Marie-Elisabeth-Lüders-Haus: 18 Jahre bis zur Vollendung

Manche Bauprojekte in Berlin dauern etwas länger. Zum Beispiel der Bau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses des Deutschen Bundestags. Im Jahr 2016 soll das Projekt mit einem Erweiterungsbau vollendet werden – 18 Jahre nach dem Baustart. Eine erfreuliche Nachricht gibt es jetzt dennoch: Es wird nicht teurer als vorgesehen.

Der erste Spatenstich für das Lüders-Haus war im Mai 1998 von der damaligen Parlamentspräsidentin Rita Süssmuth (CDU) gefeiert worden. Im Dezember 2003 hatte Wolfgang Thierse (SPD) als ihr Nachfolger an der Spitze des Parlaments den Schlüssel für das Gebäude in Empfang genommen. Weil ein Wohnhaus an der Luisenstraße der Verwirklichung der städtebaulichen Planung zunächst im Weg stand, wurde aber nur ein Teil realisiert. Erst nachdem das Wohnhaus abgerissen wurde, konnte die Vollendung in Angriff genommen werden.

Mit dem Erweiterungsbau des Lüders-Hauses wird das vom Berliner Architekten Stephan Braunfels entworfene Lüders-Haus nun wie in der städtebaulichen Planung vorgesehen zur Luisenstraße verlängert.

Eigentlich sollte die Erweiterung nach den ursprünglichen Plänen bereits im Jahr 2013 fertig sein, doch daraus wurde nichts. Nach der aktuellen Planung soll das Haus nun im Sommer 2016 an den Bundestag übergeben werden. Zu der Verzögerung ist es unter anderem aufgrund einer Beschwerde gegen die Auftragsvergabe bei der Erstellung der Baugrube gekommen.

Obwohl der Erweiterungsbau des Lüders-Hauses später fertig wird, kann der Kostenrahmen von rund 190 Millionen Euro eingehalten werden, teilte das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) jetzt mit. Bisher seien für das Bauprojekt Aufträge in einem Volumen von zirka 161 Millionen Euro vergeben worden – zirka 30 Aufträge mit veranschlagten Kosten in Höhe von rund 13 Millionen Euro stehen laut BBR noch aus. „Wir liegen damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt im Budget“, erklärte eine BBR-Sprecherin auf Anfrage.

Im Erweiterungsbau des Lüders-Hauses entstehen unter anderem weitere Abgeordnetenbüros, ein Bereich für Kunstausstellungen und ein Benutzersaal für das Parlamentsarchiv. Auffälligster Teil des Neubaues wird ein 36 Meter hoher Turm, in dem unter anderem ein großer Besprechungssaal eingerichtet wird. Den bereits bestehenden Teil des Lüders-Hauses nutzt die Bundestagsbibliothek sowie das Archiv. Auf Höhe der Uferpromenade erinnern in einem Raum Mauerteile an den ehemaligen Todesstreifen.

Während die Arbeiten an dem Erweiterungsbau noch laufen, sind am bestehenden Teil des Lüders-Hauses schon erste größere Reparaturen zu erledigen. So mussten im vergangenen Jahr im Bereich des Mauermahnmals zwei große Scheiben ausgetauscht werden, die zerbrochen waren. „Ursache hierfür war eine Durchbiegung der Tragkonstruktion über das erwartete Maß hinaus“, teilte das BBR mit. Die Gesamtkosten für die Reparaturarbeiten an der hängenden Fassadenstruktur beliefen sich nach Angaben des BBR auf rund eine Million Euro.

Im Frühjahr dieses Jahres sollten vier weitere Glasscheiben am bestehenden Lüders-Haus ausgewechselt werden. Für den Scheibenaustausch veranschlagte das BBR weitere rund 70 000 Euro.