Berlin - Die Metallquadrate sind knapp einen Quadratmeter groß, Aluminium, goldglänzend beschichtet mit einem diagonalen Knick. Aneinandergesetzt ergeben die Quadrate – mal gedreht, dann wieder gespiegelt – verschiedene Muster.

„Diese Fassade wird signifikant sein, und sie hat mit Marzahn-Hellersdorf zu tun“, sagt der Architekt Jörg Finkbeiner vom Büro Partner und Partner. Er hat das neue Informationszentrum des Bezirks Marzahn-Hellersdorf samt Fassade entworfen, das seit Montag an der Hellersdorfer Straße gebaut wird. Das Projekt ist Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA), die 2017 rings um den Kienberg stattfindet.

Die Idee für die Metallfassade haben die Architekten von der alten Bauweise in der Marzahner Großsiedlung abgeleitet: Denn bereits 1968 hat der Künstler Karl-Heinz Adler ein System aus Betonformsteinen entwickelt, aus denen ab 1970 industriell gefertigte Fassaden, Brunnen und Spielplätze für den Großbezirk gestaltet wurden. „Dieses Konzept haben wir in Metall übersetzt“, sagt Finkbeiner. Mit den Platten soll nun der 30 Meter lange und 4,50 Meter hohe Tourismuspavillon des Bezirks verkleidet werden, der neben dem Eingang zum IGA-Gelände errichtet wird.

Die Idee mit der Platte

1,4 Millionen Euro stehen dafür zur Verfügung, gefördert von Bund und Land. Ursprünglich hatte der Bezirk aber eine andere Idee: Er wollte seinen Info-Pavillon aus alten Betonfertigteilen bauen – so wie auch die Wohnhochhäuser in Marzahn und Hellersdorf errichtet wurden. Daher hatte Baustadtrat Christian Gräff (CDU) sich schon vor ein paar Jahren alte Betonplatten von einem Haus am Schiffbauerdamm in Mitte gesichert, das abgerissen wurde, weil der Deutsche Bundestag dort seinen Standort erweitert.

Gräff musste allerdings seine Idee verwerfen, weil sich der Senat gegen den Plattenpavillon sträubte und auch eine Förderung des Platten-Recyclingprojekts nicht möglich gewesen wäre. Gräff findet das schade, am Konzept ändert sich aber nichts: „Wir werden in dem Informationszentrum die Geschichte von Marzahn-Hellersdorf erklären und auch den Wandel in den vergangenen 25 Jahren darstellen“, sagt er.

Seilbahn fast fertig

Zur IGA wird das Informationszentrum eröffnen, es flankiert den Eingang zur Ausstellung wie auf der anderen Seite die neue Gondelstation. Die Seilbahn wird über das Ausstellungsgelände und hinauf auf den Kienberg fahren. Sie ist nahezu fertig. An dem geschwungenen Bau wird derzeit die Fassade montiert und das Dach begrünt.

Das Seil ist gespannt, an dem die Gondeln später hängen werden. „Wir sind mit allen Arbeiten im Zeitplan“, sagt IGA-Chef Christoph Schmidt. Für den 9. September zum Beispiel sei die Jungfernfahrt der Seilbahn vorgesehen, die mit dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller geplant ist. Bis zum offiziellen Betriebsstart sind dann aber noch zahlreiche Probefahrten und Tests zu absolvieren. Erst zur IGA dürfen die Berliner dann Gondel fahren.