In der Affäre um marode Schießstände bei der Berliner Polizei wird nun auch gegen den Polizeipräsidenten Klaus Kandt ermittelt. Dies bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB).

Die Vorwürfe lauten demnach auf Körperverletzung im Amt und Verstoß gegen die Chemikalienverordnung. Bislang liefen Ermittlungen nur gegen die Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers, den ehemaligen Polizeipräsidenten Dieter Glietsch sowie namentlich unbekannte Mitarbeiter.

Krebserregenden Pulverdämpfen ausgesetzt?

RBB-Recherchen hatten die Affäre im Jahr 2015 ins Rollen gebracht. Demnach besteht der Verdacht, dass Polizisten jahrelang toxischen und krebserregenden Pulverdämpfen ausgesetzt waren. Die Abluftanlagen in den Schießanlagen sollen nicht ordnungsgemäß funktioniert haben.

Ein entsprechender Verstoß gegen den Arbeitsschutz soll in internen Gutachten von 2010 beschrieben worden sein, die der Behördenleitung bekannt gewesen sein sollen. Kandt ist seit Dezember 2012 im Amt. Die maroden Schießstände wurden laut RBB erst 2013 und 2014 geschlossen. (afp)