Am 9. Dezember demonstrierten rund tausend Menschen gegen den Mietendeckel. 
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BerlinWohnen muss man sich leisten können. Gut, dass es in Berlin jetzt den Mietendeckel gibt. Dann ist ja alles in Butter, dann kann ich ja beliebig lange weiterwohnen, wie schön! Aber der Mietendeckel ist umstritten. Er soll gegen die Verfassung oder gegen das Grundgesetz verstoßen, wenn nicht sogar gegen die Menschenrechte!

Das ist bedauerlich, das würde ich auf keinen Fall wollen, dass durch gedeckelte Mieten, Menschen oder Bausubstanzen Schaden zugefügt werden würde. Zum Beispiel könnten aufgrund des Mietendeckels energetische Sanierungen nicht mehr durchgeführt werden, sagen die Mietendeckelgegner. Vermieter würden sich aufgrund mangelnder Rechtssicherheit nicht mehr trauen, Styropor an Altbauwände zu kleben, um damit 70-Prozentige Mietsteigerungen zu begründen. Oder „dringend notwendige Sanierungen“ könnten aufgrund des Mietendeckels nicht mehr durchgeführt werden. Oh Gott, oh Gott.

Demnächst wird in Berlin ein Gebäude nach dem anderen kollabieren. Berlin, wie wir es kennen und lieben, wird zu Staub zerfallen. Putz wird bröckeln, Leitungen werden verrosten, Dächer werden sich entziegeln, Stromleitungen funkenschlagend herabbaumeln!

Ich sehe meine Wohnung jetzt mit ganz anderen Augen. Die letzte Mieterhöhung ist doch schon viel zu lange her! Sind da nicht schon Risse in der Decke? Warum liegt hier eigentlich so viel Staub rum? Ist das jetzt schon der Anfang vom Ende? Oh Gott oh Gott.

Gegen den Mietendeckel protestieren 

Aber es besteht noch ein letzter Funken Hoffnung. Vielleicht können ein paar wagemutige Widerständler das Ruder in letzter Minute herumreißen! Ja, die Wohnungswirtschaft wehrt sich! Am 9. Dezember demonstrierten am Brandenburger Tor etwa tausend mutige Menschen gegen den Mietendeckel. Am Montag blieben die Austern vorübergehend geschlossen, denn die Makler protestierten! Makler gegen den Mietendeckel! #mondaysformoney! Ich war so froh, das zu hören, denn der verzweifelte Schrei nach Geld darf nicht ungehört verhallen!

Gegen hohe Mieten hilft nur bauen, bauen, bauen, bauen, wurde gesagt! Und bauen muss sich endlich(!) wieder lohnen.

Man sieht ja an Städten wie London oder Paris, dass dort dank ungedeckelter Mieten riesige Mengen bezahlbaren wunderschönen Wohnraums für Bevölkerungen aller Schichten in unbegrenzter Menge zur Verfügung stehen.

Die Lage in Berlin ist inzwischen so brisant, dass sogar meine jüngere Schwester mich schon fragt: „Ist es wirklich so schlimm mit dem Berliner Wohnungsmarkt?“ Ich antworte: „Nein, im internationalen Vergleich steht Berlin noch ganz gut da.“ Sie sagt: „Ach schön.“ Ich nicke. Wenn alles gut läuft, kann ich in Ruhe weiterwohnen.