Bei der geplanten Zwangsräumung eines linken Szene-Ladens in Berlin-Kreuzberg hat es eine überraschende Wendung gegeben: Die Gerichtsvollzieherin hat den Räumungstitel für die Manteuffelstraße 99 aufgehoben. Der Termin für Dienstag ist damit abgesagt. Das wurde auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Beide Seiten haben sich geeinigt

Wie der Anwalt der Hauseigentümers der Berliner Zeitung am Donnerstag mitteilte, haben sich beide Seiten gütlich geeinigt. Der gekündigte Mieter Hans-Georg Lindenau will die Wohnung im 1. Stock nächste Woche und Laden sowie Keller bis 20. September herausgeben.

Bei dem betroffenen Geschäft handelt es sich um den Szeneladen "M99", laut Selbstbeschreibung ein "Gemischtwarenladen für Revolutionsbedarf". Das Geschäft wird von der linken Szene unterstützt und bietet auch Produkte wie Pfefferspray oder spezielle Kleidung für Demonstrationen an. Das „Bündnis Zwangsräumung verhindern“ hatte Proteste gegen die Räumung angekündigt.

Zuletzt war es nach der Teilräumung eines Hauses in der Rigaer Straße 94 in Berlin-Friedrichshain zu heftigen Gewaltausbrüchen bei einer Demonstration von Linksautonomen gekommen.

Eine für Sonntag geplante Demonstration gegen die Verdrängung von Mietern solle aber wie geplant stattfinden - jetzt aber als Fest der erfolgreichen Abwendung der Zwangsräumung, teilte das Bündnis mit. (mit dpa)