Berlin - Ein geplanter Aufmarsch von Neonazis in Marienfelde empört zahlreiche Anwohner des Tirschenreuther Rings. Die NPD will heute ab 18.30 Uhr durch Marienfelde demonstrieren. Wie berichtet, wollen die Neonazis ihre Demo an der Marienfelder Allee, Ecke Nahmitzer Damm beginnen. Die Route verläuft dann über die Hildburghauser Straße, den Tirschenreuther Ring, wieder durch die Hildburghauser Straße, Waldsassener Straße, links in den Tirschenreuther Ring, dann die Ahrensdorfer Straße, den Luckeweg, über die Hildburghauser Straße und zurück zum Ausgangsort.

Ursprünglich hatten die Rechtsextremisten eine spontane unangemeldete Demo gegen Ausländer geplant, zu der sie konspirativ mobilisierten. Sie war als Gegenveranstaltung zu einer seit längerem angemeldeten Demo linker Gruppen gedacht, die gegen Neonazis in Rudow protestieren wollen. Als die Demo-Absichten der Rechtsextremisten dann jedoch öffentlich wurden, meldete der Neuköllner Kreisverband der NPD einen Aufmarsch am U-Bahnhof Blaschkoallee an. Um beide Seiten möglichst weit auseinanderzuhalten, drängte die Polizei in den Veranstaltergesprächen auf einen anderen Ort für die NPD-Demo und man einigte sich auf das Viertel am Tirschenreuther Ring.

Anwohner und Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde wollen gegen den Aufmarsch protestieren. "Wir sind keine Berufsdemonstranten, wir sind einfach nur Anwohner, die hier keine Nazis wollen", sagte eine Frau. Zum Protest will man sich unter anderem im evangelischen Gemeindezentrum an der Waldsassener Straße treffen, das unmittelbar an der Demoroute liegt.

Zur selben Zeit wollen linke Gruppen durch Rudow demonstrieren. Deren Demonstration soll um 17.30 Uhr am U-Bahnhof Lipschitzallee. Der Aufzug der Linken soll über den Friedrich-Kayßler-Weg führen, über die Wutzkyallee, den Theodor-Looß-Weg, den Zwickauer Damm , die Neuköllner Straße, Alt-Rudow, Köpenicker Straße, Selgenauer Weg, Neuhofer Straße und über die Waltersdorfer Chaussee sowie die Rudower Spinne führen und am U-Bahnhof Rudow enden.