Verband feiert in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen. Historisch waren diese Spiele aber auch deswegen, weil in Berlin zum ersten Mal in der Geschichte der Makkabiade sogenannte Let’s- Play-Together-Runden stattfanden, Begegnungen zwischen jüdischen Athleten und Zuschauern, wie beispielsweise bei dem Open-Chess- Turnier, an dem sich Schachspieler aus Berlin mit den Athleten der Makkabi Spiele messen konnten.

Solche Veranstaltungen waren deswegen wichtig, weil sie Vorurteile abgebaut haben. „Und sie waren gut besucht“, sagt Osterer, für den diese Art des Zusammenkommens eine Herzensangelegenheit ist. Bei seiner Bewerbung als Chef-Organisator hat er für die Durchsetzung dieses Projekt s geworben. Osterer sagt: „Das ist mein Baby!“ Dazu gehören auch die Show-Spiele zwischen Profis, Ex-Profis und teilnehmenden Makkabi-Athleten beim Fußball und beim Basketball: „Es war ein Highlight zu sehen, wie der Kapitän von Alba Berlin, Alex King, sowie Ex-Maccab-Tel-Aviv-Stars wie Doron Jamchy und Nikola Vujcic auf einem Feld zusammen standen. Die Halle war voll mit begeisterten Zuschauern, ein Erlebnis für alle.“

Breitensport mit wenig Publikum

An anderen Tagen hingegen, blieben Zuschauertribünen im Olympiapark weitgehend leer, jüdische Sportler und Familienangehörige unter sich. Osterer verwundert das nicht sonderlich, das Interesse für gehobenen Breitensport sei eben begrenzt; auch wenn nicht-jüdische Sportler gegeneinander antreten, sei das so. Menschen kommen dann, wenn Profis gegeneinander spielen.

Alle Beteiligten hätten bei der Organisation an einem Strang gezogen. Zudem lobte Osterer das Land Berlin und die Berliner Polizei: „Wir waren nicht die einfachsten Kunden für die Behörden. Denn es war eine große Aufgabe, einerseits für Sicherheit zu sorgen, andererseits aber auch freien Zugang für alle Zuschauer zu ermöglichen. Das ist der Berliner Polizei sehr gut gelungen!“

Ebenso lobt Innensenator Frank Henkel die von ihm geleiteten Behörden: „Wir haben unseren Gästen eine sportbegeisterte, weltoffene und herzliche Stadt präsentiert, in der die jüdische Gemeinde ihren festen Platz hat. Auch unser Sicherheitskonzept ging auf. Freiwillige Helfer, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste haben hervorragende Arbeit geleistet. Es waren schöne Spiele, und es waren sichere Spiele“, sagte er.

Die Polizei selbst hingegen will sich am Dienstagnachmittag zu den Spielen vorerst noch nicht äußern, für ein Fazit sei es noch zu früh, heißt es, schließlich seien die Spiele noch nicht vorüber.

Ähnlich sieht es auch Israels Botschafter Yacov Hadas-Handelsman: „Die Makkabi Spiele waren ein freudiges Ereignis mit schönen Begegnungen, sowohl für die teilnehmenden Sportler als auch für die Berliner. Gleichzeitig dürfen die antisemitistischen Vorfälle am Rande der Spiele nicht in Vergessenheit geraten. Antisemitismus, wo immer er auftritt, ist beschämend. In Deutschland ist er unerträglich.“

Bei den antisemitischen Vorfällen wurde Sicherheitspersonal vor dem Hotel, in dem die über 2000 jüdischen Sportler untergekommen sind, beschimpft und eine Gruppe jüdischer Sportler am S-Bahnhof Sonnenalle angepöbelt und mit einem Ziegelstein beworfen. „Abgesehen von diesen Vorfällen“, fährt der Botschafter fort, „waren die Makkabi Spiele in Berlin ein erfolgreiches Sportereignis, die sich für Sportler, Zuschauer und Berliner gelohnt haben.“

Dann lief also alles glatt? Oder nicht? Ja, fast. Es gab, wie es Osterer ausdrückt, eine Eingewöhnungsphase: „In den ersten zwei Tagen lief nicht alles reibungslos.“ Beispielsweise seien Lunch-Pakete nicht rechtzeitig an die Athleten ausgeliefert worden. Das hätte sich im Verlauf der Spiele eingependelt. „Jetzt kriegen wir als Organisations-Team Lob von allen Seiten, alle klopfen uns auf die Schulter.“