Berlin - Anfang Mai soll sich zeigen, dass der Flughafen auch bei Dunkelheit problemlos betrieben werden kann. Denn als bei einem Testlauf kürzlich absichtlich die Stromzufuhr unterbrochen wurde, um der Notstromversorgung zum Einsatz zu verhelfen, schaltete sich im Terminal zwar die Notbeleuchtung ein. Die Computersysteme jedoch versagten. Von den Check-In-Schaltern bis zum Boarding-Bereich blieben die Bildschirme leer. „Wir hätten uns gewünscht, dass das nicht passiert“, sagt Björn Jahncke. Techniker nahmen sich der Sache an. Jetzt sieht Jahncke der nächsten Probe-Nacht in zwei Wochen mit Spannung entgegen.

Bei manchen kleinen Pannen weiß der 27-Jährige inzwischen, dass sie sich kaum vermeiden lassen. Dazu zählen nicht nur die Wege im Terminal, die aus Sicherheitsgründen für die bis zu 1000 Komparsen freigehalten werden. Bauarbeiter übersehen die Absperrbänder gern. „Auch wenn früh um sieben die Wege noch frei sind, muss das drei Stunden später längst nicht mehr so sein“, erzählt Björn Jahncke. Jetzt sollen Wachen dafür sorgen, dass die Vorbereitungen für jeden neuen Probebetriebstag nicht umsonst waren.

Nicht alles läuft nach Plan

Vermutlich Bauarbeiter nutzen auch mal schnell der Einfachheit halber, so wie vor wenigen Tagen, die Steckdosen in den Check-In-Schaltern. „Das passiert immer wieder Mal“, sagt Björn Jahncke. Allerdings laufen über diese Steckdosen gewöhnlich die Computer und Monitore. Zieht man deren Stecker, kann es Stunden dauern, ehe die Elektronik wieder hochgefahren und die Systeme wieder einsatzbereit sind.

Auch für die Komparsen läuft nicht immer alles nach Plan, berichtet Jahncke. In der vergangenen Woche hatten Komparsen Tickets für (virtuelle) Flüge erhalten, die es auf den Anzeigetafeln nicht gab. Die Komparsen irrten ratlos umher. Schlimmer traf es andere Komparsen, deren Abfluggate die Leitstelle aus unerfindlichen Gründen kurzfristig verlegt hatte – B.10 statt A.37. Zwischen den beiden Gates liegt ein guter Kilometer.

Manches Ungemach wird sich nicht wiederholen. Nur noch lachen kann er heute über die Aufregung, die die starken Fröste Anfang Februar hinterließen. Die Toilettencontainer, die für die Komparsen am Terminal bereitstehen, waren bei fast minus 20 Grad eingefroren. Der Fäkalientank ließ sich nicht abpumpen. „Eine Katastrophe“, sagt der 27-Jährige. „Wir hatten nur an den Schutz der Wasserleitungen gedacht.“ Früh am Morgen bemerkten Jahnckes Leute noch rechtzeitig das Ärgernis. Mit dem Brecheisen musste der zugefrorene Absaugstutzen freigelegt und mit Dämmwolle vor der Kälte geschützt werden. Björn Jahncke ist froh, dass der Winter vorüber ist.