Pflicht ist Pflicht. Aber wie wird sich daran gehalten?
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BerlinEin Wachmann steht vor einem Supermarkt in Berlin-Mitte und schaut nicht etwa, ob die Kundschaft die Hygieneregeln einhält, sondern auf sein Handy. Als er doch eine Frau ohne Maske bemerkt und  anspricht, zieht sie sich ein dünnes Halstuch über den Mund. Der Wachmann nickt zufrieden. Er trägt die Maske übrigens nicht als Mund-Nasen-Schutz, sondern cool als Kinnschutz. So viel zur Einhaltung von Regeln und deren Kontrolle.

Die Maskenpflicht gilt in Berlin nun nicht nur sinnvollerweise bei Gedränge im Bus, sondern auch in Geschäften. Man kann von den bunten Masken halten, was man will, aber ihre Vorteile scheinen nicht zu überwiegen.

Seit Monaten werden sie von Wissenschaftlern als recht wirkungslos eingestuft. Noch dazu, wenn sie selbstgeschneidert sind, nicht alle 20 Minuten gewechselt oder falsch getragen oder ständig angetatscht werden. Bei etlichen Leuten geht es wohl auch eher darum, dass die Masken hübsch aussehen.

Die Verteidiger sagen, dass die meisten Masken zwar kaum helfen, um sich selbst vor Coronaviren zu schützen, dafür aber schützen sie vielleicht die anderen. Die Gegner sagen: Derzeit sind doch aber gar nicht mehr so viele Leute ansteckend.

Egal, wer recht hat, bei nicht wenigen Leuten haben die Masken eine fatale Wirkung. Das zeigte sich auch in dem Supermarkt in Mitte: Bevor die Maskenpflicht galt, standen die Leute vor der Kasse auf den am Boden markierten Strichen. Sie hielten sich geradezu vorbildlich an die allgemein als wirksam anerkannte 1,50-Meter-Abstandsregel.

Doch die Regel hat sich  für viele aufgelöst. Nun wird schon fast wieder gedrängelt. Die Maske gibt vielen eine Sicherheit, die sie gar nicht hat.