Berlin - Die älteste aller Verordnungen ist ein Zehn-Punkte-Plan. Präsentiert hat ihn ein gewisser Moses in der Bibel, er könnte aber auch eine Erfindung des Berliner Senats sein. Der ist von Amts wegen sehr geübt darin, Gebote zu erlassen, in der Corona-Krise zumal, die angesichts stetig steigender Infektionszahlen außer Kontrolle zu geraten droht. Nicht immer sind es zehn, und den meisten ist eine unmosaische Konsequenz gemein: Sie haben kaum Konsequenzen.

Anders als in der Bibel gibt es niemanden, der seine Augen überall hat. Das ist das Problem einer Millionenmetropole, deren Bewohnern regelmäßig etwas verordnet wird, das sich gut anhört, aber schlecht kontrollieren lässt. Die Maskenpflicht an ausgesuchten Hotspots zum Beispiel. Der Masse an potenziellen Maskierungsmuffeln steht ein vergleichsweise kleines Häuflein von Ordnungskräften gegenüber. Und so vereinen sich während der Pandemie zwei Eigenschaften, die den echten Berlinern und jenen, die es werden wollen, nachgesagt werden: sich nicht darum zu scheren, was in Verordnungen steht – Eigenschaft Nummer eins. Nummer zwei: sich über andere Ignoranten zu beschweren.

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