Rund 5000 Menschen haben am Samstag in Berlin mit einem „Marsch für das Leben“ gegen Abtreibungen demonstriert. An zwei Gegendemonstrationen nahmen insgesamt etwa 1700 Menschen teil, wie ein Polizeisprecher berichtete. Die Polizei setzte rund 900 Beamte ein, um den Schweigemarsch auf seinem Weg durch Berlin-Mitte zu sichern. Rund 100 Gegendemonstranten versuchten die Strecke auf der Straße Unter den Linden aufzuhalten. Die Polizei räumte die Sitzblockade jedoch, ebenso wie eine weitere einige hundert Meter weiter.

Laut Polizeisprecher wurden im Laufe der Proteste 28 Personen festgenommen und 14 Beamte verletzt. Um welche Verletzungen es sich dabei handelte und wie sie zustande kamen, konnte der Sprecher nicht sagen. Der "Marsch für das Leben" selbst verlief friedlich. Die Demonstration endete am Nachmittag mit einer Abschlusskundgebung am Lustgarten.

Der „Marsch für das Leben“ findet seit 2008 jährlich in Berlin statt - diesmal unter dem Motto „Ja zum Leben - für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie!“. Die Teilnehmer demonstrierten schweigend. Ihr Protest richtete sich gegen Abtreibungen, aber auch gegen Sterbehilfe und Präimplantationsdiagnostik. Zu dem Marsch hatten vor allem christliche Gruppen aufgerufen. Die Gegendemonstranten warfen den Abtreibungsgegnern vor, Frauen das Recht auf Selbstbestimmung über ihr Leben und ihren Körper nehmen zu wollen. (BLZ/dpa)