Berlin - An diesem Samstag marschieren hunderte Menschen von Berlin aus in Richtung der polnischen Grenze. Klingt komisch, angesichts der zahlreichen Gedenkveranstaltungen zum Kriegsende und zur Befreiung Berlins? Ja, doch abgesehen von dem etwas ungeschickt gewählten Datum hat der Mammutmarsch nichts mit den Gedenktagen, oder auch nur ansatzweise der Politik, zu tun. Den Mammutmarsch gibt es nämlich schon seit vier Jahren - hinter dem irritierenden Namen verbirgt sich eine 24-stündige 100-Kilometer-Wanderung. Das heißt konkret: Am Samstag um 17 Uhr starten mehrere hundert Teilnehmer in Berlin, um 24 Stunden lang und maximal 100 Kilometer weit zu gehen. Zielort ist Seelow-Gusow in Brandenburg.

Eine 100-Kilometer-Wanderung

Eine solche Wanderung bedeutet eine große körperliche Anstrengung. Doch nicht nur Leistungs- oder Extremsportler können während des Mammutmarsches ihre Grenzen testen. Die Strecke, die aus dem Plänterwald aus Berlin herausführt, ist angeblich auch für normalsportliche Personen zu schaffen, so zumindest die Veranstalter schreiben auf ihrer Internetseite.

"Wir rechnen dieses Jahr mit 800 bis 900 Teilnehmern", sagt Klara Neuberg, die in der Assistenz der Organisation tätig ist. Beim ersten Mammutmarsch vor vier Jahren seien nur fünfzehn Teilnehmer dabei gewesen, so Neuberg weiter. Kurzentschlossene können sich noch anmelden. Die Veranstalter geben ausführliche Übersicht- und Detailkarten zur Strecke aus und sind, sollte ein Marschierender sich verlaufen, telefonisch erreichbar und weisen den Weg. Zudem werden Streckenposten eingerichtet, an denen man zum Beispiel Wasser nachfüllen kann.

Was treibt zu so einem Marsch?

Warum Menschen am Mammutmarsch teilnehmen? Auf ihrer Internetseite zumindest bleiben die Organisatoren darauf eine Antwort schuldig. Es wird nicht gejoggt, die Veranstaltung hat nicht den Charakter eines Marathons, die Teilnehmer stehen nicht im Wettbewerb. Man könnte sagen: Das ist doch langweilig. Andererseits - warum sollte man nicht einfach mal 100 Kilometer marschieren? Durch Naturlandschaften, die eigenen Grenzen erfahrend? Es ist ein Wettbewerb, in dem nicht mit anderen, sondern mit sich selbst steht, eine Art der Selbsterfahrung - natürlich ohne sportlichen Ehrgeiz. Doch angeblich nur ein Drittel der Teilnehmer bewältigt die komplette Strecke, die anderen steigen vorher aus.

Weitere Informationen zum Mammutmarsch finden Sie auf der Internetseite der Veranstalter.